Baselworld 2014 – Photos – Impressionen (Teil 2)

 

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Dreckige Uhren: Vintage-Uhr gekauft – und nun?

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Machen wir uns nichts vor: Vintage-Uhren sind großartig – leider aber auch alt, gebraucht und von anderen bereits getragen. Bei manchem löst allein der Gedanke an getragene Uhren fulminanten Juckreiz und Unbehagen aus. Bevor man sich also eine alte und mitunter “schmodderige” Uhr um den Arm bindet, sollte man die eine oder andere Reinigungsmaßnahme in Erwägung ziehen.

Bei mir hat sich folgendes Prozedere inkl. einiger Checks eingespielt, sobald ich einen Vintage-Neuzugang habe:*

  • Uhr aufziehen und schauen, ob sie überhaupt (an-)läuft
  • Uhr stellen und über 24 Stunden die Ganggenauigkeit prüfen – am besten mit einer Funkuhr
  • Band abnehmen
  • Getragene Lederbänder werfe ich sofort weg. Bei manchen lohnt es sich jedoch, die Schließe aufzubewahren. Erst recht, wenn es sich um welche von Sinn, Omega oder Rolex handelt
  • Mit Tuch, Spülmittel & etwas Wasser den ersten groben Schmutz vom Gehäuse entfernen – dabei die Wasserdichtigkeit beachten. Um auch in die letzte Ecke zu kommen sind  Q-tips und Zahnstocher aus Holz oder Kunststoff sehr hilfreich
  • Mit Desinfektionsmittel – günstig bei Rossmann, Budnikowski & Co. erhältlich – die Uhr und das (Metall-)Band besprühen. Auch hier: Wasserdichtigkeit der Uhr beachten. Circa eine Minute einwirken lassen und mit einem Lappen ein weiteres Mal reinigen
  • Sofern möglich,  das Gehäuse öffnen und einen Blick auf das hoffentlich saubere Werk werfen – ggf. die Seriennummer prüfen und das Herstellungsjahr ermitteln
  • Wer seine Uhr wasserdicht haben möchte, schaut sich nun die Dichtungen genauer an. Lösen sich sich bereits bzw. schmieren sie, dann sollte man sie entsprechend austauschen (lassen)
  • Ist das Uhrenglas aus Kunststoff bzw. Plexiglas ordentlich zerkratzt, so erzielt man mit Autopolitur oder Whitening- Zahnpasta gute Ergebnisse. Eventuell muss man mehrfach polieren und auf einen weichen Lappen verzichten. Stattdessen  Papier oder Karton verwenden, um den „Schmirgeleffekt“ zu erhöhen. Oder: Die Politur/Zahncreme ein wenig antrocknen lassen – das verstärkt ebenfalls den Effekt. Bei Mineral- oder Saphirglas bringt dieser Tipp leider nichts. In der Regel muss ein neues Glas her
  • Für Faule & Hygieniker: Wem das Reinigen eines Metallbandes mit Spülmittel und Desinfektionsmittel nicht reicht, der kann das Band – ohne Uhr ! – in die Spülmaschine geben und bei mind. 60 Grad reinigen. Mit oder ohne Geschirr ist jedem selbst überlassen. Auf jeden Fall entfernt das in der Regel die unangenehmen dunklen Ablagerungen, die man gern mal zwischen den einzelnen Gliedern eines Bandes findet

Nun kann die Uhr an den Arm – ohne Juckreiz & Co. 

Und wer nun Lust auf die abgebildete Uhr bzw. die Modellreihe bekommen hat – hier entlang: Omega Speedmaster Mark (ebayPartner-Link).

* Tipps gelten für Uhren mit Edelstahlgehäuse und -bänder. Alle anderen Metalle und Beschichtungen – auf eigene Gefahr.

 

Neuzugang: Eigenen Tipp befolgt und Omega Speedmaster Mark II gekauft – im gerockten Zustand

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Ob ich meine eigenen Tipps befolge? Offensichtlich ja, denn ich habe eine Omega Speedmaster Mark II ersteigert. Noch eine… Im letzten Blogartikel habe ich erläutert, warum ich glaube, dass diese Uhren ein schönes Investment sind.

