Review: Smart Watch oder Activity Tracker? – Withings Activité Pop

Die Withings Activité Pop  habe ich vor einiger Zeit in diesem Artikel kurz vorgestellt: Wenn Nomos und Swatch sich paaren würden…. Heute etwas ausführlicher, da ich die Uhr eine Woche lang getragen und getestet habe.

Vorab muss man sagen, dass heute nahezu jede Uhr als Smart Watch bezeichnet wird, die sich mit einem Smartphone verbinden lässt. Doch es gibt Unterschiede. Während die Apple Watch eine Art Mini-Computer mit Display und zahlreichen Funktionen ist, sind sogenannte Connected Watches meist nur (Quarz-)Uhren mit ein paar Sensoren, die Schritte und das Schlafverhalten messen können.  Das ist natürlich nicht schlimm – macht aber einen Unterschied, wenn es um den Begriff Smart Watch geht. Solche Uhren fallen für mich eher in die Kategorie „Uhr plus Fitness Tracker“. Von einer echten Smart Watch würde ich sie auf jeden Fall unterscheiden wollen, da man von diesen Geräten etwas mehr erwarten darf.

Dennoch glaube ich, dass Uhren wie die Activité Pop ihr Publikum finden. Gerade weil sie reduzierter sind als Smart Watches und etwas mehr können als simple Fitnessbänder – wie zum Beispiel das Jawbone (amazon-Partnerlink*).

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Und bei der Activité Pop kommt noch ein erstklassiges Design und ein sehr angenehmer Preis hinzu. Die bunten Uhren im Bauhaus-Stil gibt es bereits um die 150 Euro – die App dazu ist kostenlos. Wer es etwas edler mag, der bekommt die Uhr auch Swiss Made und in einer mechanischen Variante für 390 Euro (amazon-Partnerlink*).

Was kann nun so eine Uhr – außer die Zeit anzeigen? Kurz gesagt: Schritte zählen, das Schlafverhalten messen und per Vibritionsalarm wecken. Alles weitere, wie das Auswerten und das grafische Darstellen der gesammelten Daten, übernimmt die App.

Auf dem Zifferblatt selbst gibt es lediglich eine Anzeige, die einem grob das prozentuale Tagesziel an Schritten anzeigt. Es sind 10.000, die man pro Tag laufen sollte.  Und die bekommt man meist auch gut zusammen, wenn man sich normal bewegt und nicht gerade ein faules Wochenende zelebriert. Und: Die dezente Anzeige der Uhr motiviert tatsächlich, sich etwas mehr zu bewegen. Steht der Zeiger am Nachmittag auf nur 30 Prozent, dann regt es doch noch einmal an, rauszugehen und ein paar Besorgungen erledigen. Zu Fuß natürlich.

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Außerdem sehr schön: Die „Schlaffunktion“. Die Uhr misst – offenbar anhand der Bewegungen im Schlaf – nicht nur die Schlafdauer, sondern auch die Länge der einzelnen Schlafphasen. Man erfährt also, wie lang man im Tief- bzw. leichten Schlaf war – und wie viel Prozent des notwendigen Schlafs man bekommen hat.

Natürlich können diese Angaben, weder bei der Schrittzahl noch beim Schlaf, hundertprozentig genau sein, aber sie geben einem zumindest einen ungefähren Eindruck, ob man sich genug bewegt und gut schläft.

Damit ist eigentlich auch schon alles erklärt, was die Activité Pop kann. Ein paar weitere Eindrücke möchte ich nun in Bullet-Points zusammenfassen. Positives wie Negatives:

– die Uhr macht insgesamt einen guten und wertigen Eindruck – das schwarz-graue Modell hat ein PVD-beschichtetes Gehäuse (Durchmesser ca. 36mm)

– das Silikon-Armband lässt sich dank cleverer Federstege superleicht und ohne Werkzeug austauschen. Es ist ideal für Sport (Schweiß/Wasser) geeignet.

– leider ist es aber aufgrund der Oberfläche irgendwie ein „Fussel-Magnet“. Entweder regelmäßg unter den Wasserhahn halten oder gegen ein anderes bzw. Lederband tauschen.

– das Synchronisieren der Uhr dauert immer ein wenig – funktioniert aber im Großen und Ganzen gut.

– alle Einstellungen nimmt man über das Smartphone vor – entsprechend hat diese Uhr auch keine Krone.

schöne Sache: Die Uhr stellt sich bei Sommer-/Winterzeit und Zeitzonenwechsel automatisch um.

echtes Manko: Die Zeiger leuchten nicht im Dunkeln – das kann gern bei kommenden Versionen verbessert werden.

– in meinem Fall waren die Messungen beim Sport bzw. Radfahren irgendwie ungenau. Ich hatte den Eindruck, dass zurückgelegte Distanzen auf dem Rad nicht korrekt angegeben werden.

– den Vibrationsalarm, der einen morgens weckt, empfand ich als recht angenehm.

– die Uhr hat den Dusch-Test bestanden – ohne Beschlagen des Glases. Wasserdicht ist sie bis 5 bar. Was genau das heißt, könnt Ihr hier nachlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserdichtigkeit

– keine Ahnung, wer sich die Verpackung ausgedacht hat, aber er oder sie mag es wohl kompliziert.

 – Daten, Daten, Daten – Eine Sache, die man nicht vergessen darf: Die Uhr übermittelt Eure persönlichen Daten (Bewegung, Schlaf, etc.) an die App – und die wiederum übermittelt sie garantiert an das Unternehmen Withings. Für wen das kein Problem ist, der nutzt die Uhr einfach. Wer sehr vorsichtig mit seinen Daten umgehen und immer die Kontrolle darüber behalten will, den habe ich hiermit darauf hingewiesen.

Fazit: Für wen ist die Uhr? Nun, für jeden, der eine klassisch anmutende, günstige und moderne Uhr haben möchte. Denn tatsächlich könnte sie sich auch ohne Fitnesstracker-Funktion sehen lassen – die bekommt sozusagen noch oben drauf.

Die Uhr ist außerdem ideal für alle, die schon über ein Jawbone (amazon-Partnerlink*) oder ähnliches nachgedacht haben, sich aber damit nicht anfreunden konnten, einfach nur ein Band ohne sichtbare Funktion am Handgelenk zu tragen. Für sie ist die Activité Pop eine stilvolle Alternative.

Wer jedoch eine Smart Watch mit unzähligen Funktion und Display haben möchte, der muss bei Apple & Co. schauen. Aber wie oben gesagt, diese Uhren bilden eine eigene Kategorie und sind nicht wirklich mit einem Fitness-/Activity-Tracker im Körper einer „normalen Uhr“ zu vergleichen.

Und noch ein letzter Tipp: Die Withings Activité Pop gibt es exklusiv bei Saturn für 149 Euro. Wer aber etwas Geld sparen möchte, der schaut auf ebay hier nach: Withings Inspire (Partnerlink*). Denn hier verkaufen einige Saturn-Häuser die Uhr zu Preisen von 122 und 139 Euro (Stand: 16. Mai 2015).

*Hinweis: Die Uhr wurde mir von Withings zur Verfügung gestellt und geht nach Erscheinen dieses Artikels wieder an die betreuende Agentur zurück.

Theodossios Theodoridis

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