Wenn Menschen auf Röhren starren… – Nixie-Clocks

Nixies: Vorläufer der LED-Uhr – feat. James Bond und russische Kraftwerke

Vielleicht geht es nur mir so, aber immer, wenn ich Nixie-Clocks sehe, muss ich an den Kontrollraum eines alten russischen Atomreaktors denken – oder an einen James-Bond-Film aus den 60ern. Mit Sean Connery. Versteht sich.

Nixie-Clocks – das sind Uhren, die für die Zeitanzeige Jahrzehnte alte Röhrenelemente nutzen. Sie basieren auf dem Prinzip der Glimmlampe, sind jedoch etwas komplexer aufgebaut, um die Ziffern 0 bis 9 anzeigen zu können. In den Vakuum-Röhren befindet sich ein „Drahtgeflecht“, das je nach Ansteuerung eine Ziffer aufleuchten lässt. In Kombination mit mehreren Röhren kann man auf eine sehr schöne Art und Weise die Uhrzeit anzeigen lassen.

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ZM1082 in Aktion – by Cestmir Hybl, Teslaton (Own work), via Wikimedia Commons

Der Name Nixi(e) leitet sich von Numeric Indicator eXperimental No. 1  ab und stammt von der Burroughs Corporation, die sich die Bezeichnung „Nixie“ 1954 als Warenzeichen sicherte. Das Konzept stammt zwar aus den 1920er Jahren, doch ihre Hoch-Zeit hatten die gelb bis orange-rot, glimmenden Röhren in den 60er und 70er Jahren. Sie kamen vor allem in Messgeräten und Rechnern zum Einsatz (Quelle: Wikipedia).

DIY: Nixies zum Selberbauen

Obwohl Nixie-Röhren heute nicht mehr produziert werden, erfreuen sich die glimmenden Vorläufer der LED-Uhren einer beachtlichen Beliebtheit. Es gibt einige Seiten und Shops im Netz zu diesem Thema (siehe Linkliste unten), bei denen man die Röhren, einzelne Bausätze oder komplette Uhren kaufen kann. Und natürlich bietet auch ebay (Partner-Link*) ein beachtliches Angebot und Auswahl. Die Preise der Glimm-Uhren beginnen bei ca. 100 Euro (Stand: August 2015).

Meine persönliche Einschätzung: Die Bausätze und Anleitungen erwecken den Eindruck, dass man durchaus ein geübter Bastler sein sollte, wenn man sich an ein solches Projekt herantraut. Ein gewisses Know-how sollte man auf jeden Fall mitbringen, denn Löten und das Lesen von Schaltplänen scheinen hier die Mindestanforderungen zu sein (siehe auch).

Premium-Röhren auf Spinnenbeinen: Edel- und Design-Nixie

Wie gesagt, wer es sich etwas leichter machen will, der kauft eine fertige Nixie-Uhr. Wer darüberhinaus auch noch ein echtes Kunst- und Design-Objekt mit sechs Nixie Röhren (statt nur vier) sein Eigen nennen möchte, der muss wohl zur „Nixie Machine“ von Frank Buchwald greifen – und einen Preis von ca. 23.500 Euro (24.800 Schweizer Franken)  bezahlen. Wenn man überhaupt noch eine aus der auf 12 Stück limitierten Auflage bekommt.

Nixie Machine – Frank Buchwald for M.A.D.Gallery from M.A.D.Gallery on Vimeo.

The „Woz“ trägt sie – die Nixie-Armbanduhr

Eine etwas günstigere Variante – aber nicht weniger abgedreht – trägt der Mitgründer von Apple Steve Wozniak am Arm. Yepp, es gibt Nixies auch als Armbanduhren. (Preis ca. 500 Dollar plus Versand).

Und „Woz“ scheint ziemlich begeistert von seiner Nixie-Watch zu sein, wie Ihr in diesem Video sehen könnt:

Soweit zu den illustren Nixie-Clocks, die sich irgendwo zwischen Steampunk und 60er-Jahre-Atomreaktor-Charme bewegen. Wenn Ihr noch Wissenswertes, Links und Kurioses zu erzählen oder teilen habt, dann nur zu. Gern in den Kommentaren.

Und wer noch nicht genug hat – hier ein paar weitere Links & Infos aus dem Netz:

Wikipedia (deutsch) https://de.wikipedia.org/wiki/Nixie-Röhre

Wikipedia (engl.) https://en.wikipedia.org/wiki/Nixie_tube

Video: The Nixie Watch  (engl.)

Video: Steve Wozniak über seine Nixie & die Apple Watch (engl.)

Nixie Watch mit solarer Energieversorgung (engl.)

Übersicht Nixie-Röhren (deutsch)

Wissenswertes über Nixie-Röhren (deutsch)

Last but not least: Nixie Uhren auf ebay (Partner-Link*)

*Partner-Link – was ist das?

Theodossios Theodoridis

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