Abgesehen davon finde ich diese Speedmaster großartig und trage sie gern. Warum aber habe ich mir eine weitere Mark II zugelegt? Reicht eine nicht? Nun, sie ging vergleichsweise günstig weg. Ihr erinnert Euch: Um die 1.000 Euro liegen diese Uhren derzeit bei ebay. Meine neue (alte) Speedmaster Mark II habe ich für etwas über 600 Euro ersteigert. Kann man also machen. Und zwei Mark II sind besser als eine, dachte ich mir.

Der Preis ist aber nicht ohne Grund so “niedrig” gewesen – die Uhr ist hier und da ein wenig desolat.

Die Übersicht – mit allen Highs & Lows:

- Jahrgang: circa 1975 (laut Seriennummer  - 39……)

- kein Original-Metallband, ohne Box und Papiere

- Glas ist zerkratzt und angeschlagen – ein neues muss her

- Gehäuse ist zerkratzt – der charakteristische Sonnenschliff hat ordentlich gelitten

- “Seepferdchen”-Logo auf dem Gehäuseboden ist abgerieben – gerade noch zu erkennen

- Original-Zifferblatt (Tritium)

- Original-Zeiger (Tritium bereits heraus gebröckelt – kann man erneuern, muss man aber nicht)

- Original-Krone mit Omega-Logo

- sehr sauberes Omega-Werk (Kaliber 861 – ursprünglich Lemania)

- extreme Ganggenauigkeit von +/- 0 Sekunden pro Tag (übertrifft damit Chronometer-Anforderungen. Konnte es selbst nicht glauben – ist aber so)

- Chronograph/Stoppuhr ließ sich vor dem Reinigen nicht ansatzweise betätigen, Drücker komplett verdreckt – nach dem Reinigen funktionierte wenigstens die Start-Funktion. Stopp- & Rückstell-Funktion sind jedoch fehlerhaft, die Uhr muss also zur Reparatur

- Last but not least: Fieses rotes Lederband, das ich sofort entsorgt und nach dem Reinigen gegen ein NATO-Band ausgetauscht habe

Was ich nun mit der Uhr mache? Zunächst einmal werde ich die Stoppuhr (Chronograph) reparieren und das Glas tauschen lassen. Abhängig von den Kosten werde ich dann entscheiden, ob ich das Gehäuse von einem Omega-Profi aufarbeiten lasse oder es sogar einer ganz besonderen Behandlung unterziehe… Ich werde Euch auf dem Laufenden halten.

Wer nun selber suchen möchte – hier geht´s lang: Omega Speedmaster Mark (ebayPartner-Link).

Und im nächsten Blogartikel geht es dann darum, wie man eine frisch erworbene Vintage-Uhr wie diese am besten reinigt. Zumindest so, dass man sie gern trägt –  ohne Juckreiz & Co. 

Geldanlage: Vintage-Uhren – besser als jedes Sparbuch oder Aktien?

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Omega Speedmaster – Oben: Speedmaster Professional – Moon Watch (2007) // Mitte/rechts: Speedmaster Mark 4.5 (Ende 70er) // Unten: Speedmaster Mark II (1969/70)

Die Antwort lautet: Ja. Definitiv. Zumindest nach meiner Erfahrung. Denn: Jede Vintage-Uhr, die ich in den letzten Jahren gekauft habe, hat sich im Wert verdoppelt. – Mindestens.

Auch diverse Finanz- und Uhrenmagazine bestätigen den beachtlichen Wertzuwachs und raten zum Kauf, geben aber selten echte – und vor allem leistbare – Tipps und Kaufempfehlungen. Während sich die Redakteure dieser Magazine  häufig vor Empfehlungen drücken , exzessiv und mehrfach den Konjunktiv bemühen, möchte ich eine konkrete Vintage-Uhr empfehlen. Genauer gesagt: eine ganze Reihe aus den 70er und 80er Jahren. Eine, die man sich auch als Normalbürger  leisten kann.

