Fliegeruhren – 4 Uhrenmodelle unter 2.500 Euro, die man auf dem Radar haben sollte

Fliegeruhren Junghans Laco Hanhart Addiesdive Pilot
(Lesezeit: 11 Min.)

Fliegeruhren – es gibt sie in zig Ausführungen und Preiskategorien. Manche sind Chronographen, andere haben eine GMT-Funktion (zweite Zeitzone) und manche sind schlichte Dreizeigeruhren. Viele von ihnen haben ihren Ursprung im militärischen Bereich, andere wiederum in der zivilen Luftfahrt. Erstere dürften die interessanteren sein. Schließlich steht alles, was militärisch erprobt ist, für äußerst robust, zuverlässig und (mehr) als alltagstauglich.

Die bekanntesten Uhrenmarken und Modelle – zumindest im Mainstream – dürften hier die Rolex GMT Master II, die Breitling Navitimer und das eine oder andere IWC-Modell sein. Allerdings gehören diese Modelle in die Kategorie Luxusuhren. Sie kosten mindestens 5.000 Euro und einige ihrer Varianten stoßen locker in den fünfstelligen Bereich vor.

Am Handgelenk eines Kampfpiloten werdet Ihr diese Uhren sehr wahrscheinlich nicht sehen – von irgendwelchen Marketing-Aktionen und Sponsorings mal abgesehen. Vor allem nicht die Ausführungen in fancy Zifferblattfarben wie „Pistachio“ (Pistaziengrün) und Gehäusen aus Rosé- oder Weißgold. Die sind im Cockpit eines Kampfjets dann doch… eher fehl am Platz, oder?

Zu diesem Thema habe ich bereits in einem Artikel über (echte) Militäruhren das eine oder andere geschrieben. Und für so manche Fliegeruhr gilt leider dasselbe: Hier ist mitunter viel Firlefanz Marketing und oft (wenig glaubwürdiges) Storytelling am Start. Diese Geschichten und Uhren kann man den einzelnen Herstellern nun zu einem hohen Preis abkaufen – oder auch nicht. Das sei jedem selbst überlassen. Ebenso, ob dies wirklich die besten Fliegeruhren sind – oder doch andere :)

  Uhrenwerkzeug Lese-Tipp  

Kurzum: Um diese sogenannten hochwertigen Fliegeruhren, werden wir uns in diesem Artikel nicht kümmern. Vielmehr möchte ich Euch Uhren bzw. Uhrenmarken vorstellen, die man sich tatsächlich noch leisten kann. Und auch sonst halbwegs auf dem Boden geblieben sind. Die eine oder andere hat ihre Wurzeln sogar im Militär.

Wir werden uns im drei bis niedrigen vierstelligen Preisbereich bewegen. Die günstigste Uhr liegt bei rund 120 Euro, die teuerste bei rund 2.400 Euro. Und im Vergleich zu den oben erwähnten „Hochglanz-Modellen“ kann man selbst bei der teuersten hier vorgestellten Uhr noch von einem moderaten Preis sprechen.

Los geht`s!

ZEIGR-Tipps: Fliegeruhren – 3 Uhrenmarken, die einen Blick wert sind

Den Anfang machen zwei Chronographen, die sich im Einsatz bei der Luftwaffe in den 50er und 60er Jahren bewährt haben. Sie sind Neuauflagen echter Bundeswehr-Uhren. Und eine von ihnen hat es sogar bis nach Hollywood geschafft.

Tipp 1: Hanhart 417 ES: Fliegeruhren Klassiker der 50er Jahre – mit Hollywood-Flair

Hanhart 417 ES Chronograph 42 mm

Hanhart 417 ES in 42 mm (erhältlich im ZEIGR-Shop – Werbung)

Es gibt gleich zwei Gründe, warum die Hanhart 417 ES von historischer Bedeutung ist. Zum einen war sie die erste Fliegeruhr der neu gegründeten Bundeswehr/Luftwaffe in den 1950er Jahren. Zum anderen hatte sie einen sehr berühmten Träger. Keinen Geringeren als Steve McQueen – aka the King of Cool:

 

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Man könnte hier auch sagen: Was Paul Newman für die Daytona ist, das ist die Stil-Ikone Steve McQueen für die Hanhart 417 ES. Nur mit dem Unterschied, dass dies außerhalb der Uhren-Community wenig bekannt ist. Trotz dieses Artikels, den ich 2021 für die GQ geschrieben habe :)

Und irgendwie gefällt mir das auch ein wenig. Während mittlerweile gefühlt jeder 20-jährige Uhren-Neuling – dank Instagram, Youtube und diverser Influencer – weiß, was eine Rolex Daytona „Paul Newman“ ist, kostet und darüber ausführlich zu referieren vermag, sieht es bei dieser Uhr anders aus. Die Hanhart 417 ES ist nach wie vor eine Art Geheimtipp. Auf jeden Fall noch weit entfernt davon, Mainstream zu sein.

Und wer eh auf Retro-Uhren mit (echtem) historischen Background steht, der sollte diesen Chrono samt markantem BUND-Lederarmband mal umbinden. Hat einfach was. Es kommen gleich ein paar ganz andere Vibes auf. Sehr 50er und 60er.

Man fühlt sich in eine andere Zeit versetzt – zumindest geht es mir so, wenn ich sie trage:

Hanhart 417 ES 42 mm Wristhot

Was man zu diesem Chrono wissen muss: Die Neuauflage der 417 ES gibt es in zwei Größen (39 und 42 mm) und verschiedenen Varianten (Panda & Reverse Panda) – mit und ohne Flyback-Funktion (s. Uhren-Wiki):

Das Original der Bundeswehr und an McQueens Arm hatte übrigens 39 mm – so sah sie aus:

Hanhart 417ES historisches Original

Ihr seht: Die Neuauflage ist keine 1:1-Kopie. Es gibt Unterschiede beim Gehäuse und Zifferblatt. Finde ich aber alles stimmig und legitim. Noch nah genug am Original, etwas zeitgemäßer umgesetzt.

Welchen Durchmesser? 39 mm vs. 42 mm

Wer hier möglichst nah am Original bleiben will, der wählt die Variante in 39 mm. Sie läuft unter der Bezeichnung Hanhart 417 ES 1954. Das „ES“ steht hierbei für Edelstahl. Die „1954“ für das Jahr, in dem dieser Chrono in Produktion bzw. an die Bundeswehr ging.

Was die 42-mm-Variante angeht, so trägt sie sich selbst an nicht ganz so breiten Handgelenken erstaunlich gut. Trotz (oder gerade wegen?) des Bund-Lederarmbands bzw. Unterlagenbands. Dessen Unterseite ist übrigens schön weich und sorgt für einen wirklich guten Tragekomfort. Wer die Unterlage nicht braucht oder mag, der entfernt sie einfach und trägt die 417 ES ganz „normal“.

Zurück zur Größe: Hier entscheidet letztendlich die persönliche Vorliebe – und die eigenen Erfahrungswerte. Nur grob zur Einschätzung: Wer einen Handgelenksumfang von 17 cm und mehr hat, der dürfte die 42 mm gut tragen können. Und wer es möglichst authentisch haben möchte, der greift zur 39-mm-Variante.

Was man wissen sollte – Handaufzug, Saphirglas & Preis

Hanhart 417 ES_Mood_5-2

Zudem solltet Ihr wissen, dass alle aktuellen Modelle ein Schweizer Werk mit Handaufzug haben (Sellita). Das ist für mich normalerweise ein Ausschlusskriterium, da es alles andere als zeitgemäß und praktisch ist. Es ist – rein technisch betrachtet – sogar ziemlich rückständig. Es sei denn… es handelt sich dabei um eine Neuauflage einer historischen Uhr wie dieser, bei der schon das Original einen Handaufzug hatte. Dann ist es natürlich historisch korrekt umgesetzt – und selbst nach meinem Verständnis legitim.

