Bauhaus-Uhren: 7 Alternativen zu Junghans & Nomos

Junghans Uhr 100 Jahre Bauhaus max bill Automatic quer
(Lesezeit: 8 Min.)

Wirklich? Noch ein Artikel zum Thema Bauhaus-Uhren? – Viele Uhrenfreunde können das Gerede vom „minimalistischen Design“ einfach nicht mehr hören. Und das ist absolut nachvollziehbar. Das Thema haben sich einfach schon zu viele Uhrenhersteller und Microbrands zu eigen gemacht – und medial nahezu tot geritten. Und dann feiert das Bauhaus in 2019 auch noch sein 100-jähriges Jubiläum. Doch irgendwie kommt unter Uhren-Fans keine rechte Feierlaune und Begeisterung auf. Zumindest ist das mein Eindruck. Und das ist kein Wunder. Wenn Bauhaus in der Uhrenwelt bereits omnipräsent ist, wie will man das noch steigern?

Bauhaus-Uhr? – Junghans… Nomos… Junghans… Nomos – so lautet das Mantra

Und natürlich ergreifen die Bauhaus-Platzhirsche die Gelegenheit, zum Jubiläum die eine oder andere Jubiläums-Edition zu veröffentlichen:

Bauhaus-Uhr: Junghans max bill Automatic 100 J. Bauhaus 027_4901_02

 Junghans max bill Automatic 100 Jahre Bauhaus limitiert auf 1.000 Stück – Preis: 1.225 Euro 

Einschlägige Medien und Journalisten schreiben selbstverständlich liebend gern über diese Jubiläumseditionen – und über das Thema Bauhaus. Und immer mit dem Fokus auf das, was bewährt, am naheliegendsten, mainstreamigsten ist: Junghans feat. Max Bill und Nomos – als das „einzig Wahre“.

Bauhaus-Uhr: NOMOS Tangente rot liegend

Nomos Tangente – in einer neunteiligen Sonderedition zum Bauhaus Jubliäum aufgelegt, jede Version limitiert auf 100 Stück – Preis: 1.520 Euro

Das Ganze wird seit Jahren so oft wiederholt, dass der Normalbürger mittlerweile zu wissen glaubt, was in Sachen Bauhaus und Uhrenmarken zu achten (Nomos und Junghans) und was zu verachten ist (alles andere). Das nennt sich PR und „ein Thema besetzen“. Fachmagazine spielen hier gern mit – auch sie predigen mit großer Vorliebe die immer selben Marken: Junghans… Nomos… Junghans… Nomos…, so lautet das Mantra. Gelegentlich unterbrochen von einem Stowa. Immerhin. – Andere Marken? Kommen so gut wie nicht vor.

 

ZEIGR Uhrenarmband Leder 20mm Rolex Sea-Dweller 16600-Strap-Shop

 

Es gibt Alternativen. Wirklich.

Das ist mir persönlich zu einseitig. Ich kann verstehen, dass so mancher einen Hals bekommt, wenn die Mode-Uhrenmarke Daniel Wellington in diesem Zusammenhang erwähnt wird. Aber zwischen den beiden Extremen Daniel Wellington (günstige, millionenfach verkaufte Minimalismus-Modeuhr) und Nomos (minimalistische Luxusuhr mit einem Design, das nicht ganz so „original“ ist, wie so mancher denkt) gibt es dann doch noch etwas mehr zu entdecken.

Und da sind einige interessante Marken dabei, die zu Unrecht ignoriert werden. Sogar namhafte aus Deutschland. Und genau um die soll es in diesem Artikel gehen. Ein paar Alternativen und Tipps – jenseits des Junghans-Nomos-Junghans-Nomos-Mantras. 

Und man möge mich bitte nicht falsch verstehen. Ich schätze die Uhren von Junghans und Nomos. Die beiden Uhrenmarken haben in der Vergangenheit sehr viel richtig gemacht und ihre Bekanntheit und den Erfolg redlich verdient. Nicht ohne Grund kommt Junghans hier immer mal wieder als Empfehlung vor (Nomos mitunter auch). Was ich aber nicht so sehr schätze, ist, dass einige „Uhren-Experten“ und vermeintliche Kenner so tun, als gäbe es nichts anderes. 

Besonders im Fall des Nomos-Klassikers Tangente (siehe oben), sollte so mancher dieser Uhrenkenner den Ball lieber etwas „flacher halten“ und diese Uhren besser nicht als das „Original“ und „einzig Wahre“ betiteln.