Es geht hier also nicht um einen”Kaufen Sie Patek Philippe oder Rolex für mehrere zehntausend Euro”-Tipp, sondern um Uhren, die sich in einem Preisrahmen befinden, den man als Betrag wahrscheinlich von seinem (zinslosen) Sparbuch kennt: Wir sprechen von ca. 1.000 Euro. Machbar, oder?

Die Uhren, die man für dieses Geld bekommt, sind von Omega und stammen aus der Speedmaster-Mark-Reihe. Sie sind gewissermaßen die Nachfolger der legendären Speedmaster Professional – auch bekannt als “Moon Watch” (siehe Foto, oben). Je nach Geschmack entscheidet Ihr Euch für eine Mark II (Handaufzug), Mark III, Mark IV oder die sogenannte Mark 4.5 (alle Automatik). Sie sollten derzeit um die 1.000 Euro auf ebay liegen – mal mehr, mal weniger*. Je nach Modell, Zustand und Vollständigkeit (Omega-Metallband, Box, Papiere etc.).

Wobei: Schon jetzt ist zu erkennen, dass die Preise für diese Uhren gut anziehen.

Der Grund ist diese News: Omega legt die Speedmaster Mark II neu auf
http://forums.watchuseek.com/f20/new-speedmaster-mark-ii-preview-968724.html

Die beiden neuen Modelle haben – anders als die Ur-Mark-II – ein Chronometer-Werk, Datum und werden ersten Gerüchten zufolge 5.000 bis 6.250 Dollar kosten. Im März/April 2014 wird die Mark II auf der Baselworld vorgestellt. Verständlich, dass dies in Uhrenforen für Aufregung sorgt und die alten – “originalen” Mark II – schlagartig an Beliebtheit gewinnen.

Wie gesagt, mein konkreter Tipp lautet, in eine solche Omega Speedmaster Mark zu investieren. Die Mark II ist am ehesten prädestiniert, im Laufe dieses und des nächsten Jahres an Wert zuzulegen. Aber auch die anderen oben genannten Modelle, wie die 4 und 4.5, dürften im Wert steigen. Die Mark III hingegen muss man aufgrund ihres recht extravaganten Gehäuses mögen.

Bleibt  zu erwähnen, dass es noch eine Mark V gibt –  Teutonic genannt . Die weicht im Design aber so weit von den anderen Marks ab, dass es schwer fällt, sie als solche zu erkennen. Dennoch, sie soll nicht unerwähnt bleiben.

Und ich? Ich habe bereits zwei Marks in meiner Sammlung: Die Mark II und 4.5 (siehe Foto oben). Beide habe ich in den vergangenen Jahren gekauft. Eine ist komplett im Originalzustand mit Box und Papieren, die andere ohne Papiere, aber mit Box mit Revisionskarte. Und nun ratet: Sie sind bereits jetzt das Doppelte vom damaligen Kaufpreis wert. – Mindestens.

Wer nun selber suchen möchte – hier geht´s lang: Omega Speedmaster Mark (ebayPartner-Link).

Weitere Tipps, Infos & Links:

In einem Jahr schauen wir, ob ich mit meinem Tipp oben richtig lag. Mindestens 50% Wertsteigerung lautet meine Vorhersage. Wir werden sehen.

* Ich orientiere mich immer an ebay-Preisen. Auf anderen Plattformen und bei Händlern können sie sehr viel höher liegen. 1.200-1.600 Euro sind da kein Problem. Aber auch diese Preise dürften schon bald weiter anziehen. (Stand Januar 2014).

Vintage Uhren – wo kaufen? (Teil 3)

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Justizauktionen.de – Uhren vom Gerichtsvollzieher
Definitiv eine der interessantesten Seiten, die mir während meiner Suche nach Uhren im Netz begegnet ist. Auf Justizauktionen kann man nahezu alles ersteigern, was die Justiz bzw. der Gerichtsvollzieher bei dem einen oder anderen (schlimmen Finger?!) einkassiert hat. Natürlich sind da auch Uhren bei. Neben Modemarken wie Esprit, Fossil & Co. kann man gelegentlich echte (Vintage-)Schätzchen von Rolex, Breitling und einigen weiteren interessanten Marken finden. Der ultimative Vorteil: Man kann davon ausgehen, dass diese Uhren echt sind. Sie werden vorab von Juwelieren oder Sachverständigen geprüft und oft mit den dazugehörigen Unterlagen – inklusive Zeitwertschätzung – online gestellt. Regelmäßiges Reinschauen kann sich hier also wirklich lohnen. Man darf nur nicht erwarten, dass jede Woche ein Schätzchen dabei ist.

