Omega Speedmaster Preisentwicklung – The Moon is the Limit? (Update 2022)

Omega Speedmaster Moonwatch map
(Lesezeit: 5 Min.)

Die Omega Speedmaster – eine gute Wertanlage? Und wenn ja, zu welcher sollte man greifen? Darum soll es in diesem Artikel gehen. – Ob und welche Uhren eine gute Geldanlage sind, darüber kann man lange diskutieren. Und genau das geschieht in diversen Foren. Die Meinungen gehen weit auseinander: Die einen halten nichts davon. Andere setzen voll und ganz auf Vintage-Uhren. Wiederum andere auf auslaufende Rolex-Modelle, die sie neu kaufen, für ein paar Jahre einmotten, um sie irgendwann als nicht mehr produzierte „Rarität“ im Neuzustand mit Gewinn zu verkaufen.

Ich selbst kann von meinen Vintage-Uhren nur sagen, dass bisher jede im Wert gestiegen ist. Vor allem Omega-Uhren haben sich für mich als gute Anlage erwiesen. Und dabei ist es egal, ob es sich um eine recht günstige Omega Seamaster Quartz, eine Speedmaster Mark II oder Speedmaster Mark 4.5 handelt. Sie alle erzielen heute wesentlich höhere Preise als noch vor ein paar Jahren. (Mehr dazu auch hier Geldanlage: Vintage-Uhren – besser als jedes Sparbuch oder Aktien?).

The Moon is the Limit? – Preisentwicklung der Omega Speedmaster Moonwatch

Nur eine Omega habe ich bisher neu gekauft. Einen Klassiker: die Omega Speedmaster Professional „Moonwatch“. Die Uhr, die auf dem Mond war – mit Handaufzug (wie die Original-Moonwatch), Hesalitglas, Stahlboden und Edelstahlband (Ref. 3570.50.00, Kaliber 1861). Die Uhr musste einfach sein.

Und nachdem ich sie nun vor circa 15 Jahren zu einem guten Kurs bei einem Juwelier erwerben konnte, durfte ich miterleben, wie der Preis dieser Omega-Legende regelmäßig anstieg. Immer wieder blieb ich an Schaufenstern stehen, um zu sehen, wie sich die Preise mal wieder erhöht hatten. Und das nicht zu knapp.

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Omega Speedmaster Moonwatch - Vintage Black

Damit es aber nicht bei der vagen Aussage bleibt „Die Preise für die Omega Speedmaster sind mächtig gestiegen“, habe ich mich  im Jahr 2016 (erstmalige Veröffentlichung dieses Artikel) daran gemacht, die unverbindlichen Preisempfehlungen der vergangenen Jahre zu recherchieren. Dafür habe ich – so gut es eben ging – das Internet, alte Kataloge und Zeitschriften durchstöbert. Meine Recherchen waren aber leider nicht vollständig. Mir fehlte noch das eine oder andere Jahr. In den ersten beiden Version dieses Artikels rief ich also Euch Leser dazu auf, diese Lücken ggf. zu ergänzen bzw. meine Recherchen zu erweitern.

Und siehe da, Ende März 2019 bekam ich eine Mail von einem Leser, genauer von Günter Kurt Eckert, der mir einfach mal seine eigene Recherche für die Jahre 1995 bis 2019 in Form einer Excel-Tabelle zur Verfügung stellte. Genial. Großen Dank noch einmal an dieser Stelle!

Günter hat seine Daten und Quellen feinsäuberlich dokumentiert. Es gab nur zwei Lücken (1999 und 2000). Was verkraftbar ist bei dem Umfang. Seine Quellen waren in erster Linie die einschlägigen Fachmagazine.

Die Moonwatch – Preise von 1995 bis heute

Hier also die daraus neu entstandene Grafik – inklusive späterer Updates. Alles natürlich ohne Gewähr. Man bekommt aber einen recht guten Eindruck, wie sich der Preis der Moonwatch in den letzten Jahren entwickelt hat:

Grafik Omega Speedmaster Professional Moonwatch Preisentwicklung

 

Um es kurz zu machen: Der UVP ist demnach von umgerechnet rund 1.400 Euro (1995) bis heute auf 6.600 Euro (2022) angestiegen . Hat sich also nahezu verfünffacht (Faktor 4,7). Ein beachtlicher Anstieg, oder?

