James Bonds neue Uhr: Omega Seamaster Diver 300M 007 Edition (2020)

(Lesezeit: 3 Min.)

James Bond hat eine neue Uhr. Dieses Mal aber wirklich. Denn in 2019 gab es bereits zwei Ankündigungen neuer „Agenten-Uhren“. Einmal zum 50-jährigen Jubiläum der Bond-Reihe im September 2019 – eine limitierte und mit einer goldenen Plakette versehene Seamaster für 6.100 Euro (mehr dazu), wenige Wochen später dann ein limitiertes Set mit gleich zwei Uhren für 39.400 Euro. Nun also eine weitere – für alle, die noch nicht genug haben: Die Omega Seamaster Diver 300M 007 Edition (2020).

Breaking News: Keine Limitierung

Das Groteske: Omega muss in seiner Pressemittelung ausdrücklich darauf hinweisen, dass es sich dieses Mal NICHT um eine Limited Edition handelt (Yay! Feuerwerk!). – Was ein eindeutiges Zeichen dafür ist, dass man es in letzter Zeit mit den Limted Editions ordentlich, wenn nicht sogar maßlos, übertrieben hat. Das Ganze wurde schon zum Running Gag unter Uhren- und Omega-Fans.

Oder wie ich an anderen Stelle geschrieben habe:

Omega legt mittlerweile so viele Limited Editions auf, dass man langsam den Überblick verliert und das Besondere einer Limited Edition nach und nach verloren geht. Tja, wenn Uhrenhersteller aus einer Limitierung etwas Inflationäres machen… Mal schauen, ob bzw. wo das endet.

Dann hoffen wir mal, dass dies nun der Fall ist. Allerdings habe ich die Befürchtung, dass es jetzt in eine andere Richtung bei Omega gehen könnte. Dazu aber später mehr.

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Kommen wir zu der Uhr, die sich nun jeder kaufen kann. Wobei… Da sind wir schon beim nächsten typischen Omega-Thema: dem Preis. Denn auch hier kennt man scheinbar keine Limitierung. Aber schauen wir uns die Uhr erst einmal an, bevor wir uns die Laune wegen des schnöden Mammons verderben ;)

Omega Seamaster Diver 300M 007 Edition (2020)

 

James Bonds neue Uhr: Omega Seamaster Diver 300M 007 Edition (2020)

 

Rückseite: Omega Seamaster Diver 300M 007 Edition (2020)

 

 

Am NATO-Band: James Bonds Omega Seamaster Diver 300M 007 Edition (2020)

Wollte man diese Uhr auf den Punkt bringen, so ist es ein typisches James-Bond-Seamaster-Design (seit 1995 im Einsatz), dem man nun einen Vintage-Military-Look verpasst hat. Plus: Omega setzt hier nicht auf Stahl, sondern auf Titan (Grade 2).

Die Retro-/Vintage-Elemente: Ein gewölbtes Saphirglas (domed), das auf der Lünette, Zifferblatt und Zeiger verwendete Leuchtmittel ist auf alt getrimmt bzw. eingefärbt. Das Zifferblatt selbst ist in einem Braun-Ton gehalten (Tropical-Effekt) – ebenso die Lünette. Für den Military-Touch findet Ihr auf dem Zifferblatt und der Rückseite einen Pfeil (Broad ArrowWikipedia). Der steht gewissermaßen für „Eigentum der Britischen Regierung“ und ist gern mal auf alten Militäruhren zu finden. Passt also zum Bond-Thema. So weit, so gut

Kommen wir zum Preis – kurz und schmerzvoll:

Mesh-Armband: 8.600 Euro unverbindliche Preisempfehlung

NATO-Strap: 7.600 Euro unverbindliche Preisempfehlung

Keine Ahnung, wie es Euch geht, aber ich frage mich „Warum?“. Warum kostet diese Uhr fast das Doppelte einer Omega Speedmaster Moonwatch? Und im nächsten Schritt: Welche anderen Uhren könnte ich mir dafür kaufen? Wie viele Tudor Black Bays oder Pelagos (Titan) bekäme ich für denselben Betrag? – Die Antwort gebe ich auch gleich: 2 bis 3 der eben genannten Tudors. Oder den neuen Tudor Chrono in Stahl-Gold – und hätte dann noch rund 2.000-3.000 Euro übrig. Oder gleich eine Rolex. Oder alternativ 3-4 (!) ältere Bond-Seamaster aus den 90ern und 2000ern (ebay-Partnerlink).