Foren – liebenswerte Freaks unter sich
Dass man in Foren auch Uhren kaufen und tauschen kann, versteht sich von selbst. Hier bietet sich vor allem Uhrforum.de bzw. dessen Marktplatz mit unglaublich vielen Angeboten an. Selbst wenn man gerade keine Uhr kaufen will, lohnt es sich immer, hier ein wenig zu stöbern und sich einen Überblick zu verschaffen. Kann ich sehr empfehlen.
Die Sales Corner des R-L-X Forums habe ich bereits in Teil 1 erwähnt. Wer Sinn-Uhren mag, der landet schnell beim Marktplatz des Sinn-Forums. Ähnliches gilt  für so manch andere Uhrenmarke: Einfach im Netz nach Eurer bevorzugten Marke und nach Foren suchen.

Wer es gern international, praktisch und übersichtlich mag, für den dürfte der nächste Tipp etwas sein:

Watchrecon – clevere App
Diese App ist großartig. Man gibt eine Wunschuhr ein und die App sucht einem in diversen internationalen Marktplätzen/Foren die passenden Angebote raus. So landet man schnell bei Uhren, die bei watchuseek.com, timezone.com, rolexforums.com und vielen weiteren gelistet sind. Der Vorteil ist offensichtlich: Man muss man sich nicht durch die ganzen Foren und Unterforen schlagen. Watchrecon gibt es auch als in Form einer Webseite http://www.watchrecon.com. Ich finde die App jedoch wesentlich ansprechender und übersichtlicher.

Wer die kostenlose Uhren-App ausprobieren möchte – hier Links zur iOS und Android-App:

iPhone/iPad: https://itunes.apple.com/us/app/watchrecon/id564707991?mt=8
Android: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.watchrecon.fe&hl=de

Soweit meine Tipps. Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Quellen, bei denen man Uhren finden kann. Dazu gehören unter anderem Uhrenbörsen in diversen Städten, lokale Händler, Juweliere, Floh- und Antikmärkte, (Online-)Händler im Ausland etc.  

Wenn Ihr noch hilfreiche Tipps und Links habt – einfach unten in die Kommentare schreiben.

Vintage-Uhren – wo kaufen? – Teil 2

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Chrono24.com – Darf´s etwas mehr sein?
Chrono24 ist ideal, um sich einen Überblick zu verschaffen und Uhren zu verkaufen. Korrekt gelesen. Das Preisgefüge liegt hier nämlich höher als bei eBay – zumal mehr professionelle Verkäufer (u.a. Grauhändler – siehe Teil 1) als Privatleute auf dieser Plattform zu finden sind. Man bekommt als Verkäufer also in der Regel etwas mehr für seine Uhr. Kurzum: Ich verkaufe hier lieber als auf ebay.

Wer jedoch eine Uhr kaufen will, der zahlt mitunter etwas drauf – kauft dann aber meist bei besagten professionellen und bewährten Händlern unbedingt Empfehlungen, Bewertungen, Trusted Seller seit… etc. beachten). Zum Teil sind die aufgerufenen Preise – sagen wir mal – recht selbstbewusst. Also immer mit den Preisen bei eBay und anderen Quellen vergleichen.

Ausnahmen gibt es natürlich auch hier:  Ich selbst habe erst eine Uhr über Chrono24 gekauft -  eine Sinn 142 von privat (siehe unten), die ich auf einen für mich akzeptablen Preis runterhandeln konnte. Mit dem Deal bin ich heute noch zufrieden. eBay wäre nicht günstiger gewesen.

Was noch zu erwähnen ist: Chrono24 hat auch eine eigene App – mit einer recht  guten Suchfunktion.