Aus folgendem Grund – wie uns die Uhrenmarke Stowa auf ihrer Website anschaulich nachweist:

Bauhaus Design 1937 Lange + Stowa

Aha, das Design gab es bereits 1937 – und zwar bei Lange und Stowa.

Und Nomos? Nun, das Gründungsjahr dieser Uhrenmarke lautet: 1990. Dazu muss man nicht viel mehr sagen, oder?

Außer, dass Nomos wohl versucht hat, gegen Stowa vorzugehen, als man es wagte, dieses Design (aus der eigenen Firmenhistorie) in Form der Stowa Antea neu aufzulegen (Quelle). Verrückt. Aber so kenne ich die Uhrenwelt…

Der Bauhaus-Gedanke: Gutes Design für jedermann vs. elitär und teuer

Junghans_max bill Chronoscope 100 J. Bauhaus 027_9900_02_Beauty_Euro 7950,-

 100 Jahre Bauhaus – auf 100 Stück limitierte Junghans max bill Chronoscope in 18-kt. Weißgold.
Preis: 7.950 Euro

Und eine Sache ist viel wichtiger als diese Design-Kabbeleien zwischen den Uhrenmarken: Nämlich jener Grundgedanke des Bauhauses, den einige Hersteller, Medien und Journalisten gern mal vergessen – oder sogar ignorieren.

Bauhaus-Produkte waren ursprünglich nicht als Luxusobjekte gedacht, sondern als das exakte Gegenteil:

„Die sozialutopische Idee des Bauhauses fiel auf fruchtbaren Boden: zweckmäßige, materialgerechte Entwürfe für die preisgünstige Massenproduktion zu liefern, die vom Wohnraum bis zu den Gegenständen des Alltagslebens reichten, in einem ansprechenden Design und für jedermann erschwinglich.“
(Quelle: Das Phänomen Bauhaus, Dokumente – Magazin Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Tja, und mit dem „für jedermann erschwinglich“ haben es die oben genannten Uhren nicht so ganz… Bei Junghans geht es mit rund 900 Euro für eine Max Bill Dreizeiger-Uhr (Automatik) los – die Quarz-Variante liegt bei rund 500 Euro. Das ist schon Geld. Vor allem die Quarz-Variante erscheint mir in Sachen Preis bzw. erschwinglicher Einstieg in die Bauhaus-Uhrenwelt dann doch recht hoch angesetzt. Wohingegen die Max Bill Chronographen mit dem Uhrwerk Valjoux/ETA 7750 und einem Preis um die 1.700 Euro für mich wiederum in einem nachvollziehbaren Rahmen liegen (die oben gezeigte Weißgold-Variante mal ausgenommen). Aber da sind wir auch schon wieder in einer ganz anderen Preiskategorie…

Bei Nomos wiederum geht es in dieser Preiskategorie für eine Dreizeiger-Uhr erst los. Die Preise beginnen hier bei rund 1.500 Euro für eine Tangente und erreichen problemlos 3.000 bis 4.000 Euro bei den anderen minimalistischen Modellen. Die sind zwar sehr schön, aber als „für jedermann erschwinglich“ kann man sie nicht wirklich bezeichnen. – Und zugegeben, im Vergleich zu Nomos wirkt Junghans fast schon wieder „günstig“.

Aber da geht noch mehr bzw. weniger in Sachen in Preis. Wenden wir uns also den Uhren zu, die nicht nur beim Design dem Bauhaus-Gedanken folgen, sondern auch bei der Preisgestaltung.

Im Folgenden also ein paar minimalistische Uhren aus der „zweiten Reihe“, die unter 1.000 Euro, 500 Euro, 200 und sogar 100 Euro liegen  Es sollte also für jeden etwas dabei sein. Und Ihr müsst nicht einmal auf bekannte Namen oder deutsche Hersteller verzichten:

Tipp 1: Stowa Antea – Made in Germany

Stowa Antea 390 Schwarz

Wie oben bereits gesagt. Die Stowa Antea ist etwas „originaler“ als die Nomos Tangente :) Wer also ein paar hundert Euro sparen und den einen oder anderen Nomos-Träger mit dieser „Original vs. nicht-ganz-so-original“-Geschichte beeindrucken oder Paroli bieten möchte, der schaut sich die Antea und ihre verschiedenen Varianten an. Laut Website startet die „Klassik“-Version bei knapp unter 1.000 Euro:

Stowa Antea KS - Bauhaus Design

Bauhaus-Uhren: Stowa Antea Klassik versch. Varianten & Preise

Ihr seht, die Antea gibt es in verschiedenen Größen – entsprechend sind diese Uhren nicht nur für Herren, sondern auch für Damen geeignet.

