Neue Uhr: Aikon Venturer von Maurice Lacroix

Aikon Venturer Maurice Lacroix 43mm Titelbild
(Lesezeit: 6 Min.)

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Ein massiver Trend: Markante Stahluhren – mit integriertem Stahlband. Und die neue Aikon Venturer von Maurice Lacroix mittendrin – wenn nicht sogar einen Schritt voraus. Es ist wirklich erstaunlich, welches Comeback ein Design-Konzept aus den 70er Jahren, maßgeblich geprägt von Gerald Genta, in den letzten ein bis zwei Jahren gefeiert hat. Mal abgesehen von den Klassikern in dieser Kategorie namens Nautilus, Royal Oak & Co, deren Graumarkt-Preise gerade in groteske und bis zu sechsstellige Höhen schießen (bei offiziellen Ladenpreisen im fünfstelligen Bereich, jedoch null Verfügbarkeit), fällt auf, dass der eine oder andere namhafte Hersteller dieses Design-Konzept ebenfalls für sich entdeckt hat. Mir fallen spontan drei gehobenere Uhrenmarken ein, die erst in den letzten Monaten mit solchen Modellen an den Start gegangen sind.

Und das ist kein Wunder, schließlich hinterlässt so mancher Luxusuhren-Hersteller frustrierte Kunden. Sei es aufgrund mangelnder Verfügbarkeit (aka Verknappung) oder den oben erwähnten Preisen. Und um genau diese verprellten Kunden möchten sich nun einige andere Uhrenmarken etwas intensiver kümmern. Mit neuen und für jedermann verfügbaren Stahl-Modellen. Zu Preisen im vierstelligen Bereich.

Wenn Stahluhren elitär und „knapp“ werden, dann…

Maurice Lacroix Aikon Automatic

Interessant an dieser Entwicklung: Maurice Lacroix scheint eben diesen Herstellern einen Schritt voraus zu sein. Denn die Modellreihe Aikon (siehe oben) ist seit geraumer Zeit auf dem Markt und hat sich als erschwingliche und markante Stahluhr in der Uhren-Community bereits einen Namen machen können.

Zugegeben, anfangs war der „Ähnlichkeits-Aufschrei“, das Diskussions- und Vergleichsbedürfnis in Foren recht groß. Doch nach und nach musste so mancher Uhrenfan (und Mitbewerber) feststellen, dass Maurice Lacroix hier etwas richtig macht – und ganz offensichtlich den Nerv der Zeit trifft. Nicht nur was das Design angeht, sondern vor allem in Sachen Qualitätsanspruch, Verarbeitung und Preis-Leistungsverhältnis.

Und wie gesagt, diesen Ansatz verfolgt die Schweizer Uhrenmarke mit der Aikon nicht erst seit diesem Jahr. Die kantige (Stahl-)Uhr kam bereits 2016 als Quarz-Modell auf den Markt. 2018 folgte die Automatik-Version in 42 mm. Und die kam scheinbar so gut an, dass nach und nach weitere Zifferblatt-Varianten, Gehäusegrößen (z.B. 39 mm) und diverse Limited Editions folgten. Ich bezweifle mal, dass ein Hersteller das tun würde, wenn die Uhr nicht gut gelaufen wäre.

Insgesamt 86 (!) Aikon-Varianten stehen laut deutscher Website aktuell zur Auswahl – zu Preisen zwischen 795 Euro (Quarz) und 7.500 Euro (Manufakturwerk). Das nenne ich mal eine Bandbreite. Mit dabei: Chronographen, eine Damen-Kollektion, eine skelettierte Aikon mit Manufakturkaliber (Skeleton) und die Aikon Mercury – ebenfalls mit Manufakturkaiber und einer recht abgefahrenen, patentierten Komplikation namens Time Memory Modul.

Kurzum: Die Schweizer haben diese Modellreihe schnell, massiv und nach meinem Empfinden taktisch klug ausgebaut. Vor allem aber vielseitig und den Marktbedürfnissen angepasst.

Doch eine beliebte Uhrenvariante fehlte bisher in der Aikon-Reihe: Eine Taucheruhr.

