Geldanlage: Welche Vintage-Uhren versprechen Wertsteigerung? – Orfina Porsche Design

Orfina Porsche Design

Als ich neulich auf einer Party war, kam etwas überraschend die Frage: „Und? In welche Uhr soll ich investieren? Welche steigt im Wert?“. Die meisten in meinem Umfeld wissen natürlich von meiner Leidenschaft für Uhren – und so sind sie oft Small-Talk-Thema. Da die Frage zu recht später Stunde aufkam, verwies ich einfach mal auf mein Blog. Schließlich habe ich bereits hier eine Omega Speedmaster Mark II empfohlen und hier gleich mehrere Vintage-Empfehlungen niedergeschrieben. Zugegeben, mir fielen in dem Moment auch keine weiteren fundierten Tipps ein. Im Nachhinein wurmte mich das irgendwie. Und so entstand eine kleine Liste mit weiteren Kandidaten. Und um genau die soll es in dieser Artikelreihe gehen.

Nun gibt es genügend Uhrenbegeisterte, die das „Investieren in Uhren“ als Unfug abtun. Mit dem Argument, dass man nicht in die Zukunft schauen könne. Das sei reine Spekulation, wie bei Aktien. – Und das stimmt. Denn ebensowenig wie diese Kritiker in die Zukunft schauen und „fallende Preise“ vorhersehen können, kann ich steigende Preise vorhersehen. Unentschieden nennt man das wohl. Dennoch ist es so, dass nahezu alle meine Vintage-Uhren in den vergangenen Jahren an Wert zugelegt haben. Uhren, die ich vor fünf bis zehn Jahren gekauft habe, sind heute mitunter doppelt bis dreimal so viel wert. ebay, Chrono24 und viele weitere Marktplätze und Online-Händler bestätigen mir das immer wieder. Seien es meine Vintage-Quarzuhren von Omega oder die Vintage-Chronographen verschiedenster Hersteller – sie allesamt sind im Preis gestiegen. So sieht zumindest meine Erfahrung aus. Und genau die möchte ich hier mit Euch teilen. Wer mag, der kann meine Tipps beherzigen. Wer sie für Unfug hält, der lässt es einfach.

Bevor ich aber zu dem heutigen Vintage-Tipp komme, noch ein Hinweis, der auch das vermeintliche Spekulationsrisiko erheblich mindert: Kauft am besten nur Uhren, die Euch ohnehin gefallen und die Ihr auch tragen werdet. Denn sollte eine Uhr im Wert nicht steigen, dann habt Ihr immerhin etwas am Arm, das zumindest für Euch von Wert ist. Ihr erleidet also keinen wirklichen Verlust. Oder anders betrachtet: Es ist in meinen Augen sinnlos, sich eine Uhr zu kaufen, die man grundhässlich findet und nie tragen wird, nur weil sie eventuell im Wert steigen könnte. Dann ist es wirklich nur noch „kühle“ Investition mit echtem Risiko – und keine Uhrenleidenschaft mehr.

Kommen wir also zum heutigen Vintage-Tipp, den ich Euch ans Herz legen möchte. Es geht um die:

Orfina Porsche Design

Orfina Porsche Design

Warum sollte man einen Blick auf diese Uhr werfen?

Ihr habt sicherlich mitbekommen, dass mattschwarze Uhren in den letzten Jahren ein ordentlicher Trend geworden sind. Nun, die Orfina Porsche Design war 1972 der erste mattschwarze Chronograph dieser Art – sozusagen der Urvater. Und allein schon deswegen ein begehrter Oldtimer und Klassiker. Der Uhr ergeht es da nicht anders als dem berühmten Sportwagen. Porsche eben. – Und: Das „Tacho-Design“ dieser Uhr  ist bereits mehrfach kopiert bzw. zitiert worden. Unter anderem von Sinn, Heuer, Buler (siehe auch hier) und einigen weiteren Herstellern. Irgendetwas muss also Porsche da richtig gemacht haben.

Orfina Porsche Design

Foto: Porsche Design

Warum könnte die Orfina Porsche Design im Wert (weiter) steigen?