Und so „darf“ bzw. sollte auch eine Omega Speedmaster Moonwatch nach meinem Empfinden einen Handaufzug haben. Dazu gern noch mit einem Plexiglas ausgestattet. Einfach weil dies dem historischen Original der Mondlandung entspricht. Dasselbe gilt dann natürlich für die 417 ES. Zwar wäre mir ein Automatikwerk aus praktischen Gründen immer lieber – näher am Original ist aber bei solchen Uhren tatsächlich der Handaufzug.

Allerdings wollte man es bei Hanhart auch hier nicht mit der Originaltreue übertreiben und hat der neuen 417 ES zumindest ein kratzresistentes, alltagstaugliches Saphirglas gegönnt. Dieses Abweichen vom Original lässt sich noch verkraften :)

Und da ich selbst bekennender Fan und Träger dieser Uhr bin, habe ich sie, nicht zuletzt wegen ihres historischen Backgrounds, in das Sortiment des ZEIGR-Shops (Werbung) aufgenommen.

Dort bekommt Ihr die Hanhart 417 ES ab 1.940 Euro (Werbung). Die Flyback-Varianten (Panda & Reverse Panda) mit Schaltrad-Chronographenwerk liegen etwas höher im Preis – bei 2.390 Euro (Werbung).

Die wichtigsten Daten im Überblick:

Durchmesser: 39 mm oder 42 mm
Werk: Sellita SW 510 M bzw. Sellita AMT5100 M (Flyback) – beide Handaufzug
Glas: Saphirglas
Preis: 1.940 Euro Euro bzw. 2.390 Euro (Flyback) – im ZEIGR-Shop (Werbung)
Besonderheit:  Neuauflage des ersten Bundeswehr-Chronographen

Wir bleiben bei der Bundeswehr und Luftwaffe.

Fliegeruhren-Tipp 2: Junghans Meister Pilot Chronosope

Junghans Meister Pilot 027_3591_00

Auch hierbei handelt es sich um eine, wie ich finde, gelungene Neuauflage. Seit 2016 hat Junghans diesen Chronographen und in dieser Form im Sortiment. Die Modellreihe erhält seitdem regelmäßige Updates und neue (Farb-)Varianten:

Junghans Meister Pilot Chronoscope - Baselworld 2017

Das Original, den Junghans J88 Bundeswehr Chronographen, konnte ich mir auf der Inhorgenta 2023 aus der Nähe anschauen.

So sieht das gute Sammlerstück live aus:

Junghans Bunduhr Fliegeruhr

Oben: Gesuchtes Fliegeruhren Original Junghans „J88“ Bundeswehr Chronograph –
mit Preisen bis zu 6.000 Euro (siehe ebay – Partnerlink/Werbung*)

Junghans J88 Vintage vs. neu

Im Vergleich:Vintage (links, siehe ebay – Partnerlink/Werbung*) vs. Neuauflage (rechts, siehe amazon  (Partnerlink/Werbung*))

Ihr seht: Junghans hat hier einige Design-Elemente übernommen und – ähnlich wie Hanhart – etwas zeitgemäßer bzw. moderner umgesetzt. Der auffälligste Unterschied liegt jedoch im Durchmesser. Während das Original 38 mm misst,  kommt die Neuauflage mit beachtlichen 43,3 mm an den Arm.

Und das ist nicht gerade wenig. Davon konnte ich mich ebenfalls auf der Inhorgenta anhand der neuesten Varianten überzeugen:

Junghans Meister Pilot Chronoscope Desert

Oder anders gesagt: Für diese Uhr sollte Ihr dann doch ein etwas breiteres Handgelenk mitbringen :)

Die oben bereits vorgestellte Hanhart misst zwar nur rund einen Millimeter weniger im Durchmesser (42 mm), trägt sich aber gefühlt um einiges kleiner. Selbst am Bundband. Und ich frage mich, ob eine kleinere Variante der Meister Pilot – zum Beispiel in 39 mm oder etwas mehr – hier nicht ebenfalls eine gute Idee sein könnte. Würde mir persönlich gut gefallen :)

Junghans Meister Pilot Seitenansicht

Was die Ausstattung angeht, so setzt Junghans auf ein Automatikwerk und Saphirglas. Nach dem Motto: Wenn schon Neuauflage, dann richtig. In Sachen Technik möchte man sich hier also nicht an der Ur-Version orientieren. Was auch legitim ist.