Und nun ratet: Genau die schauen wir uns jetzt an :)

Maurice Lacroix Aikon Venturer – die (urbane) Taucheruhr

Maurice Lacroix Aikon Venturer_News

„Aha. Nun also ein Diver… clever“ – das war der erste Gedanke, den ich hatte, als ich Anfang 2019 die ersten Bilder der Aikon Venturer sah. Der zweite war „Oha, 43 mm. Ganz schön groß… zu groß vielleicht?“. Der dritte ging direkt in Richtung Preis: „Über oder unter 2.000 Euro?“.  Und das kann ich schon mal vorwegnehmen: Die Venturer liegt sowohl am Kautschuk- als auch mit Metallband unterhalb dieser Preismarke.

Und was ich noch bei den ersten offiziellen Bildern feststellte: Ich war neugierig auf die Uhr. Größe hin oder her. Und wenn eine Uhr neugierig macht, dann ist das schon mal ein gutes Zeichen, oder? Vielleicht lag es auch daran, dass ich die Aikon Automatic in 42 mm bereits letztes Jahr unter die Lupe genommen habe – und nicht ganz unbeeindruckt war.

Also, starten wir mal mit ein paar Bildern und Impressionen, bevor wir uns den Features und Daten der Venturer zuwenden:

Maurice Lacroix Aikon Venturer Taucheruhr Mood

Aikon Venturer Maurice Lacroix Fotos Impressionen

Aikon Venturer Maurice Lacroix Seitenansicht

Aikon Venturer Maurice Lacroix Seitenansicht mit Krone & Kronenschutz

Aikon Venturer Maurice Lacroix Seitenansicht (ohne Krone)

Stahlband geschlossen

Stahlband Doppelfaltschließe geöffnet

Rückseite / Gehäuseboden

Und zwei Lume-Shots (Dämmerung/Nacht):

Maurice Lacroix Taucheruhr Lumeshot "Dämmerung"

Lumeshot

Ihr seht, für mein kleines Foto-Shooting habe ich mich für die Variante mit Stahlband und blauem Zifferblatt entschieden – meinen persönlichen Favoriten. Wer nicht so sehr auf Stahl steht, bekommt die Uhr auch an einem Kautschukband (siehe weiter oben). Das verändert den Look der Venturer komplett und gibt ihr einen wesentlich sportlicheren Charakter. Wer wiederum der Meinung ist, dass so eine Uhr ein schwarzes Zifferblatt haben sollte, die Variante bietet Maurice Lacroix ebenfalls an. Auch hier mit Metall- und Kautschukarmband. Und wer sich nicht entscheiden bzw. regelmäßig wechseln möchte, der kann zu einem Set greifen, das beide Bänder enthält.

Diver vs. Dress Watch?

Interessant ist übrigens: Maurice Lacroix betont in seiner Kommunikation und Interviews immer wieder, dass es sich hierbei nicht (!) um eine Taucheruhr handelt. Obwohl sie einige Features vorweisen kann, die genau diesen Schluss zuließen.

Das hat mich ein wenig verwundert. Denn während so mancher Uhrenhersteller – mehr oder weniger glaubwürdig – versucht, seine wasserdichten Zeitmesser als „Tool Watch“ und „Taucheruhr“ zu positionieren, verzichtet Maurice Lacroix auf dieses sicherlich gut funktionierende Label.  Stattdessen möchte man die Venturer als urbane Uhr verstanden wissen.

Ein widerstandsfähiger und moderner Zeitmesser, der für das Leben von aktiven Menschen in Großstädten konzipiert ist.“.

