The Moon is the Limit? – Omega Speedmaster Preisentwicklung

Omega Speedmaster Moonwatch map

Ob und welche Uhren eine gute Geldanlage sind, darüber kann man lange diskutieren. Und genau das geschieht in diversen Foren. Die Meinungen gehen weit auseinander: Die einen halten nichts davon. Andere setzen voll und ganz auf Vintage-Uhren. Wiederum andere auf auslaufende Rolex-Modelle, die sie neu kaufen, für ein paar Jahre einmotten, um sie irgendwann als nicht mehr produzierte „Rarität“ im Neuzustand mit Gewinn zu verkaufen.

Ich selbst kann von meinen Vintage-Uhren nur sagen, dass bisher jede im Wert gestiegen ist. Vor allem Omega-Uhren haben sich für mich als gute Anlage erwiesen. Und dabei ist es egal, ob es sich um eine recht günstige Omega Seamaster Quartz, eine Speedmaster Mark II oder Speedmaster Mark 4.5 handelt. Sie alle erzielen heute wesentlich höhere Preise als noch vor ein paar Jahren. (Mehr dazu auch hier Geldanlage: Vintage-Uhren – besser als jedes Sparbuch oder Aktien? und Preiswerte Vintage-Uhren für Einsteiger)

The Moon is the Limit? – Preisentwicklung der Omega Speedmaster Moonwatch

Nur eine Omega habe ich bisher neu gekauft. Einen Klassiker: die Omega Speedmaster Professional „Moonwatch“. Die Uhr, die auf dem Mond war – mit Handaufzug (wie die Original-Moonwatch), Hesalitglas, Stahlboden und Edelstahlband (Ref. 3570.50.00, Kaliber 1861). Die Uhr musste einfach sein. Und nachdem ich sie nun vor circa 10 Jahren zu einem guten Kurs bei einem Juwelier erwerben konnte, durfte ich miterleben, wie der Preis dieser Omega-Legende regelmäßig anstieg. Immer wieder blieb ich an Schaufenstern stehen, um zu sehen, wie sich die Preise mal wieder erhöht hatten. Und das nicht zu knapp.

Omega Speedmaster Moonwatch

Damit es aber nicht bei der vagen Aussage bleibt „Die Preise für die Omega Speedmaster sind mächtig gestiegen“, habe ich mich daran gemacht, die unverbindlichen Preisempfehlungen der vergangenen Jahre zu recherchieren. Dafür habe ich – so gut es eben ging – das Internet, alte Kataloge und Zeitschriften durchstöbert. Meine Recherche ist leider nicht vollständig (mir fehlt das eine oder andere Jahr – freue mich also über jeden Hinweis) – und natürlich ohne Gewähr. Die Grafik unten vermittelt aber schon einen recht guten Eindruck, wie sich der Preis der Moonwatch in den letzten Jahren entwickelt hat:
Omega Speedmaster Moonwatch Preisentwicklung

Um es kurz zu machen: Der UVP ist in den letzten Jahren von 2.180 Euro (2003) bis heute auf 4.300 Euro (2015/16) angestiegen – hat sich also nahezu verdoppelt.

Wer selbst schauen möchte, der findet in diesem Wikipedia-Eintrag zur Omega Speedmaster Moonwatch einige Preise – und natürlich weitere interessante Informationen.

Omega Speedmaster: Wohin geht die Reise mit den Preisen?

Man fragt sich nun natürlich, wie hoch kann der Preis dieser Uhren noch steigen? Was sind Käufer bereit zu zahlen? Nun, neben der Moonwatch gibt es einige weitere Speedmaster-Modelle im Omega-Sortiment. Und die Preise dieser Modelle, z.B. der Omega Speedmaster Dark bzw. Grey Side of the Moon, liegen zwischen 9.000 und 10.000 Euro. Und diese Uhren werden ganz offensichtlich gekauft. Im Vergleich dazu ist die klassische Moonwatch mit ihren 4.300 Euro so eine Art Einstiegsmodell in die Speedmaster-Welt geworden… Der Mond scheint also tatsächlich das Limit zu sein.

Omega Speedmaster als Geldanlage – Tragen verboten?

Lohnt es sich also, heute eine Speedmaster zu kaufen, um sie in zehn oder mehr Jahren mit ordentlich Gewinn zu verkaufen. Mir persönlich gefällt diese Idee nicht. Zum einen bedeutet es, dass man die Uhr nicht tragen kann – denn sie müsste idealerweise im Neuzustand bleiben. Zum anderen sind 4.300 Euro für ein „physisches Investment“, an dem man sich nicht wirklich erfreuen kann, ziemlich viel Geld.

Mein Tipp lautet also nach wie vor, auf Vintage-Uhren zu setzen. Man kann sie ohne weiteres tragen und ein gutes Investment sind sie allemal. Die Moonwatch bekommt man gebraucht – als sehr grobe Faustregel – zum halben Neupreis. Auf ebay sind derzeit Preise von 2.200 bis 2.500 Euro für die Omega Speedmaster Moonwatch (ebay-Partnerlink) durchaus realistisch. Das kann sich aber jederzeit ändern, denn die Preise steigen auch bei den gebrauchten Uhren. Und natürlich kommt es immer auf den Jahrgang und viele weitere Faktoren an: Eine Vintage-Speedmaster aus dem Jahr der Mondlandung (1969) und davor kostet wesentlich mehr als eine aus den 2000er Jahren. Ebenso macht es einen preislichen Unterschied, in welchem Zustand die „Speedy“ ist, welches Werk (Kaliber 321, 861 oder 1861) im Inneren schlägt, ob ein Original-Stahlband, die Papiere und die Box dabei sind etc.