Etwas günstiger wird es bei der Stowa Antea 1919 zur Feier von „100 Jahre Bauhaus“ – sie liegt bei rund 700 Euro und greift ein etwas anderes Design auf:

100 Jahre Bauhaus Jubiläum: Bauhausuhr Antea 1919 Weiss Basis Stowa

Und noch ein Tipp für alle, denen die Preis oben immer noch zu hoch sind: Natürlich findet Ihr Stowa-Uhren auch gebraucht oder als Vintage-Uhren auf ebay. Stöbert einfach mal ein wenig unter Stowa Antea (ebay-Partnerlink) und Stowa Vintage (ebay-Partnerlink). Mit ein wenig Geduld findet Ihr das garantiert das eine oder andere Schätzchen – und Schnäppchen :)

Tipp 2: Bauhaus-Uhren von Junkers / Iron Annie

Wer eine Alternative zu Junghans sucht, der könnte unter anderem bei der deutschen Uhrenmarke Junkers fündig werden:

Fotos: amazon-Partnerlinks

Junkers-Uhren starten bei rund 200 Euro und gehen bis 800 Euro – je nachdem, ob es sich um eine Quarz- oder mechanische Uhr handelt. Auf jeden Fall ist hier der Einstieg in die Bauhaus-Uhrenwelt mit 200 Euro schon mal angenehm niedrig angesetzt.

Interessant: Zwischen Junkers und dem bisherigen Vertriebspartner (PointTec) gab es wohl eine Art Abspaltung (mehr dazu). Seitdem gibt es eine weitere Marke namens Iron Annie (engl. Spitzname des Flugzeugmodells Junkers JU52 aka „Tante Ju“) – und so sehen die Uhren aus:

 

Fotos: amazon-Partnerlinks

Kann man machen. Der Preis dieser Uhren – beide mit der Aufschrift „100 Jahre Bauhaus“ – liegt bei rund 200 Euro (Blau, Quarz) und rund 500 Euro (Weiß, Automatik). Und natürlich findet Ihr auf amazon weitere Varianten (Partnerlink).

Tipp 3: Minimalistische Uhren von Braun

Und noch ein deutscher Hersteller, den ich hier bereit empfohlen habe. Denn: Wenn es um minimalistisches (Uhren-)Design geht, dann kommt man – nach meinem Verständnis – um Braun nicht herum. Dieses Unternehmen hat bereits Produktdesign-Ikonen geschaffen. Und so manches Apple-Produkt ist hiervon mehr als nur ein wenig inspiriert. Stichwort: Dieter Rams.

Doch zurück zu den Uhren: Die setzen weniger auf den klassischen Retro-Look der 60er Jahre (siehe oben), sondern auf einen eher modern wirkenden Minimalismus. Und den gibt es zu wirklich attraktiven Preisen – großteils unter 200 Euro (UVP). Was wiederum sehr „bauhausig“ ist – im ursprünglichen Sinne:

Braun Armbanduhr Metallband Schwarzes Zifferblatt

Braun minimalistisches Design weißes Zifferblatt kleine Sekunde

Braun minimalistisch Bauhaus-Design schwarzes Zifferblatt

Fotos: amazon-Partnerlinks

Auch interessant – diese Wanduhren von Braun:

 

Braun Wanduhr schwarz Bauhaus

Braun Wanhuhr weiß BauhausFotos: amazon-Partnerlink

Tipp: Stöbert mal ein wenig auf amazon nach diesen Uhren (Partnerlink). Ihr bekommt Sie aktuell zu wirklich guten Preisen. Vor allem die Armbanduhren (amazon-Partnerlink) liegen zum Teil deutlich unter 100 Euro, die Wanduhren (amazon-Partnerlink) sogar um/unter 50 Euro (Stand: August 2019).

Tipp 4: Noch weniger ist mehr? – Uhren von Botta

Bei Botta treibt man es auf die Spitze: Hier geht es so minimalistisch zu, dass man sogar den Minutenzeiger weglässt – zum Beispiel bei der Botta UNO:

Botta Design UNO

Laut eigenen Angaben ist Botta so etwas wie ein Pionier und Vorreiter, wenn es um die Einzeiger-Armbanduhr geht und war lange vor anderen Herstellern, wie zum Beispiel Meistersinger oder Slow Watches, auf dem Markt.