Erst recht bei den Varianten, die sich zunehmend vom Original entfernen:

JUNGHANS Meister Pilot Chronoscope Fliegeruhr für Herren Sand 027/3398.00 JUNGHANS Meister Pilot Herrenuhr Automatik Navy Blau 027/4397.00

Fotos: amazon – Partnerlink/Werbung*

Kommen wir zum Preis. Der Junghans Meister Pilot Chronograph kostet 2.390 Euro (UVP). Das ist in meinen Augen für die Neuauflage eines solchen Klassikers durchaus in Ordnung. Erst recht, wenn man bedenkt, dass wir hier von Made in Germany und einem automatischen Chronographenwerk aus der Schweiz sprechen.

Die wichtigsten Daten im Überblick:

Durchmesser: 43,3 mm
Werk: Kaliber J880.4, Automatik
(Basis: ETA 2824 oder Sellita SW200 mit Chronographen-Modul von Dubois Dépraz)
Glas: Saphirglas
Preis: 2.390 Euro (UVP)
Besonderheit:  Neuauflage des zweiten Bundeswehr-Chonographen

Mit ein wenig Suchen solltet Ihr diese Uhren auch auf ebay (Partnerlink/Werbung*) oder auf amazon  (Partnerlink/Werbung*) etwas günstiger finden können:

Junghans Meister Pilot Herrenuhr 027/3590.00

Foto: amazon – Partnerlink/Werbung*

Wem es nun das Original bzw. die Vintage-Variante angetan hat, der wird ebenfalls auf ebay (Partnerlink/Werbung*) fündig – muss sich aber auf Preise von bis zu 6.000 Euro gefasst machen… (Und bitte: Vorher ausführlich recherchieren und ggf. mit Echtheitsprüfung o.ä. kaufen). 

Wir bleiben in Deutschland und bei den historischen Originalen. Allerdings verlassen wir die Chronographen und kommen nun zu einer weiteren Kategorie – den sogenannten B-Uhren.

Tipp 3: Laco B-Uhren – Beobachtungsuhren vom Original-Hersteller | Baumuster A & B

Laco Karlsruhe Pro B-Uhr Baumuster B Fliegeruhr 40 mm

Außerhalb der Uhren-Community dürfte dieser 1925 (!) gegründete Hersteller nur den Wenigsten bekannt sein. Dabei bringt Laco nicht nur reichlich Historie mit, sondern auch Uhren, die sich in einem angenehm erschwinglichen Preisrahmen bewegen. Mit ein Grund, warum sie hier auf ZEIGR immer wieder vorkommen (u.a. in Ben & Theos – Uhren-Tipps). Insbesondere die sogenannten Beobachtungsuhren.

Preislich liegen diese mechanischen Modelle von Laco – je nach verbautem Werk,  zwischen 340 Euro und rund 1.500 Euro. Das ist für Uhren dieser Art, dazu noch „Made in Germany“, vergleichsweise moderat.

Und wenn es um das Thema (echte) Beobachtungsuhren geht, dann kommt man an einigen Uhrenmarken einfach nicht vorbei. Laco ist eine davon.

Laco B-Uhr Fliegeruhr Pro Beobachtungsuhren

Dazu habe ich bereits an anderer Stelle etwas geschrieben – ich zitiere mich mal selbst:

Während des Zweiten Weltkrieges bauten diverse Hersteller für die deutsche Luftwaffe Beobachtungsuhren, die vor allem der Navigation dienten und sehr genauen Vorgaben folgen mussten. Und während Piloten Chronographen trugen, waren solche Beobachtungsuhren vorrangig für Navigatoren gedacht.

Zu den Herstellern dieser B-Uhren, so die Kurzform, gehörten Lange & Söhne, Laco, Stowa, Wempe und IWC (s. Wikipedia).