Oder anders: Hochhäuser statt Tiefsee ;)

Und egal, ob dieser urbane Ansatz nun aus einer Marktanalyse stammt oder Maurice Lacroix einfach der Meinung ist, dass eine echte Taucheruhr anders auszusehen bzw. zu sein hat: Man kann hier ein gewisses Understatement feststellen. Denn eine (vermeintlich) urbane Uhr muss sicherlich keine 300 Meter wasserdicht sein. Die Venturer ist es dennoch. Liefert also mehr ab, als der Hersteller marketingseitig verspricht. Und das erlebt man ja nun wirklich selten in der Uhrenbranche ;)

Maurice Lacroix: Aikon Venturer vs. Aikon Automatic

Kommen wir nun zu ein paar harten Zahlen, Daten und Fakten. Und zwar im direkten Vergleich mit der Aikon Automatic (42 mm, Dreizeiger). Schließlich ist sie der Vorgänger bzw. die Venturer de facto das sportliche Update:

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Aikon Venturer Aikon Automatic
Gehäusedurchmesser: 43 mm 42 mm
Höhe: 11,6 mm 11 mm
Material: Edelstahl Edelstahl
Glas: Entspiegeltes Saphirglas Entspiegeltes Saphirglas
Wasserdicht: bis 300 Meter (30 bar) bis 200 Meter (20 bar)
Krone verschraubt: Ja Ja
Kronenschutz: Ja Nein
Einseitig drehbare Lünette mit Keramik: Ja Nein
Gehäuseboden: Edelstahl Saphirglas
Zifferblatt: Sonnenschliff „Clous de Paris“
Armband/Material: Edelstahl (wahlweise Kautschuk) Edelstahl (wahlweise Leder)
Band / Schnellwechsel-System (Easy Strap X-Change): Ja Ja
Schließe: Doppelfaltschließe aus Edelstahl (dekoriert) Doppelfaltschließe aus Edelstahl (dekoriert)
Uhrwerk: Automatisches Uhrwerk ML115 (Basis Sellita SW200), dekoriert/veredelt Automatisches Uhrwerk ML115 (Basis Sellita SW200), dekoriert/veredelt
Funktionen: Stunden, Minuten und Sekunden, Datum bei 3 Uhr, Frequenz: 28.800 Halbschwingungen/Stunde, 4 Hz, Gangreserve: 38 Stunden, Anzahl Lagersteine: 26 Stunden, Minuten und Sekunden, Datum bei 3 Uhr, Frequenz: 28.800 Halbschwingungen/Stunde, 4 Hz, Gangreserve: 38 Stunden, Anzahl Lagersteine: 26
Preis: 1.850 Euro (Kautschukband), 1.990 Euro (Edelstahlband) 1.590 Euro (Lederband), 1.690 Euro (Edelstahlband)

 

Diese Gegenüberstellung zeigt sehr schön die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Modelle. Die Venturer ist – typisch für eine Uhr im Diver-Stil – etwas größer im Durchmesser, besitzt eine Keramik-Lünette, einen massiven Kronenschutz, einen Metallboden und ist ganze 300 Meter wasserdicht (statt 200 Meter). Das Zifferblatt, die Indizes und die Zeiger sind eindeutig auf Ablesbarkeit getrimmt – sowohl im Hellen als auch im Dunkeln. Und: Die Venturer steht ebenso eindeutig für Robustheit und Widerstandsfähigkeit – wenn auch in einem etwas edleren und luxuriösen Taucheruhren-Gewand.

Hier stellt sich natürlich auch die Frage, was kostet diese neue Uhr – und wie sieht es mit dem Preis-Leistungsverhältnis aus?

Qualität & Preis:

Das Thema Qualität und was generell von der Schweizer Uhrenmarke Maurice Lacroix zu halten ist, habe ich bereits in einem früheren Artikel ausgeführt. Den lege ich Euch an dieser Stelle noch einmal an Herz, wenn Ihr es genau wissen wollt. Die Aikon Automatic und die Venturer haben hier wirklich viele Gemeinsamkeiten:

Maurice Lacroix Aikon Automatic, Pontos & Co.

Kurz zusammengefasst: Wegen der Qualität und Verarbeitung müsst Ihr Euch bei diesem Hersteller keine Gedanken machen. Die Uhren sind sehr gut verarbeitet. Das habe ich selbst festgestellt und könnt Ihr in diversen Foren nachlesen, wo sich Besitzer dieser Uhren äußern. Insbesondere die Stahlbänder der Aikon-Reihe – und damit auch der Venturer – lassen sich äußerst angenehm tragen. Das Schnellwechsel-System der Bänder (Easy Strap X-Change System) ist ein weiterer Pluspunkt. Allerdings bekommt Ihr an die Aikon-Modelle keine „normalen“ Bänder – nur die hierfür vorgesehenen bzw. mit dem hauseigenen Schnellwechsel-System.