Nettes Fun Fact: Der Meistersinger-Gründer Manfred Brassler und Klaus Botta haben in den 90er Jahren sogar zusammengearbeitet. In aller Kürze: Botta machte das Design, Brassler den Vertrieb. Danach ging es irgendwie auseinander. Brassler gründete 2001 Meistersinger und produziert seitdem ebenfalls Einzeigeruhren.

Aber zurück zu Botta. Dort baut man zum Glück nicht nur Einzeiger-, sondern auch ganz „normale“ Uhren:

Botta Design Tres Plus

Botta TRES Automatik Perlschwarz

Botta Design Uhr Werk

Werk: ETA 2824-2, Preis: 890 Euro

Botta Design Tres Titan

Botta Design Tres Titan Perlweiß (Quarz, Preis: 448 Euro) 

Was das Design angeht, so schlägt Botta nach meinem Empfinden einen ähnlichen Weg wie Braun ein – und kann sicherlich auch als „modern“ bezeichnet werden. Preislich sind die oben gezeigten Uhren mit rund 450 und 900 Euro jedoch vergleichsweise hoch angesiedelt. Wie gesagt, ob eine Quarzuhr 400 bis 500 Euro kosten muss, möge bitte jeder für sich selbst entscheiden.

Und auch sehr interessant – die Botta Design Mondo (ca. 400 Euro), die ein wenig an den Topograph von Sternglas erinnert – oder andersherum:

Botta Design Einzeigeruhr Mondo Bauhaus inspiriert

Foto: amazon-Partnerlink

Tipp 5: Retro-Minimalismus aus den USA – Hamilton Intra-Matic

Uhren unter 1000 Euro - Hamilton Intra-matic

Die Hamilton Intra-Matic habe ich Euch bereits das eine oder andere Mal im Blog vorgestellt (hier und hier). Darum nur soviel: Eine herrlich reduzierte mechanische Uhr (Automatik) im Retro-Look, die in dieselbe Kerbe schlägt wie die Max Bill von Junghans. Beide Uhren stammen übrigens aus den 60er Jahren – entsprechen also dem damaligen bzw. selben Zeitgeist:

Hamilton gehört heute übrigens zur Swatch Group. Ursprünglich handelte es sich aber um ein US-Unternehmen mit dem Gründungsjahr 1893.

Und was die Hamilton Intra-Matic angeht – die liegt preislich und je nach Variante bei 800-900 Euro. Mit ein wenig Glück findet Ihr sie aber günstiger im Netz. Unter 700 Euro ist durchaus machbar. Auf amazon (Partnerlink) gibt es immer mal wieder gute Angebote – regelmäßiges Nachschauen kann sich hier wirklich lohnen.

Kommen wir nun zu den letzten beiden Tipps und Alternativen. Beide fallen in die Kategorie Newcomer, Microbrands & Kickstarter-Projekte. Also genau die Kategorie, über die sich viele Uhren-Fans und „Kenner“ gern aufregen.

Hier also etwas für deren Blutdruck – falls er etwas zu niedrig sein sollte ;)

Tipp 6: Taktgeber Watches – schöne Alternative zu Sternglas Zeitmesser

Taktgeber Watches - Bauhaus Uhr-1

Der eine oder andere von Euch wird es mitbekommen haben: Die deutsche Microbrand Sternglas* musste das erste Design, mit dem sie 2016 auf den Markt kam, wieder einstellen. Seitdem gibt es einige neue Designs, die allerdings eher in Richtung Nomos und anderer Marken gehen. Wer es also nicht geschafft hat, sich eines der ersten Modelle zu sichern, der bekommt bei der jungen deutschen Microbrand Taktgeber eine schöne Alternative.

Das sehr bauhausige Modell C29, gibt es mit schwarzem und grauem Zifferblatt – zum Preis von 199 Euro. Es handelt sich hierbei um Quarzuhren (Werk: Miyota GL30) mit Schnellwechselbändern und einem sehr schön gewölbtem Mineralglas („domed“). Letzteres ist in der Materialwahl natürlich nicht „top notch“, hat aber den Vorteil, dass diese Uhr einen schönen Retro-Look erhält. Dieser ging bei Sternglas leider ein wenig verloren, als man auf ein Saphirglas mit etwas anderer Form umstellte.