Hier der Link zur kostenlosen iOS bzw. iPhone- & iPad-App:
https://itunes.apple.com/de/app/chrono24/id472912032?mt=8

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(Sinn 142, 90er Jahre – bei Chrono24 von privat gekauft )

Henry’s – Old School, Baby!
Henry´s ist ein klassisches Auktionshaus, das es seit 1979 gibt. Es ist aber bei weiten nicht so übertrieben teuer wie manch anderes, das man im Netz findet. Auf der Seite www.henrys.de kann man Antiquitäten, Kunst und eine meist gute Auswahl an Armband- und Taschenuhren finden. In der Rubrik „Sofort Kaufen“ kann man ohne Aufgeld und Firlefanz direkt zuschlagen. Häufig findet man in diesem Bereich Uhren, die bei den Auktionen nicht weggegangen sind (siehe auch Rubrik „Nachverkauf“).

Wichtig: Wenn man an einer Auktion teilnehmen möchte, sollte man sich zum einen rechtzeitig registrieren (Zugangsdaten kommen dann per Post), zum anderen beim Bieten immer bedenken, dass auf den Zuschlagspreis noch 22% Aufgeld plus Versandkosten kommen. Hier also gut rechnen und sich entsprechend ein Limit setzen.

Der Vorteil an diesem Auktionshaus: Man kann davon ausgehen, dass die Uhren vernünftig von den hauseigenen Experten geprüft und bewertet wurden. Ich selbst habe hier eine alte Heuer Professional 1000m Quartz ersteigert. Und obwohl ich mir des Aufgelds bewusst war, habe ich mein Limit letztendlich doch überschritten. Das ging recht schnell… Ich bereue es nicht. Aber wie gesagt, immer die 22% im Hinterkopf behalten.

Soweit für heute.

Das nächste Mal geht es  um  eine weitere  App – und Uhren vom Gerichtsvollzieher.

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Bei Henry´s ersteigert: Heuer 1000 Metres Professional (Mitte 80er Jahre, Quartz)

Schweizer Uhr taucht in über 35.000 Meter Höhe in die Stratosphäre ein

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Es ist mit Sicherheit eines der ungewöhnlichsten und schönsten Projekte, die ich beruflich umgesetzt habe. Für die Schweizer Uhrenmarke DAVOSA habe ich zusammen mit einem befreundeten Ingenieur (großen Dank an dieser Stelle) die Taucheruhr Argonautic Dual Time GMT in die Stratosphäre geschickt. Das Ganze haben wir mit einer handelsüblichen GoPro aufgezeichnet.

Wer nicht lange lesen möchte – hier das Video:

Direkt-Link: http://www.youtube.com/watch?v=3sdHpFACXTw

Da die Pressemitteilung ohnehin von mir ist, darf ich mich an dieser Stelle selbst zitieren:

Die Argonautic Dual Time gilt als widerstandsfähige Vielflieger- und Taucheruhr der Schweizer Uhrenmarke DAVOSA. Unter Beweis gestellt hat die mechanische Uhr mit Schweizer Qualitätswerk dies bei einer außergewöhnlichen Mission: Mithilfe eines Heliumballons, 5.400 Litern des Edelgases und einer eigens konzipierten Gondelkonstruktion machte sich die Argonautic Dual Time mit der Seriennummer 33 auf den Weg in die Stratosphäre – und kam voll funktionsfähig wieder zurück.

Argonautic Dual Time – Nr. 33: Die Wahl der Seriennummer war kein Zufall. Ziel der Mission war es nicht nur, in die bei 15.000 Metern beginnende Stratosphäre einzudringen, sondern auch eine Höhe von mindestens 33.000 Metern zu erreichen – oder sogar zu überschreiten. Nach einer Flugzeit von rund 100 Minuten hatte die DAVOSA-Uhr den höchstmöglichen Punkt ihres Fluges erreicht – der Heliumballon platzte, aufgrund des äußerst niedrigen Luftdrucks, in über 35.400 Metern Höhe*. 2.400 Meter über dem anvisierten Missionsziel. Der Rückflug zur Erde erfolgte im Anschluss an einem Fallschirm, der sich durch den freien Fall der Konstruktion öffnete.
Während des gesamten Fluges kam es zu eindrucksvollen Bildern, aufgenommen von einer Videokamera, die im Inneren der isolierten Kugel-Konstruktion angebracht war. Man sieht aufgrund der außergewöhnlichen Höhe sowohl die Erde als auch den in 100 Kilometer Höhe beginnenden Weltraum. Die Uhr landete nach gut zweieinhalb Stunden unversehrt und voll funktionsfähig auf der Erde. Das Wiederfinden der Uhr ermöglichten zwei in der Kugelkonstruktion verbaute GPS-Sender. Zwischen Start- und Landeort lagen rund 100 Kilometer Luftlinie. Die Argonautic Dual Time Nummer 33 befindet sich nun in der DAVOSA-Meilenstein-Sammlung.