Zur Erläuterung: Ihr seht in der Grafik, dass es 2021 einen ordentlichen Preissprung gab. Grund: Im Januar 2021 gab Omega bekannt, dass es eine neue Version zum Preis von 6.100 Euro (2021) geben wird, die wohl die alte und günstigere ablösen soll. Mehr dazu findet Ihr auch weiter unten.

Und natürlich hat es sich Omega nicht nehmen lassen – nur ein Jahr den später – nochmals um 500 Euro anzuheben. Somit liegt der aktuelle Preis der Moonwatch bei 6.600 Euro (Stand: Februar 2022).

Zumindest bis zur nächsten Preiserhöhung ;)

Omega Speedmaster: Wohin geht die Reise mit den Preisen?

Man fragt sich nun natürlich, wie hoch kann der Preis dieser Uhren noch steigen? Was sind Käufer bereit zu zahlen? Nun, neben der Moonwatch gibt es einige weitere Speedmaster-Modelle im Omega-Sortiment. Und die Preise dieser Modelle, z.B. der Omega Speedmaster Dark Side of the Moon k bzw. Grey Side of the Moon, liegen zwischen 9.000 und 12.000 Euro. Und diese Uhren werden ganz offensichtlich gekauft. Im Vergleich dazu ist die klassische Moonwatch mit ihren 4.300, 4.600, 4.780 Euro 6.100 6.600 Euro (Update 2022) so eine Art Einstiegsmodell in die Speedmaster-Welt geworden… Der Mond scheint also tatsächlich das Limit zu sein.

Omega Speedmaster Professional - Close up

Omega Speedmaster als Geldanlage – Tragen verboten?

Lohnt es sich also, heute eine Speedmaster zu kaufen, um sie in zehn oder mehr Jahren mit ordentlich Gewinn zu verkaufen. Mir persönlich gefällt diese Idee nicht. Zum einen bedeutet es, dass man die Uhr nicht tragen kann – denn sie müsste idealerweise im Neuzustand bleiben. Zum anderen sind 4.3004.600 4.780 6.100 6.600 Euro (Update 2022) für ein „physisches Investment“, an dem man sich nicht wirklich erfreuen kann, ziemlich viel Geld.

Mein Tipp lautet nach wie vor, auf Vintage- bzw. gebrauchte Speedmaster zu setzen. Man kann sie ohne weiteres tragen und ein gutes Investment sind sie allemal. Die Moonwatch bekommt bekam man gebraucht – als sehr grobe Faustregel – zum halben Neupreis. Auf ebay sind derzeit Preise von 2.200 bis 2.500 (2016), 2.500 bis 3.000 Euro (2019), 3.000 bis 4.000 Euro (2020/21) 4.000 bis 5.000 Euro (ebay-Partnerlink – Stand: 2022) für die Omega Speedmaster Moonwatch durchaus realistisch.

Das kann sich aber jederzeit ändern, denn die Preise steigen auch bei den gebrauchten Uhren. Und natürlich kommt es immer auf den Jahrgang und viele weitere Faktoren an: Eine Vintage-Speedmaster aus dem Jahr der Mondlandung (1969) und davor kostet wesentlich mehr als eine aus den 2000er Jahren. Ebenso macht es einen preislichen Unterschied, in welchem Zustand die „Speedy“ ist, welches Werk (Kaliber 321, 861 oder 1861) im Inneren schlägt, ob ein Original-Stahlband, die Papiere und die Box dabei sind etc.

Omega Speedmaster Gehäuseboden- First Man on the Moon NASA

Auf jeden Fall sollte es aber eine Speedmaster mit Handaufzug, Plexiglas (Hesalit) und einem Stahlboden sein. Denn nur dieses Modell kann man guten Gewissens als „Moonwatch“ bezeichnen. Es kommt dem von Edwin „Buzz“ Aldrin auf dem Mond getragenen und von Neil Armstrong in der Raumkapsel zurückgelassenen Speedmaster-Modell (Kaliber 321, Referenz 145.012) aus den 60er Jahren am nächsten.

Update – 2021/22: 

Tja, es musste so kommen. Die Moonwatch hat 2021 ein Update erhalten – und damit auch einen neuen Preis von 6.100 Euro. Doch auch der war schnell passé. Nur ein Jahr später liegt der nun aktuelle Preis bei 6.600 Euro (Stand: Februar 2022).

Dafür gibt es eine neue Referenz (310.30.42.50.01.001), ein neues Werk (3861), neues Stahlband und einige weitere optische Veränderungen.

