Hommage, Kopie, Fälschung – kaufen oder nicht? 

Kemmner Military
(Lesezeit: 2 Min.)

Ein Thema – zwei Blogs. Im Austausch mit anderen macht es einfach mehr Spaß. Erst recht, wenn es in Form von These und Antithese erfolgt. Darum freue ich mich sehr darüber, dass dieser Blogeintrag nicht alleine steht, sondern ein gleichzeitig veröffentlichtes Pendant bei dem Uhren-Blog herrstrohmsuhrsachen.com von Bernhard Strohm hat. Es geht um das Thema „Hommage-Uhren“.

Er ist contra – ich bin pro. Los geht´s.

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Hommage, Kopie, Fälschung – kaufen oder nicht? 

Ein ewiger Streitpunkt unter Uhrenliebhabern: Darf man eine Uhr kaufen, die aussieht wie eine andere? Zum Beispiel eine, die aussieht wie eine Rolex Submariner, aber nicht von Rolex ist? Die Sache ist recht einfach: Ist es die berühmte Fälschung mit Rolex-Logo zu einem Preis von 20 oder 150 Euro, dann natürlich nicht. Finger weg! Erst recht, wenn Sie Euch am Urlaubsstrand angeboten wird.

Ist es aber eine Hommage, die normal-legal im Handel erhältlich ist, aussieht wie eine Submariner, jedoch ein anderes Logo trägt, dann lautet die Antwort:  Ja, um Himmels willen. Warum denn nicht? Wenn sie Euch gefällt und sie schon immer haben wolltet. Kauft sie, denn es werden mit diesen Uhren offensichtlich keine Markenrechte verletzt. Und wenn die Hommage – auch „Poor Mans“- Variante genannt – 500 statt 5.000 Euro kostet, ist doch super. Das ist auch viel Geld – und in der Regel bekommt man dafür ein gutes Produkt.

Sinn 155, Heuer, Leonidas, Kemmner?

Sinn 155, Heuer 1550, Leonidas, Kemmner? – Welche ist denn nun die „einzig Wahre“? Und wer bestimmt das?

Ganz nebenbei: Ich empfinde es als Unart, das madig zu machen und als „billig“ zu bezeichnen, was für andere Luxus ist und wofür sie mitunter lange gespart haben.

Also, lasst Euch nicht von den „Kannst-Dir-nicht-das-Original-leisten?“-Angebern reinreden. Auch nicht von den Puristen, die einem erklären wollen, dass es nur „die eine Wahre“ gibt. Oft meinen sie damit ihre eigene Uhr und verschweigen, dass es mit dem vermeintlichen Original nicht so weit her ist. In Foren gibt dazu echt schräge Diskussionen. Manchmal enden sie sogar darin, dass man Herstellern vorwirft, ihre eigenen Uhren zu kopieren.

Das bringt mich zu folgenden Fragen: Ist die Submariner von der Rolex-Tochter Tudor nun eine Kopie? – Und zwar im selben Sinne wie z.B. eine Steinhart. Und ist die Steinhart im selben Sinne eine Kopie wie eine gefälschte Strand-Rolex? Oder sollte man – wenn man schon darüber diskutiert- besser unterscheiden?

Nun gehöre ich zu denen, die gern klare Entscheidungen statt endloser Diskussionen mögen. Darum gibt es für mich auf die Frage, „Welche Uhr darf man sich kaufen?“ eine klare Antwort: Jede, solange es keine Fälschung ist. Vom Strand oder sonstwo. – Bitte. Gern geschehen.

Und hier geht´s zum Contra.

Theodossios Theodoridis

3 Comments

  1. Ganze zwei Jahre habe ich die Seiko Mod „Fifty Five Fathoms“ (http://www.monsterwatches.nl/index.php/seiko5categorie/seiko5glossy/fff) getragen, bis ich es nicht mehr ausgehalten und mir mit dem Original das Prunkstück meiner Sammlung zugelegt habe. Jetzt, gut 1 Jahr später, trage ich beide Uhren tatsächlich in etwa gleich häufig – die kleine „Hommage“ ist mir einfach ans Herz gewachsen.
    Bei Fälschungen vom Strandkonzi bin ich natürlich ganz auf deiner Seite.

  2. Hey Beco, dann hat also eine Hommage zum Kauf des Originals geführt? Auch ´ne schöne Geschichte. Und Seiko Mods sind ein ganz eigenes und sehr interessantes Thema – wie ich finde. Muss ich mir irgendwann noch mal genauer anschauen. Und ich kann gut verstehen, warum Du beide behältst :)

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