Wie bereits gesagt, die Uhr ist ein Klassiker. Porsche hat den Chrono immer mal wieder neu aufgelegt. Vor einiger Zeit erst als Porsche Design P`6510 Heritage Black Chronograph 1972 Limited Edition (Ref. 6510.43.41.0272) zum Preis von 4.450 Euro und einer Auflage von 911 Stück (Quelle: Watchtime.net). Das ist ein Vielfaches dessen, was die Vintage-Uhr derzeit kostet. Und ähnlich wie bei der  Omega Speedmaster Mark II  steigt mit solchen Neuauflagen gern mal die Aufmerksamkeit und die Begehrlichkeit der ersten Version – und damit auch die Preise. Und siehe da: Schon jetzt werden bemerkenswerte Preise für die Orfina Porsche Design auf ebay, Chrono24 & Co aufgerufen. Über 2.000 und 3.000 Euro – kein Problem. Zum jetzigen Zeitpunkt jedoch ziemlich überteuert (Stand: November 2016). Sie zeigen aber bereits, wo die Reise hingehen kann. Womit wir auch beim nächsten Punkt sind.

In welcher Preisliga spielt die Uhr? Was sollte man maximal für eine Orfina Porsche Design ausgeben? 

Da es verschiedene Varianten dieser Uhr gibt (siehe unten), kann ich Euch nur eine grobe Faustregel bzw. meine bisherige Erfahrung mitgeben. Zudem kommt es, wie bei allen Vintage-Uhren, auf den Zustand an; ob das Originalband, Papiere und Box dabei sind, ob und wann eine Revision durchgeführt wurde etc.
Aber grundsätzlich kann man sagen, dass man die Uhr zum jetzigen Zeitpunkt bereits um die 1.000 Euro auf ebay (Partner-Link) ersteigern kann. Mit sehr viel Glück sogar für weniger. (Zum Ermitteln der aktuellen Preislage – siehe Uhrenpreise richtig einschätzen).
Tipp: Lasst Euch von Gehäusen mit abgenutzter Beschichtung nicht zu sehr abschrecken – das ist normal. Die Beschichtungen waren damals noch nicht so gut wie die heutigen mit PVD, DLC und so weiter.   Die Uhren sind dafür bekannt. Es sind auch einige schwarze Orfinas online zu finden, die recht unprofessionell nachgefärbt oder die Beschichtung komplett abgeschliffen und das Gehäuse auf Hochglanz poliert wurde. Und das sieht leider nicht immer schön aus. Wenn Ihr also eine schwarze Variante Euer Eigen nennen wollt, dann könnt Ihr neben einer eventuellen Revision des Werks auch eine Neubeschichtung in Erwägung ziehen (siehe auch It´s a Sinn – a Black Sinn). Hier kommen also unter Umständen noch ein paar hundert Euro dazu – je nach Anbieter/Uhrmacher. Das erklärt auch, warum einige Uhren derzeit um die 1.500 Euro und etwas mehr angeboten werden. Wenn sie nachweislich eine frische Revision und eine neue Beschichtung haben, dann ist das durchaus OK. Kurzum: Die Spanne auf ebay (Partner-Link) liegt aktuell bei circa 1.000 bis 1.500 Euro – in diesem Bereich geht es los und seid Ihr gut dabei.  Wie gesagt, man kann auch sehr viel mehr dafür zahlen – zum Beispiel, wenn man eine komplett restaurierte Orfina Porsche Design im hauseigenen Shop kauft. Vorteil: Man weiß, was man hat. – Nachteil: Hier dürfte, aufgrund des sehr hohen Kaufpreises, kaum noch eine Wertsteigerung zu erzielen sein.

Meine Orfina Porsche Design habe ich übrigens für weniger als 1.000 Euro kaufen können. Und wie Ihr auf den Bildern sehen könnt, steht ein Schwärzen des Gehäuses und des Bandes auf jeden Fall noch an.

Was gibt es zu beachten?

Leider einiges. Denn es gibt mehrere Varianten dieser Uhr, die ich hier nicht alle aufzählen und im Detail erläutern kann. Nur das Wichtigste:

  • die Orfina Porsche Design gab es mit zwei Werken – zunächst mit dem Lemania 5100 (Ref. 7176s) und später mit dem Valjoux/ETA 7750
  • Uhren mit dem Lemania 5100 und der 24-Stunden-Anzeige sind generell etwas teurer – sowohl was den Kauf als auch eine Revision des Werks angeht. Wer also etwas sparen möchte, der wählt das Valjoux/ETA 7750, das nahezu jeder freie Uhrmacher zu einem fairen Preis reparieren können sollte
  • je nach Variante und Produktionsjahr haben diese Uhren unterschiedliche Logos auf dem Zifferblatt, dem Gehäuseboden, der Schließe und der Krone. Man unterscheidet hier zwischen dem Orfina-Schriftzug auf dem Zifferblatt in Kombination mit der „Orfina-Flamme“ auf Krone, Boden und Schließe – und dem einheitlich verwendetem „PD-Logo“, das für „Porsche Design“ steht
  • es gibt aber auch Uhren, bei denen das Zifferblatt-Logo und Gehäuseboden nicht übereinstimmen – wie bei meiner Orfina. Und laut dem Nachfolgeunternehmen(?!) Schifferle & Schifferle GmbH, hat dies seine Richtigkeit. Ich habe nachgefragt und als Antwort kam: „Ja, das ist richtig. Es hat Uhren gegeben die ein Orfina-Zifferblatt hatten und einen PD-Boden. Oder auch umgekehrt.“ 
  • es gibt neben den „zivilen“ Uhren auch Military-Varianten – diese tragen auf dem Zifferblatt gern mal die runde und rote „3H“-Kennzeichnung. Sie steht für das verwendete und schwach radioaktive Leuchtmittel Tritium. Meines Wissens war bei militärischen Uhren diese Leuchtmasse etwas stärker strahlend als bei den zivilen Versionen – die Kennzeichnung sollte darauf hinweisen

Soweit. Es gibt noch sehr viel mehr zu diesen Uhren zu sagen (siehe Linkliste unten). Und darum gilt wie immer: Bitte macht Euch vor dem (Online-)Kauf unbedingt schlau und seid ruhig ein wenig misstrauisch. Bei meiner sehr langen Suche nach einer Orfina Porsche Design aus den Anfangsjahren sind mir einige nicht sonderlich original anmutende und schlecht zusammengeschusterte Uhren (z.B. mit Fremdgehäuse, Boden ohne Logo etc.) untergekommen. Stellt also ruhig ein paar Fragen mehr, lasst Euch möglichst viele Bilder zusenden, vergleicht und prüft –  und dann klappt es auch mit dieser wirklich sehr schönen Vintage-Uhr.

Welche Alternativen zur Orfina Porsche Design gibt es?

Ihr seht sie oben: Bei der linken Uhr handelt es sich um eine Sinn 144 – den passenden Artikel findet hier „It´s a Sinn – a Black Sinn“ und auch in den Favoriten und Fundstücken habe ich diese Uhr mehr als einmal empfohlen. – Auf der rechten Seite seht Ihr eine Buler Grand Prix, die ich bereits hier vorgestellt habe „I got 99 watches, but cheap ain´t one – Shut up, stupid„. Dazu muss man sagen, dass die Buler mit Abstand die günstigste Uhr ist. Sie stammt aus den 80er Jahren, hat kein Metallgehäuse (Fiberglas)  und man konnte sie, wie ich aus einer TV-Sendung gelernt habe, damals recht günstig bei Tchibo kaufen.

Wer sich eine Übersicht in Sachen aktuelle Preise verschaffen möchte, der findet hier die Buler Grand Prix und hier die Sinn 144 auf ebay (Partner-Links).

Wo kaufen?

Es ist kein Geheimnis – die meisten meiner Uhren habe ich auf ebay gekauft. Weitere Anlaufstellen für die Orfina Porsche Design können Chrono24 (unbedingt handeln!) und der besagte Orfina-Shop sein. Doch am günstigsten dürfte diese Uhr auf ebay (Partner-Link) zu finden sein. Dasselbe gilt für die Neuauflagen wie zum Beispiel die Porsche Design P`6510 Heritage Black Chronograph (ebay-Partnerlink). Schaut Euch einfach überall um und vergleicht die Preise. Und wer mehr zum Thema Kauf von Vintage-Uhren lesen möchte – hier entlang.

Last but not least – ein paar Linktipps: 

Infos & Fotos (Lemania 5100) aus dem Uhrforum

GQ-Artikel von Gisbert Brunner (siehe auch)

„Der späte Erfolg des Porsche Design Chrono I“ auf Classicdriver.com 

A Blog to Watch über die Neuauflage  P’6540 

A pictoral review of the Orfina/Porsche-Design „MILITARY“ chronograph and it’s many dial variations

Heuer , Orfina und Rotary Chrono baugleich? – UhrForum

 

Theodossios Theodoridis

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