Härtetest – dreimal höher als ein Linienflugzeug und bis zu -60° Celsius
Linienflugzeuge bewegen sich in der Regel in einer Höhe um die 10.000 Meter – die DAVOSA Argonautic Dual Time erreichte an ihrem höchsten Punkt mehr als das Dreifache dieser Höhe. Ermöglicht hat dies ein mit 5.400 Litern Helium gefüllter Wetterballon, dessen Durchmesser beim Start noch rund zwei Metern betrug, mit abnehmendem Luftdruck jedoch während des Aufstiegs und bis zum Bersten des Ballons auf über 11 Meter anwuchs.
Auf ihrem Weg in über 35 Kilometer Höhe war die Schweizer Uhr mit GMT-Funktion und Heliumventil Temperaturen von bis zu -60 Celsius ausgesetzt. Obwohl die mechanische Uhr mit dem ETA-Werk 2893 für derartige Extrembelastung nicht eigens konzipiert ist, lief sie durchgehend und überstand den gesamten Flug unbeschadet. Mehr

Und hier einige  Bilder. Vom verwendeten Equipment,  Konstruktion,  Start und aus der Stratosphäre:

DAVOSA Strato Argonautic GMT_4
DAVOSA Strato Argonautic GMT_3b
DAVOSA Strato Argonautic GMT_2_kl
7  DAVOSA_Strato_ArgoGMT

Vintage Uhren – wo kaufen? (Teil 1)

Omega Seamaster Quartz (TV-Dial)

Omega Seamaster Quartz (TV-Dial)

Freunde und Bekannte fragen mich gern mal, wo ich meine Uhren kaufe. Hier also ein paar Einkaufstipps:

eBay – der Online-Klassiker Wenn ich eBay als liebste Quelle für meine Uhren nenne, dann löst es häufig Erstaunen aus. Die besten Käufe habe ich aber tatsächlich auf dieser Auktionsplattform gemacht. Letztendlich hat hier meine Sammelleidenschaft für Vintage-Uhren begonnen. Zunächst mit Uhren unter 100 Euro, danach bis 200, 500, 750… – Ihr kennt das.

Vor einigen Jahren konnte man auf eBay noch gute Schnäppchen machen – vor allem, was Omega-Chronographen aus den70ern und 80ern angeht (z.B. Omega Speedmaster Mark 4.5). Das ist heute zwar immer noch möglich, erfordert aber etwas mehr Geduld.

Die wichtigste Voraussetzung ist, dass man sich bei den etwas wertvolleren Uhren ein wenig auskennt und im Vorfeld mit ihnen beschäftigt hat. Da hilft nur eigene Recherche – in Foren und Online; Informationen einholen und in der Bilddatenbank von Google suchen. Am besten Modellnamen eintippen und auf „Bilder“ gehen. So bekommt man schnell ein Gefühl dafür, ob bei einem Angebot mit der Wunschuhr alles stimmt – oder eben nicht.

Bei „günstigeren“ Vintage-Uhren, einfachen Dreizeiger-Uhren von Tissot, Certina, Seiko und Omegas (z.B. Seamaster Quartz), die preislich unter 300 Euro liegen, kann man mit weniger Bedenken zuschlagen. Immer wichtig: Neben einer ausführlichen Beschreibung sollte ein Foto vom sauberen Werk dabei sein. Vor allem, je höher der zu erwartende Preis der Uhr ist. Außerdem vermeidet man so, eine Quarzuhr zu ersteigern, obwohl man auf eine vermeintlich mechanische geboten hat. Besonders genau hinsehen muss man zum Beispiel bei der Seamaster Professional 200m (ab 400 Euro). Sie ist auch als Pre-Bond genannt. Die mechanische und die Quartz-Variante sehen sich sehr ähnlich – und die Quartz-Version ist auf dem Zifferblatt nicht als solche gekennzeichnet. Der Unterschied kann ein paar hundert Euro betragen. Also, Augen auf.