Wie auch immer: Wer eine Sternglas-Alternative bzw. günstige Uhr im Bauhaus-Design sucht, die in Richtung Junghans Max Bill oder Hamilton Intra-Matic geht (s.o.), der dürfte bei Taktgeber Watches richtig sein.
*Disclaimer: Von 2016 bis Ende 2018  habe ich mit Sternglas zusammengearbeitet und war beratend für das Unternehmen tätig. 

Taktgeber Watches - Bauhaus Uhr

Tipp 7: Skandinavisches Design und ein guter Zweck – Nordgreen

Wenn es um minimalistisches Design geht, dann dürfen die Skandinavier natürlich nicht fehlen. Überhaupt fällt mir auf, dass es bei den bisherigen Tipps, mal abgesehen von Hamilton, sich vorwiegend um deutsche Uhrenmarken handelt. Aber: Nicht nur in Deutschland gibt es gute Designer, die „Weniger ist mehr“ können – auch in Dänemark gibt es die.

Top-Designer für Kickstarter-Projekt

Um genauer zu sein, geht es um den Designer Jakob Wagner, der unter anderem Kopfhörer für Bang & Olufsen gestaltet hat und mit einem seiner Produktdesigns sogar im MoMa in New York dauerhaft vertreten ist. Das ist schon ein „kleiner“ Ritterschlag. Und eben dieser Jakob Wagner hat für die junge Marke Nordgreen (Sponsored Link) Uhren gestaltet. Wer nun glaubt, dass sich dies auch gleich in den Preisen niederschlagen muss, den irrt.  Denn preislich liegen Nordgreen-Uhren zwischen 160 und 190 Euro (Quarz) – und sind damit eindeutig erschwinglich.

Besonders ins Auge gefallen ist mir hier das Modell Philosopher. Denn: Genau so stelle ich mir cleanes, skandinavisches Design vor.

Nordgreen Philosopher Uhr - Minimalismus Bauhaus

Nordgreen Philosopher mit braunem Leder-Schnellwechselband – für rund 180 Euro

Nordgreen Philosopher Uhr - Minimalismus Bauhaus

Nordgreen Philosopher Uhr - Minimalismus Bauhaus

Nordgreen Philosopher mit Metall-Schnellwechselband – für rund 190 Euro. 

Und ein weiterer Grund, warum ich Nordgreen hier vorstelle (schließlich bekomme ich immer wieder Koop-Anfragen von minimalistischen Microbrands, die in dieselbe Kerbe schlagen) ist, dass Nordgreen einen Teil seiner Einnahmen an soziale Projekte spendet. Das Ganze nennt sich Giving Back Programm und habe ich in dieser Form noch bei keiner Newcomer-Uhrenmarke gesehen. In meinen Augen ein großer Pluspunkt – und ein schönes Unterscheidungsmerkmal zu manch anderer Microbrand.- Wer also auf der Suche nach einer erschwinglichen Uhr im skandinavischen Design ist und gleichzeitig etwas Gutes tun möchte, der dürfte bei Nordgreen richtig sein. Und wer mehr darüber erfahren möchte – hier geht es zur Website (Sponsored Link).

Soweit also meine Tipps und Alternativen, rund um das Thema Uhren im Bauhaus-Design bzw. minimalistische Uhren. Wie gesagt, ich hoffe, dass für jeden etwas dabei ist.

Wer nun Lust bekommen hat, weiterzustöbern, für den habe ich hier eine amazon-Liste (Partnerlink) zusammengestellt.

Also, viel Spaß beim Stöbern!

And keep it simple ;)


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Theodossios Theodoridis

5 Kommentare

  1. Super Artikel; gute Recherchen und mehr Informationen zum Thema als in diversen Uhrenzeitschriften.
    Aber mein „Nomos-Original“-Bild wurde leider zerstört ;)

    • Danke! :)

      Aber ich wollte da nichts zerstören. Meine Intention war eher „aufklärerischer“ Natur. Das mit Nomos, Stowa & Lange ist so eine Art offenes Geheimnis – aber irgendwie noch nicht bei jedem Konsumenten angekommen. Und es führt immer wieder zu ekligem Uhren-Snobismus (Beispiel)

      Das muss nicht sein. Und ich wollte diese Arroganz mal ein wenig dämpfen.

      Gute Uhren produziert Nomos dennoch. Stowa aber eben auch. Und wer so eine Uhr hat, der hat bestimmt keine falsche Wahl getroffen. Soll sich daran erfreuen. Ohne Arroganz. Auf beiden Seiten.