Ihr seht, da ist der eine oder andere renommierte Name dabei, der heute in ganz anderen Preisligen spielt. Aber wie gesagt, um die Luxus-Labels wollen wir uns hier nicht weiter kümmern. Wir bleiben bodenständig ;)

Kommen wir zu ein paar Impressionen der B-Uhren von Laco. Wir beginnen mit der Zifferblatt-Variante nach dem sogenannten Baumuster A (mehr dazu s. Wikipedia):  

Laco Stuttgart Pro B-Uhr Baumuster A Fliegeruhr

Laco Stuttgart Pro B-Uhr Baumuster A Fliegeruhr

Und die etwas „instrumentellere“ Zifferblatt-Variante nach Baumuster B:

Laco Karlsruhe Pro B-Uhr Baumuster B Fliegeruhr

Können sich sehen lassen, oder?

Und mal abgesehen davon, dass Ihr hier die Neuauflagen historischer Uhren zu nachvollziehbaren Preisen bekommt, Ihr könnt sie Euch in der „Pro-Reihe“ sogar selber online konfigurieren (Sponsored Link). Das Ganze beginnt bei 850 Euro und Ihr bleibt preislich – egal, welche Extras Ihr Euch aussucht – deutlich unter 2.000. Bei einem Selbstversuch bin ich auf maximal 1.500 Euro gekommen. Das ist immer noch moderat. Und der Uhren-Konfigurator ist eine sehr interessante Sache – vor allem für Uhren-Nerds und besonders anspruchsvolle Uhrenkäufer ;)

Laut Laco gibt ergeben sich rein rechnerisch mit den angebotenen Optionen mehr als 14.000 Varianten – inklusive der diversen Band-Kombinationen.

Was Ihr unter anderem wählen könnt: Vom Durchmesser (37, 40 oder 43 mm) über das verbaute Werk (Handaufzug oder Automatik, Sellita/Swiss Made, dekoriert/undekoriert) bis hin zu der Option, ob Ihr die Krone auf der rechten oder der linken Seite des Gehäuses haben möchtet (gegen Druckstellen auf dem Handrücken).

Das Gehäuse wiederum bekommt Ihr gebürstet oder dunkel sandgestrahlt – mit oder ohne Glasboden:

Laco Stuttgart Pro B-Uhr Baumuster A Fliegeruhr

Außerdem: Mit Logo auf dem Zifferblatt – oder ohne (dies war z.B. bei den Original-Uhren für die Luftwaffe eine Vorgabe). Das Saphirglas könnt Ihr einfach oder doppelt entspiegelt haben. Und wenn Ihr Euch für eine Datumsanzeige entscheidet, dann könnt Ihr zwischen weißem und schwarzem Datumsrad wählen… und so weiter :)

Was nun für den „normalen“ Uhrenkäufer leicht überfordernd klingen mag, ist für jeden (anspruchsvollen) Uhren-Fan eine ziemlich schöne Sache. Denn Laco hat hier einiges berücksichtigt, was bei eben dieser Zielgruppe zu Aussagen führt wie  „Schöne Uhr, aber ich hätte doch lieber… dieses und jenes…“. Mit dem Konfigurator hat sich genau das erledigt. Wer mag, der kann sich in der Pro-Reihe seine B-Uhr nach persönlichen Vorlieben zusammenstellen. Und wer es nicht braucht, der findet in den Reihen „Basis“ und „Original“ (Sponsored Links) die Modelle, die Laco selbst für die Neuauflage dieser B-Uhren ausgewählt hat.

Und wer sich nun fragt, wie die unterschiedlichen Durchmesser und Varianten am Handgelenk aussehen – hier ein paar Wristshots:

Laco Stuttgart Pro B-Uhr Baumuster A Fliegeruhr - 43 mm

Oben: Laco Stuttgart Pro – Baumuster A, Durchmesser: 43 mm

Laco Karlsruhe Pro B-Uhr Baumuster B Fliegeruhr

Oben: Laco Karlsruhe Pro – Baumuster B, Durchmesser: 40 mm

Laco Stuttgart Pro B-Uhr Baumuster A Fliegeruhr 37 mm

Oben: Laco Stuttgart Pro, Baumuster A, Durchmesser: 37 mm

Welcher Durchmesser am besten an das eigene Handgelenk passt, muss natürlich jeder selbst wissen. Wenn ich mich aber für einen Durchmesser entscheiden müsste, dann wären es die 40 mm. Für die 43 mm muss man schon das entsprechende Handgelenk mitbringen.