Und: Generell bevorzuge ich eBay-Verkäufer mit Top-Bewertungen und Paypal-Bezahloption. Bei Käufen im Ausland immer Versand und Zoll bedenken.

Wer  nun Lust auf  solche Vintage-Uhren bekommen hat – hier entlang: Vintage Chronosoder Omega Vintage-Uhren (ebayPartner-Links).

Und was ist mit Rolex & Co.? Zum Kauf von Vintage Rolex-Uhren auf eBay möchte ich nur bedingt raten. Besonders was die beliebten Sportmodelle Submariner, Sea Dweller, GMT, Explorer etc. angeht. Hier würde ich bewährte (Online-)Händler oder sogenannte Grauhändler vorziehen. Einige von ihnen haben jedoch auch eBay-Accounts – das muss man fairerweise dazusagen. Nicht jede eBay-Rolex fällt also gleich in die Kategorie „suspekt“. Ich selbst habe es einmal gewagt und eine kleinere Rolex (70/80er Jahre Oysterdate Precision, Handaufzug, Ref. 6694) für unter 1.000 Euro bei einer Privatperson ersteigert. Nicht ohne etwas Glück. Wer sich also traut…

Ein weiterer Vintage-Rolex-Tipp ist die Sales-Corner des R-L-X-Forums. Hier verkaufen in erster Linie langjährige Mitglieder und Händler – gern auch untereinander – ihre Uhren. Rat, Tat und Einschätzungen zu diesen und anderen Rolex-Angeboten im Netz findet man im Forum selbst –  im nicht öffentlichen und kostenpflichtigen Shopping Guide. Der 3-Tagespass für 5 Euro bzw. 15 Euro für drei Monate Premium-Mitgliedschaft sind gut angelegtes Geld beim Kauf einer solchen Uhr.

Soweit zum Thema Uhren- und Rolex-Kauf auf eBay. In zwei weiteren Teilen stelle ich Euch einige interessante Alternativen vor -  inklusive praktischer Apps.

I got 99 watches, but cheap ain´t one – Shut up, stupid

Buler_Start

Der bärtige Mann hinter dem Tresen hatte sicherlich schon über tausend Uhren in den Händen – ein halbes Dutzend davon waren meine. Vorwiegend Vintage-Uhren, die ich gern bei ihm reparieren lasse. Umso erstaunlicher, dass er nun ausgerechnet bei dieser “Plastikuhr” so freudig reagierte. Zum ersten Mal übrigens. Es war eine schwarze Buler Grand Prix aus den 70er oder 80er Jahren. Ein Leichtgewicht mit Fiberglasgehäuse, das wie Plastik aussieht. Passend dazu: ein Plastikarmband. Ersteigert habe ich sie vor einigen Jahren für maximal 20 Euro auf eBay. Warum? Weil ich als Kind einmal so eine Uhr hatte. Eine echte Billo-Uhr, die eigentlich nur für mich Bedeutung hat.

Und siehe da, eben diese „Grand Prix“ begeisterte nun den Uhrmacher. Wer hätte es gedacht. Ich war erleichtert, denn es war mir ein wenig unangenehm, ihn mit der Reparatur dieser zwar mechanischen, aber dennoch recht einfachen Uhr zu behelligen.
Er erzählte, dass eben diese Uhr eine der ersten Kunststoffuhren in Massenproduktion war und wohl bei einem großen Versandhaus oder einem Kaffeeröster über den Tresen ging. Und zwar noch bevor Swatch in den 80ern mit seinen Schweizer Quarzuhren aus Plastik groß rauskam und sich auf den Weg machte, den Uhrenmarkt einzunehmen. Man konnte dem bärtigen Uhrmacher und seinem Lächeln regelrecht ansehen, dass ihn diese Uhr gerade einige Jahrzehnte zurückversetzt hatte. Er nahm den Reparaturauftrag an.

