Microbrands aus Deutschland: Circula Klassik Automatik in Weiß

Neue Uhr: Circula Automatik Klassik - Microbrand Made in Germany
(Lesezeit: 3 Min.)

Wenn ich in meine Uhrensammlung schaue, dann sehe ich: Schwarz. Zumindest, was die Farbe der Zifferblätter angeht. Geschätzt 90 Prozent meiner Uhren haben ein schwarzes Blatt – und sind Chronographen. Der Rest: Das eine oder andere blaue Zifferblatt wie bei meiner IWC Electronic oder ein silber-/champgagner-farbenes wie bei meiner Vintage-Rolex Precision (Ref. 6694). Aber so richtig hell geht es nicht zu. Obwohl ich weiße Zifferblätter immer wieder faszinierend finde – wie zum Beispiel das der Stowa Marine.

Grund genug also, mir ein paar weitere weiße Uhren anzuschauen. Dafür habe ich mir zwei deutsche Uhrenhersteller herausgesucht. Beide gehören in die Kategorie Microbrands, beide produzieren in Pforzheim und können „Made in Germany“ auf ihre Zifferblätter schreiben. Das klingt doch schon mal nach erschwinglicher Qualität, oder? Schauen wir uns die beiden Newcomer also an. Wir beginnen mit der Dreizeiger-Uhr von Circula – in einem späteren Artikel wird es dann um einen Retro-Chronographen von Vintro Watches gehen.

Circula Klassik Automatik Weiß

Circula Automatik Klassik schwarz/weiß

Circula habe ich Euch schon einmal hier vorgestellt – die Kurzfassung:

Gründer dieser jungen Uhrenmarke sind ein Enkel und Großvater mit Uhren-Background. (…) Circula kommt aus der Gold- und Uhrenstadt Pforzheim und hat sich Ende 2017 über Kickstarter finanziert.

Damals ging es um ein Quarz-Modell im 50er-Jahre-Design und herrlich gewölbtem Glas und blauem Zifferblatt. Preislich lag die erschwingliche Retro-Uhr knapp unter 200 Euro – aktuell bekommt Ihr sie als 2018er Auslaufmodell sogar ab 139 Euro. Auf dem Zifferblatt steht bei diesen Modellen allerdings (noch?) „Swiss Made“. Seit kurzem setzen Großvater und Enkel, Heinz und Cornelius Huber, aber auf mechanische Werke und „Made in Germany“.

 

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Die neuen Modellreihen heißen nun „Klassik“ und „Heritage“. Letztere verwendet sogar ein historisches Werk –  NOS oder „New old Stock“ nennt man dann so etwas. Mehr zur Heritage erfahrt Ihr übrigens bei dem Kollegen Thomas Gronenthal bzw. seinem Uhren-Blog Watchthusiast. Denn: Ich habe mich für die Klassik-Reihe entschieden. Unter anderem wegen des weißen Zifferblatts mit „Waffelmuster“ und des vergleichsweise günstigeren Preises von 390 Euro (Heritage ab 790 Euro).

Schauen wir uns diese Uhr also etwas genauer an – ein paar Impressionen:

Neue Uhr: Circula Automatik Klassik - Microbrand Made in Germany

Circula Automatik Miyota Werk

Microbrand: Circula weißes Zifferblatt

(Oben & unten: ZEIGR-Lederband, nicht im Lieferumfang des Herstellers enthalten. Siehe dazu ZEIGR-Shop – Werbung)  

Wristhot - Circula Automatikuhr

Minimalismus – plus etwas mehr

Ihr seht, das Zifferblatt ist strahlend weiß, klar und reduziert (aka minimalistisch) – einziger „Schmuck“ ist das Muster, das Circula als Hufnagel-Dekor angibt – auch bekannt als „Waffelmuster“ oder Clous de Paris. Ebenfalls auffällig: Die Krone und der schwarze Rotor mit dem „C“, der dem sichtbaren Werk noch einen besonderen „Kick“ gibt. Gefällt mir gut, zumal nicht jeder Hersteller diesen Mehraufwand (inkl. Kosten) betreibt.

Weitere Daten der Circula Klassik im Überblick:

Circula Klassik: Produktfotos vs. Realität

Doch was ist mir – abseits der Daten oben – noch an der Circula Klassik Automatik aufgefallen? Zunächst einmal, dass ihr die Bilder (Renderings) auf der Website nicht gerecht werden. Sie sieht live wesentlich besser aus. Das Gehäuse hat mir besonders gut gefallen – und man merkt der gesamten Uhr an, dass hier jemand am Werk war (wortwörtlich), der ein Gespür für Qualität und Retro-Uhren hat. Das „Made in Germany“ hat seine Berichtigung – und das nicht nur formal.

Einzige Befürchtung, die ich habe: Man sieht dieser Uhr aus der Ferne nur bedingt an, dass sie nicht „noch so eine minimalistische Uhr“ ist, sondern hier wirklich etwas mehr dahintersteckt. Dafür muss man aber genauer hinschauen . Zum Angeben ist diese Uhr also eher nicht geeignet ;) Und: Der Preis von 390 Euro könnte den einen oder anderen abschrecken. Schließlich ist ja „nur“ ein Miyota-Werk verbaut – wenn auch ein gut „getuntes“:

Circula Automatik Miyota Werk

Wer sich also an dem Preis bzw. an dem Werk stört, der hat zwei weitere Alternativen bei Circula. Die günstige: Zu einer der Quarzuhren zu greifen – ab 139 Euro ist man dabei. Aus meiner Sicht eine gute Wahl, – wenn man kein Problem mit Schweizer Quarzwerken hat. Oder man zeigt sich etwas anspruchsvoller und landet bei der Heritage-Linie (ab 790 Euro). Dort bekommt man ein limitiertes Circula-Modell mit historischem P.U.W.-Werk (Watch-Wiki). Und damit lässt sich schon etwas besser angeben ;)

Fazit:

So wird auch schnell klar, dass die Klassik, die ich mir hier ein wenig genauer angeschaut habe, so etwas wie das „mittelpreisige Modell“ in der aktuellen Circula-Kollektion sein soll. Nicht zu teuer – nicht zu günstig. Wohl aber mit einem gewissen Anspruch an Qualität.

Und welches Circula-Modell ist nun empfehlenswert? Nun, das hängt von Eurem Geldbeutel und Ansprüchen ab. Ich selbst würde tatsächlich zu einer der reduzierten Quarzuhren greifen, da kann man nicht viel falsch machen. Aber ich bin mir sicher, dass die für so manchen Leser so gar nicht in Frage kommen. Und genau für die sind Modellreihe Klassik und Heritage gedacht.

Bleibt nur noch die Frage: Würde ich nun zu der Circula mit dem weißen Zifferblatt greifen? Da bin ich  mir nicht sicher. Tatsächlich würde ich (mal wieder) eher zu einer der anderen Zifferblattfarben tendieren. Die machen schließlich ebenfalls was her.

Die Suche nach meinem persönlichen Favoriten in Weiß geht also weiter… :)

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Theodossios Theodoridis

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