Was die 37 mm angeht, so war ich etwas überrascht. Kamen sie mir anfangs viel zu filigran vor – zumal die Uhr mit 10,95 mm auch noch recht flach ist – hatte ich mich nach ein paar Minuten tragen doch gut und schnell daran gewöhnt. Wer es also wirklich dezent und den Durchmesser eher klein mag bzw. ohnehin in die Richtung von 38 und 39 mm tendiert, dürfte hier richtig sein.

Wer noch etwas mehr „Beratung“ benötigt: Laco bietet mit seinem Uhrengrößenberater einen sehr schönen Service (Sponsored Link). Ihr könnt Euch dort ein PDF herunterladen. Das wiederum ausdrucken, das Papiermodell mit dem gewählten Durchmesser ausschneiden, anlegen und dann entscheiden :)

Und was man noch wissen sollte: Alle Modelle tragen auf der Seite des Gehäuses die Kennnummer Fl 23883 – eine Reminiszenz an die Original-Uhren der Luftwaffe:

Laco Stuttgart Pro B-Uhr Baumuster A Fliegeruhr

Eigentlich sind solche Gravuren auf der Gehäuseseite nicht so meins. In diesem Fall ist es aber historisch bedingt – vor allem historisch korrekt. Und zum Glück recht dezent. Passt also.

Die wichtigsten Daten im Überblick:

Durchmesser: 37, 40 oder 43 mm
Werk: Je nach Konfiguration: Laco 200/210/215, Basiswerk: Sellita SW 200/210-1/215-1
Glas: Saphirglas
Preis: ab 850 Euro im Laco Online-Konfigurator (Sponsored Link)
Besonderheit:  Neuauflage von Beobachtungsuhren eines Original-Herstellers

Soweit also den B-Uhren von Laco.

Und wem diese Modelle zu retro sind, der findet am Ende des Artikels einen Lese-Tipp zu einer modernen Pilotenuhr aus demselben Hause. Auf jeden Fall einen Blick wert.

Wir verlassen Deutschland und kommen nun zu einer Uhr, die deutlich unter 200 Euro liegt. Als sogenannte Hommage bringt sie einige Merkmale militärischer und historischer Fliegeruhren mit.

Tipp 4: Addiesdive Flieger Automatik – Fliegeruhr unter 200 Euro

Addiesdive Fliegeruhr Lederband Merino Schwarz

Bei dieser Uhr müssen wir nicht lange um den heißen Brei reden: Es ist eine „Hommage“ an die sogenannten B-Uhren (Beobachtungsuhren). Sie geht in Richtung der IWC-Mark-Reihe. So mancher würde hierzu auch Kopie sagen.

In einem früheren Artikel habe ich Euch die Addiesdive Flieger bereits ausführlich vorgestellt – inklusive dem historischen Background, den sie aufgreift. Wer hier tiefer einsteigen möchte, lege ich also diesen Artikel ans Herz.

Für die ganz Eiligen unter Euch – hier das Fazit:

Diese Addiesdive fällt für mich eindeutig in die Kategorie „No-Brainer“ und empfehlenswert.

Zumindest dann, wenn Ihr eine günstige Retro-Fliegeruhr mit kleinem Durchmesser (39 mm) im Stil einer Beobachtungsuhr nach Baumuster A bzw. eine (sehr) erschwingliche Alternative zur IWC Mark-Reihe sucht. Dabei sollte Euch nicht wundern bzw. stören, dass diese Uhr aus China stammt bzw. eine japanisches Werk (Seiko) im Inneren vorzufinden ist. Wer Swiss Made sucht, der möge bitte woanders schauen :)

Die Verarbeitungsqualität ist gut. Mir ist am Gehäuse nichts Negatives aufgefallen – im Gegenteil. Einzig das Lederband konnte mich nicht überzeugen. Aber das lässt sich ja problemlos tauschen.