Learning 1: Eine Billo-Uhr kann begeistern – sogar einen gestandenen Uhrmacher

Doch damit war es nicht getan. Kurze Zeit später zeigte ich einem Freund die „Grand Prix“. Er ist ebenfalls an Uhren interessiert und verfolgt immer sehr genau, was ich gerade am Arm trage. Und natürlich erzählte ich ihm, warum ich mir diese Uhr gekauft habe, wie viel sie gekostet hat und was ich grob über sie wusste. – Kürzen wir die Geschichte ab. Er ersteigerte kurze Zeit später ebenfalls eine. Die wiederum fiel einem Arbeitskollegen auf. Sie gefiel ihm. Und auch er… – Ihr ahnt es.

Learning 2: Die Billo-Uhr begeistert nicht nur mich, den Uhrmacher, sondern auch andere

Nun muss man zu dieser Uhr sagen, dass die Begeisterung, die sich auch in Uhrenforen zeigt, nicht von ungefähr kommt. Das Design der Uhr ist keineswegs im Hause Buler entstanden, sondern bei Porsche. Genauer: Porsche Design. Produziert hat sie für den Autobauer der Schweizer Uhrenhersteller Orfina. Bei der Buler Grand Prix handelt es sich also um ein „Zitat“ oder eine „Hommage“ an eben dieses Porsche Design – um es mal freundlich auszudrücken.
Auch andere Hersteller, wie Sinn und Heuer, haben dieses Design (später?) aufgegriffen. Ich werde ein anderes Mal auf das Thema „Hommage und Fälschung“ näher eingehen. Zurück aber zur Buler Grand Prix: Weder meine Eltern noch ich konnten uns damals eine Porsche-Uhr leisten. So ging es wohl vielen Menschen. Und so kam ich zu dieser Uhr, die wohl meine erste mechanische Armbanduhr war.

Doch das ist nicht der einzige Grund warum ich ausgerechnet diese Uhr hier vorstelle und ihre Geschichte erzähle. Vielmehr wollte ich damit zeigen, dass es beim Uhrensammeln keineswegs nur auf den Preis einer Uhr ankommt. Natürlich habe ich noch andere Uhren in meiner Sammlung, die ein Vielfaches teurer sind als die Buler Grand Prix. Die Buler  gehört aber nicht minder in meine Sammlung – und wird dort auch blieben. Weil sie mich als Kind begeistert hat; weil sie eine Geschichte und Bedeutung hat. Und nun ist eine weitere Geschichte hinzugekommen: Sie ist die erste Uhr, die ich hier in meinem Blog zeigr.com vorstelle.

Fazit: Eine Sammlung mit wertvollen Uhren ist etwas Schönes. Noch schöner ist es aber, darunter Uhren zu haben, deren Wert in einer persönlichen oder interessanten Geschichte liegt. Selbst dann, wenn sie nur ein paar Euro gekostet haben. Vielleicht unterscheidet sich hier auch der leidenschaftliche Sammler vom reinen Uhrenbesitzer…

Buler Grand Prix – Überblick: 

Gehäuse: Fiberglas
Durchmesser: 39mm
Werk: Handaufzug (Kaliber unbekannt, wahrscheinlich 17 Steine)
Band: Kunststoff
Glas: Kunststoff
Preise: bis ca. 50 Euro (eBay-Auktionen) bzw. 89 bis 229 Euro (eBay Sofortkauf)
(Stand: September 2013)
Sonstiges (Rückseite): Swiss Made, Shockresistant, Noryl Case 13225 Mod. Dep., Fiber Glass
Zugang zum Werk: Glas, Zeiger, Rehaut (Innenlünette) und Zifferblatt abnehmen. Siehe auch hier.
Varianten: Buler Monte Carlo & Daytona (eckige Gehäuseform) 

Links: Übersicht mit Bildern & Infos findet man über die Suche im Uhrforum – und bei Google bzw. die Bildersuche der Suchmaschine.