Zudem ist die neue Moonwatch als Co-Axial Master Chronometer klassifiziert:

 OMEGA Speedmaster Moonwatch 2021 - Co-Axial Master Chronometer

 OMEGA Speedmaster Moonwatch 2021 - Co-Axial Master Chronometer Stahlband

 OMEGA Speedmaster Moonwatch 2021 - Co-Axial Master Chronometer Werk 3861

 OMEGA Speedmaster Moonwatch 2021 - Co-Axial Master Chronometer

 OMEGA Speedmaster Moonwatch 2021 - Co-Axial Master Chronometer

Und so wie es aussieht, nimmt Omega die bisherige Moonwatch tatsächlich aus dem Programm. Damit liegt der Einstiegspreis in die Welt der Speedmaster-Reihe nun nicht mehr unter 5.000 Euro, sondern deutlich darüber.

Mission accomplished.

Oder wie ich bereits in einem anderen Artikel aus dem Jahr 2020 unter der Überschrift „Von Mondreisen zu Mondpreisen“ schrieb:

Es fehlt nur noch, dass Omega die bisherige „günstige“ Moonwatch einstellt und sie – ohne wirkliche Not – gegen eine „technisch bessere“ (aka teurere) austauscht. Gerüchte und Vermutungen in diese Richtung gibt es ja bereits. Wir werden sehen. Mich wundert auf jeden Fall nichts mehr.

Nun kostet der Einstieg in die Speedmaster-Welt also 6.600 Euro. Und wer es noch edler mag, der bekommt die neue Moonwatch auch in Gold und Weißgold – die Preise liegen hier zwischen 24.100 und 44.300 Euro.

 

 OMEGA Moonwatch 2021 - Co-Axial Master Chronometer Gold

 OMEGA Moonwatch 2021 - Co-Axial Master Chronometer Gold und Weißgold

 

Und wer da noch einen draufsetzen möchte – dieses „weißgoldige“ Speedmaster-Exemplar aus dem Jahr 2022 liegt bei 79.300 Euro: 

OMEGA Speedmaster Kaliber321 Canopusgold 311.50.39.30.01.001 Preis 79.300 EuroUvP

 

Wie gesagt: The Moon is the Limit ;)

 

ZEIGR-Tipp: Die Omega Speedmaster gebraucht kaufen – Moonwatch, Mark II & Co

Wer nun direkt nach diesen und weiteren Speedmaster-Modellen schauen möchte:

– die offizielle „Mond-Uhr“: Omega Moonwatch mit Handaufzug (ebay-Partnerlink)

– die Omega Speedmaster Mark-Reihe (ebay-Partnerlink) – ebenfalls sehr schöne und empfehlenswerte Vintage-Uhren mit günstigeren Einstiegspreisen

– alle bzw. die Omega Speedmaster in ihren unterschiedlichsten Modellvarianten (ebay-Partnerlink)

 

Weitere Lese-Tipps:

In diesem Blog findet Ihr einige weitere Artikel zum Thema Omega Speedmaster:

Omega Speedmaster – 6 Alternativen zur Moonwatch (Update 2022)

Omega Speedmaster Automatic Triple Date (aka Day-Date)

Review: Omega Speedmaster Ultraman 2018 – Speedy Tuesday 2

Geldanlage: Vintage-Uhren – besser als jedes Sparbuch und Aktien?

Immer empfehlenswert in diesem Zusammenhang – das unfassbare Archiv von Chuck Maddox

Auch sehr interessant, übersichtlicher und kürzer – dieser Artikel von Fratellowatches

Eine kleine Diskussion: Was hat die Omega Speedmaster Moonwatch früher gekostet? auf Watchuseek.com

Hier noch eine Diskussion zum Thema Preiserhöhung (2014): Neue Box bei der Moonwatch – Preiserhöhung durch Mehrwert

 

Aktualisierter Beitrag – erstmals erschienen am 20. Januar 2016. Updates: 2019, 2020 und 2021, 2022. 

 

*Partnerlink – was ist das?

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In eigener Sache (aka Werbung): Im ZEIGR-Shop gibt es handgefertigte Uhrenarmbänder aus Leder im Vintage-Stil, mit Quick Release und Made in Germany. Und seit kurzem: Kautschukbänder in diversen Farben (20mm & 22mm) und Uhrenrollen.  