Das Automatik-Werk von Seiko ist bewährt, solide und scheint nicht nur bei meiner Uhr, sondern auch bei anderen Käufern, gut reguliert zu sein. Die Gangwerte scheinen – für dieses Kaliber – überdurchschnittlich gut zu sein.

Kurzum: Ihr bekommt hier reichlich Uhr für Euer Geld. Und bei einem Preis um die 120 Euro kann man nicht wirklich viel falsch machen. Zudem eignet sie sich hervorragend als Reise-/Urlaubsuhr – man kann mit ihr locker schwimmen gehen und für Langfinger dürfte sie recht uninteressant sein. Und selbst ein Verlust – aus welchem Grund auch immer – wäre verkraftbar.

Und hier noch ein paar Impressionen zu dieser Uhr, die man sehr schön mit diversen Bändern kombinieren kann – vom Bund- bis Nato-Strap:

Addiesdive Fliegeruhr Natoband Leder Braun

Addiesdive Fliegeruhr Bund-Strap
Addiesdive Fliegeruhr Natoband Schwarz

Addiesdive Fliegeruhr Lume Shot Addiesdive Fliegeruhr MY-H2 Addiesdive Fliegeruhr MY-H2 - Seitenansicht Krone Addiesdive Fliegeruhr - Krone ohne Logo Addiesdive Fliegeruhr Rückseite Gehäuseboden Seitenansicht

Ein paar Wochen nachdem der Artikel online gegangen ist, habe ich die Addiesdive in das Sortiment des ZEIGR-Shops (Werbung) aufgenommen. Aus Überzeugung. – Und falls sie dort nicht verfügbar sein sollte – Ihr bekommt die Addiesdive Flieger auch bei amazon (Partnerlink/Werbung*).

Sogar in verschiedenen Farben, am Metallband – mit und ohne Logo:

ADDIESDIVE herrenuhr markenuhr Flieger NH35A Automatische Uhr H2

ADDIESDIVE herrenuhr markenuhr Flieger NH35A Automatische Uhr H2 Blau

ADDIESDIVE Automatische Pilotenuhr für Herren, Stahl, wasserdicht, 200 m, Luminescent NH35 A Saphir, Verde, Armband

Fotos: amazon – Partnerlinks/Werbung*

Und wer lieber das Original haben möchte, kann diesen Tipp natürlich auch als Anlass nehmen, sich die IWC-Mark-Reihe etwas genauer anzuschauen. Muss dann aber rund das 40-fache (!) dafür hinlegen.

Die Uhren liegen neu bei circa 5.000 Euro – auf ebay (Partnerlink/Werbung*) mitunter etwas günstiger. Aber immer noch im vierstelligen Bereich. Vor allem die Vintage-Modelle. (Und auch hier: Bitte vorher ausführlich recherchieren und ggf. mit Echtheitsprüfung o.ä. kaufen). 

Zurück zur günstigen Addiesdive Flieger – hier die wichtigsten Daten im Überblick:

Durchmesser: 39 mm
Werk: Seiko NH35 (Automatik)
Glas: Saphirglas
Preis: ca. 120 Euro
Besonderheit:  Hommage an B-Uhren/Beobachtungsuhren

Soweit also fürs Erste in Sachen Fliegeruhren-Marken, die aus meiner Sicht (mehr) als einen Blick wert sind.

Und Ihr seht, es müssen nicht immer hochpreisige Schweizer Fliegeruhren sein. Es geht durchaus mit etwas mehr Bodenhaftung. Oder anders: Sogenannte hochwertige Fliegeruhren gibt es auch „Made in Germany“ und mit reichlich Historie – wie Junghans und Hanhart zeigen. Und wer kein vierstelliges Budget hat, der greift eben zur Addiesdive Flieger mit solidem Seiko-Werk.

Lese-Tipps:

Good buy oder Goodbye!? – Addiesdive Flieger im Test (IWC Mark Hommage)

Neue Fliegeruhr: Junghans Meister Pilot Chronoscope (Fotos & Preis) 

Laco Frankfurt GMT – Neue Fliegeruhr Made in Germany

 

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