Kommen wir zu den Preisen: Die Aikon Venturer startet bei 1.850 Euro am Kautschukband. Die Stahlvariante liegt bei 1.990 Euro. Das Set mit Stahl- und Kautschukband liegt bei 2.190 Euro. Und die (erste?) Limited Edition mit orangen Akzenten auf dem Zifferblatt liegt bei 2.290 Euro. Zugegeben, das ist alles nicht wenig Geld. Und die Venturer liegt preislich über der „normalen“ Aikon – was wahrscheinlich der Keramiklünette und der erhöhten Wasserdichtigkeit geschuldet ist. Wer aber auf der Suche nach luxuriösen, markanten und gut verarbeiteten Stahluhr im Diver-Stil ist und keinen fünf- bis sechsstelligen Betrag ausgeben möchte, der sollte sich die Aikon Venturer ruhig mal etwas genauer anschauen. Noch besser: Einfach mal umbinden :)

„Umbinden“ ist hier ein gutes Stichwort. Denn wir müssen natürlich noch auf die Größe dieser Uhr eingehen.

Fazit: Für wen ist diese Uhr geeignet? 

Aikon Venturer 43mm Maurice Lacroix

Es hilft ja nichts: Die Aikon Venturer ist eine große, massive Stahluhr im Diver-Style. Die Maße lauten: 43 mm im Durchmesser und „Lug to Lug“ sprechen wir von ca. 49 mm. Mit dem Ansatz des ersten Bandglieds sind es sogar 52-53 mm. Das bedeutet für Euch, dass Ihr ein eher breites Handgelenk für diese Uhr mitbringen solltet. Wer ein schmales Handgelenk hat… nun ja, der muss es schon mögen, wenn die Uhr ordentlich präsent ist :) Denn das wird definitiv der Fall sein.

Bei mir ist es so, dass ich da ziemlich schmerzfrei bin. Entsprechend habe ich die Uhr gern getragen, obwohl ich objektiv eher zu Durchmessern von 40/41 mm greifen sollte. Dabei fiel mir wieder einmal auf, wie gut sich das mehrgliedrige Armband offenbar an jedes Handgelenk anpasst – und damit auch für mich gut tragbar wurde. Doch wie gesagt, diese Uhr ist eher für breite Handgelenke gedacht.

Aber… 

Für diejenigen, die mit dieser Größe rein gar nichts anfangen können: Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Maurice Lacroix die Venturer noch in weiteren Größen auflegen wird. Vielleicht sogar zur Baselworld 2020. Das ist natürlich reine Spekulation. Es würde mich aber nicht wundern – und zum bisherigen Vorgehen bzw. Ausbau der Aikon-Reihe passen. Die Automatic hat es vorgemacht: Es gibt sie mittlerweile in 42 mm, 39 mm (Unisex) und 35 mm (Damen).

Also, wer nach einer edlen, massiven Stahluhr im Taucher-Stil, mit guter Verarbeitung und einem vernünftigem Preis-Leistungsverhältnis in der Kategorie bis 2.000 Euro sucht, sollte die Aikon Venturer von Maurice Lacroix auf jeden Fall in die engere Wahl nehmen. Sie kann in Sachen Qualität ohne weiteres mit teureren Uhren mithalten – und ist damit eine gute Alternative zu den kaum erreichbaren bzw. verfügbaren Uhren anderer Hersteller ;)

Soweit also meine Einschätzung zur Aikon Venturer von Maurice Lacroix.

Wer Lust auf Videos und eine weitere Einschätzungen hat, hier ein Hands-On des Youtube-Kanals federhaus mit der schwarzen Venturer (inkl. Bandwechsel und einem Vergleich mit „normalen“ Aikon Automatik):

Und ein erst vor kurzem erschienenes Review-Video von Teddy Baldassarre:

Theodossios Theodoridis

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