  2. „Tradition ist Bewahrung des Feuers und nicht Anbetung der Asche“
    Gustav Mahler brachte es auf den Punkt. Aktuell wird nach meiner Einschätzung viel zu oft die Asche angebetet, oder im anderen Fall das Vakuum an eigenen Konzepten durch Kopieren von Erfolgreichem gefüllt. „Tradition“ klingt einfach besser als „Immer wieder das Gleiche“ oder „Billiges Plagiat von …“
    Gerade wenn man als professioneller Produktdesigner arbeitet und tatsächlich in einer nachvollziehbaren Linie zum Bauhaus steht (Bauhaus – HfG Ulm – HfG Offenbach), wundert man sich schon, wie neue Uhrenhersteller, die bis vor kurzem noch dachten, das Bauhaus sei ein moderner Baumarkt, plötzlich eine Verbundenheit zu dieser Institution entwickeln.

    Viele Postulate des Bauhaus haben heute noch Bedeutung. Manche jetzt sogar noch mehr als vor hundert Jahren. Wie beispielsweise die „Reduktion auf das wirklich Wichtige“ – also das Weglassen von unnötigem Zierrat. Oder die Form, die sich aus der Funktion ableiteten sollte.

    Das sind Werte und Prinzipien, die wir täglich in unserer Firma praktizieren. Allerdings – und hier liegt ein wesentlicher Unterschied zum klassischen Bauhaus – mit einer deutlich höheren emotionalen und produktsprachlichen Komponente. Wir transferieren die klassischen, gewissermaßen zeitlosen Bauhauswerte in die aktuelle Zeit. Das ist viel mehr als die Kopie „Bauhaus-typischer Gestaltungselemente“.

    Modernes Design lässt sich heute nicht mehr auf einen einfachen Katalog an Gestaltungsvorschriften reduzieren. Zeitgemäßes Design, wie wir es verstehen und praktizieren, ist immer ein vernetztes und wohl abgewogenes Zusammenspiel aus ganz unterschiedlichen Maßnahmen.

    Der Anspruch an das Design ändert sich mit jedem Kunden, mit jedem Auftrag und auch im Laufe der Zeit. Mit Gestaltungsvorbildern oder Denkschablonen kommt man da nicht weit.

    Insofern ein sehr treffend geschriebener, kompetenter Artikel, dem ich weitgehend zustimme.
    Eine Frage sei mir allerdings noch erlaubt: Empfinden Sie 890€ für eine Automatikuhr – Made in Germany – tatsächlich als teuer?
    Es macht einen wesentlichen Unterschied, ob ein Produkt komplett von Grund auf neu entwickelt und in Deutschland unter Verwendung ausgesuchter Komponenten und Partner produziert wird, oder Konzepte kopiert, bestehende Komponenten verwendet und diese dann billig in Fernost zusammengebaut werden. So erklären sich schnell diese Preisunterschiede.
    Im Vergleich zu Fernost-Ware sind wir tatsächlich teuer, im Vergleich zu qualitativ vergleichbaren Marken eher preisgünstig, behaupte ich. Schließlich können und wollen wir nicht billig und damit kurzlebig sein. „Bauhaus-Tradition“ bedeutet auch, qualitativ hochwertige und langlebige Produkte zu schaffen.

    Viele Grüße aus Königstein
    Klaus Botta
    Inhaber BOTTAdesign

  3. Die Ähnlichkeiten des Topograph der Firma Sternglas zur Mondo von BOTTA aus dem Jahr 2012 sind tatsächlich nicht zu übersehen.
    Die Frage, wer da von wem „inspiriert“ wurde erklärt sich ganz schnell aus dem Gründungsdatum von Sternglas: 2016

    Klaus Botta

  4. Danke für Ihren Kommentar, Herr Botta. Wir haben ja dazu über eine halbe Stunden telefoniert :) Und in meinen Augen steckt da nach wie vor ziemlich viel Eigenwerbung/Eigen-Marketing in diesem Kommentar – im Mantel eines Diskurses. Ob das der Fall ist oder einfach nur die Sicht eines Herstellers ist, kann ja jeder Leser nun selbst entscheiden :)

    Zu Ihrer Frage: Ja, ich finde, dass eine Botta-Uhr für rund 900 Euro – gemäß des oben erwähnten Bauhaus-Gedankens – nicht für jedermann erschwinglich ist. Darum geht es ja in dem Artikel – diverse Uhrenmarken in Relation zu setzen. Und zwar aus der Sicht eines interessierten Käufers, der vielleicht keine 1.000 Euro zur Verfügung hat – sondern 500, 200 oder sogar nur 100 Euro.

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