In jedem Fall sollte es aber eine Speedmaster mit Handaufzug, Plexiglas (Hesalit) und einem Stahlboden sein – denn nur dieses Modell kann guten Gewissens als „Moonwatch“ bezeichnet werden. Es kommt dem von Edwin „Buzz“ Aldrin auf dem Mond getragenen und von Neil Armstrong in der Raumkapsel zurückgelassenen Speedmaster-Modell (Kaliber 321, Referenz 145.012) aus den 60er Jahren am nächsten.

Die Omega Speedmaster gebraucht kaufen – Moonwatch, Mark II oder eine andere?

Wer nun direkt nach diesen und weiteren Speedmaster-Modellen schauen möchte:

– die offizielle „Mond-Uhr“ mit Handaufzug – Omega Moonwatch (ebay-Partnerlink)

– die Omega Speedmaster Mark-Reihe (ebay-Partnerlink) – ebenfalls sehr schöne und empfehlenswerte Vintage-Uhren mit günstigeren Einstiegspreisen

– alle bzw. die unterschiedlichsten Omega Speedmaster-Modelle (ebay-Partnerlink)

 

Linktipps:

In diesem Blog findet Ihr einige Artikel zum Thema Speedmaster – hier geht es zur Übersicht

Immer empfehlenswert in diesem Zusammenhang – das unfassbare Archiv von Chuck Maddox: http://www.chronomaddox.com/#Moonwatch

Auch sehr interessant, übersichtlicher und kürzer – dieser Artikel von Fratellowatches

Und eine kleine Diskussion auf Watchuseek.com – Was hat die Omega Speedmaster Moonwatch früher gekostet?

Und hier noch eine Diskussion zum Thema Preiserhöhung (2014): Neue Box bei der Moonwatch – Preiserhöhung durch Mehrwert

Und natürlich die Omega-Website: http://www.omegawatches.com/de/watches/speedmaster/moonwatch/professional/

 

*Partner-Link – was ist das?

Theodossios Theodoridis

8 Comments

  1. an sich finde ich die Uhr ja nicht schlecht. Ich habe mich aber doch für das Modell Pilot von Alpina entschieden. Gefällt mir doch etwas besser. Jetzt trage ich mein wahres Traummodell am Arm und möchte die Uhr nicht mehr hergeben :)

  2. Ich finde Uhren als Geldanlage sind schon etwas tolles an sich, da man sie seinen Kindern weitervererben kann und sie meistens durch vorsichtige tragen nicht viel an Wert verlieren. Ich habe erst letzten in einem Uhrenshop zugeschlagen und mir meine Traum Bering Keramikuhr gekauft. Klar ist die nur ein geringeren Teil Wert wie eine Rolex oder Ähnliches, aber ich muss noch etwas sparen :-)
    Vielleicht wird es ja auch die Omega „Moonwatch“ die gefällt mir auch sehr gut !

  3. Im Prinzip ist es ganz einfach…….wenn man die Uhr für einen moderaten Preis einkaufen kann,dann lohnt sich das immer.
    Beispiel :Omega Mark III für 1500.-Euro im TOP Zustand,immer kaufen.Tendenz nach oben,auf jedenfall !!I
    Interessant sind auch ungeöffnete,unrestaurierte Uhren,ob mit,oder ohne Papiere ist letzlich unerheblich,Gut und original muss sie sein,Expertisen kann ich beim Fachhändler machen lassen..
    Ich kaufe auch lieber einen unrestaurierten KFZ Oldtimer im Topzustand,wie irgendetwas verbasteltes,hier was eingeschweisst,da was lackiert,Orginalität fraglich !!.
    Revidierte Uhren sind natürlich auch immer interessant,einwandfreie Historie vorrausgesetzt,ansonsten kann man ganz schnell die Katze im Sack kaufen.

  4. Ich finde die Uhr sehr schön und bin leidenschaftlicher Uhren-Sammler, leider nicht in dieser Preisklasse, aber darauf arbeite ich hin. Es ist schon erstaunlich, was für einen Wertzuwachs so eine Uhr erhalten kann.
    MfG
    Christian

  5. Ich habe die Uhr 1998 neu für 2850 DM = 1457,18 EUR gekauft. Allerdings darf man die gepfefferten Preise für die Revision nicht vergessen, wenn man die Uhr regelmäßig trägt und nur beim Hersteller warten lässt. Omega ruft dafür aktuell 770 EUR auf!

    • Das mit der Revision stimmt. Allerdings muss man die Uhr nicht zwingend zu Omega geben. Es gibt Uhrmacher, die eine Revision ebenfalls durchführen können. Schätzungsweise für die Hälfte des Preises (evtl. sogar weniger). Und was die Ersatzteile angeht: Auch da weiß ein guter Uhrmacher, wo er die herbekommt. Denn Omega beliefert seit 2016 keine freien Uhrmacher mehr. Man kann sich natürlich fragen, warum ;)

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