Theodossios Theodoridis

30 Kommentare

  1. an sich finde ich die Uhr ja nicht schlecht. Ich habe mich aber doch für das Modell Pilot von Alpina entschieden. Gefällt mir doch etwas besser. Jetzt trage ich mein wahres Traummodell am Arm und möchte die Uhr nicht mehr hergeben :)

  2. Ich finde Uhren als Geldanlage sind schon etwas tolles an sich, da man sie seinen Kindern weitervererben kann und sie meistens durch vorsichtige tragen nicht viel an Wert verlieren. Ich habe erst letzten in einem Uhrenshop zugeschlagen und mir meine Traum Bering Keramikuhr gekauft. Klar ist die nur ein geringeren Teil Wert wie eine Rolex oder Ähnliches, aber ich muss noch etwas sparen :-)
    Vielleicht wird es ja auch die Omega „Moonwatch“ die gefällt mir auch sehr gut !

  3. Im Prinzip ist es ganz einfach…….wenn man die Uhr für einen moderaten Preis einkaufen kann,dann lohnt sich das immer.
    Beispiel :Omega Mark III für 1500.-Euro im TOP Zustand,immer kaufen.Tendenz nach oben,auf jedenfall !!I
    Interessant sind auch ungeöffnete,unrestaurierte Uhren,ob mit,oder ohne Papiere ist letzlich unerheblich,Gut und original muss sie sein,Expertisen kann ich beim Fachhändler machen lassen..
    Ich kaufe auch lieber einen unrestaurierten KFZ Oldtimer im Topzustand,wie irgendetwas verbasteltes,hier was eingeschweisst,da was lackiert,Orginalität fraglich !!.
    Revidierte Uhren sind natürlich auch immer interessant,einwandfreie Historie vorrausgesetzt,ansonsten kann man ganz schnell die Katze im Sack kaufen.

  4. Ich finde die Uhr sehr schön und bin leidenschaftlicher Uhren-Sammler, leider nicht in dieser Preisklasse, aber darauf arbeite ich hin. Es ist schon erstaunlich, was für einen Wertzuwachs so eine Uhr erhalten kann.
    MfG
    Christian

  5. Ich habe die Uhr 1998 neu für 2850 DM = 1457,18 EUR gekauft. Allerdings darf man die gepfefferten Preise für die Revision nicht vergessen, wenn man die Uhr regelmäßig trägt und nur beim Hersteller warten lässt. Omega ruft dafür aktuell 770 EUR auf!

    • Das mit der Revision stimmt. Allerdings muss man die Uhr nicht zwingend zu Omega geben. Es gibt Uhrmacher, die eine Revision ebenfalls durchführen können. Schätzungsweise für die Hälfte des Preises (evtl. sogar weniger). Und was die Ersatzteile angeht: Auch da weiß ein guter Uhrmacher, wo er die herbekommt. Denn Omega beliefert seit 2016 keine freien Uhrmacher mehr. Man kann sich natürlich fragen, warum ;)

  6. Ich habe gehört, dass die „Ur-Moonwatch“ mit dem Kaliber 861 in diesem Jahr eingestellt werden soll, weil Omega im Zuge des Jubiläums eine neu aufgelegte Moonwatch mit Co-Axial Werk etc. rausbringen möchte, um noch eher in einer Liga wie Rolex zu spielen und dafür auch seinen Verkaufsschlager „pimpen“ möchte… Ist da was dran, hat dazu auch Jemand was gehört?

    • Hallo,
      ich habe meine Speedmaster 1989 für DM 1.250 – gekauft. Das war damals der normale Ladenpreis. Revision vor 4 Jahren hat € 160, – beim Uhrmachermeister gekostet.
      Eine Uhr ohne Probleme, läuft immer.

  7. Was heisst Revision für 160eur.
    Da hat er bestenfalls mal reingeschaut.
    Eine ordentliche Revision bei einer simplen 3-Zeiger Uhr (ETA) kostet üblicherweise um die 300eur.
    Ein Chronograph ist ungleich komplizierter.
    Entweder arbeitet er nicht Leben- und kostendeckend oder verkauft was auch immer als Revision.

    Aber letztendlich wenn sie nicht bewegt wurde über all die vielen Jahre ist’s mit draufschauen nicht getan. Öle verharzen, Bestandteile zersetzen sich. 1x im Quartal aufziehen wäre schon sehr hilfreich. Das macht aber kaum einer.
    Wenn doch ist über all die Jahre 1 „echte“ Revision nur Wertsteigernd.

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