Und selbst dann, wenn ich versuche, mir diesen Preis zu erklären: James-Bond-Lizenz, Titangehäuse, Werk… Es passt irgendwie nicht zusammen. Erst recht nicht, wenn ich daran zurückdenke, als was die James Bond Seamaster früher angetreten ist. Gewissermaßen als Luxusuhr, die man sich von einem normalen Gehalt bzw. mit ein wenig sparen durchaus noch leisten konnte. Sie lag vor rund 10 Jahren um die 2.500 Euro. Heute steigt man mit knapp 5.000 Euro bei den „normalen“ Modellen ein.

Kurzum: Die neue James-Bond-Uhr ist definitiv nicht mehr für den normalen Kinogänger gedacht. Aber hey, wenigstens ist sie nicht limitiert. Für jeden verfügbar. Ja, klar. – Fehlt nur noch, dass Omega in ein paar Wochen/Monaten für diese Uhren Wartelisten ankündigt. Das würde dem Ganzen die „Krone“ aufsetzen.

Ooops…

Update 2020:

Siehe da, 2019 habe ich noch in Sachen Warteliste gewitzelt orakelt, 2020 setzt Omega es tatsächlich um:

Omega Seamaster James Bond Warteliste 2020

Ich zitiere: „Dieses Produkt ist zur Zeit leider nicht verfügbar. Lassen Sie sich auf die Warteliste setzen.“

Und zum Thema nicht (!) limitierte Uhr heißt es nun – Stand September 2020:

Omega Seamaster James Bond 007 sold out

Unglaublich…

Update 2: And they don´t stop…

OMEGA Seamaster Platingold James Bond

Irgendwie gibt Omega wirklich alles, das Thema Omega Seamaster & James Bond in Sachen Marketing, Verkaufs- und Preispolitik auszuschlachten und ad absurdum zu führen. Und es scheint zu gelingen. Denn: Es gibt noch eine James-Bond-Sonderauflage – auf die niemand gewartet erwartet hat. Eine Seamaster in Platin-Gold. – Überraschung…

Die wievielte Geheimagenten-Uhr zum Film „Keine Zeit zu Sterben“ ist das jetzt eigentlich? Die vierte? Oder doch die fünfte – wegen des Sets (siehe oben)?

Und ja, ich kann auch nicht mehr. Keine Ahnung, was ich dazu noch schreiben oder kommentieren soll… Außer, dass der Preis dieser erneut nicht limitierten Uhr (whoop, whoop) bei knapp unter 50.000 Euro liegt und damit jede andere und ebenfalls überteuerte Seamaster fast schon günstig aussehen lässt. Ob das alles noch OK und nachvollziehbar , möge bitte jeder selbst für sich entscheiden.

Last but not least: What´s next? Noch eine Bond-Seamaster dieses Jahr? Wir wäre es im sechsstelligen Bereich? Irgendwas mit Diamanten vielleicht. Iced out. Für den Drip & so. (Wer nicht so ganz folgen kann, siehe Urban Dictionary)

Das ist natürlich ein Witz. Aber mal schauen, ob Omega das auch so sieht…

Lese-Tipps – passend zur Omega Seamaster Diver 300M: 

Zum Thema James Bond auf ZEIGR.

Mehr zum Thema (echte) Militär-, Einsatzuhren & Co:

Militäruhren, Einsatzuhren & Co. – Military-Look vs. MIL-SPEC

 

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Theodossios Theodoridis

5 Kommentare

  1. Dass die Uhren immer teurer werden… Hm, normal… und zugleich erstaunlich, welch Sprünge es da gibt. Vor 2 Jahren habe ich meine Omega SM 300M UVP 3.500 bekommen…

    So, nun aber zur Uhr, kurz und knapp: Mir gefällt die Farbkombi sehr gut! :-)

    • Eben. Es geht nur bedingt darum, dass Uhren teurer werden. Preissteigerungen sind normal – da gebe ich Dir Recht. Es geht eher um das „Wie“ und in welchem Maße. Und ob es sich noch im Rahmen bzw. im richtigen Verhältnis bewegt :)

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