Zeit für Tacheles: MoonSwatch – von der Top-News zur Mogelpackung des Jahres?

(Lesezeit: 6 Min.)

Meine Begeisterung für die im März 2022 angekündigte MoonSwatch war wirklich groß. So groß, dass ich direkt einen Artikel zu dieser überraschenden Zusammenarbeit von Omega und Swatch schrieb – und die beiden Uhrenmarken sogar ausnahmsweise mal lobte. Davon muss ich nun (mindestens) die Hälfte zurücknehmen oder relativieren.

Zwar hatte ich am Ende des besagten Artikels bereits das eine oder andere Update hinzugefügt, doch im Rückblick auf die letzten Monate scheint es notwendig zu sein, die „Speedmaster für jedermann“ noch einmal komplett neu einzuordnen und zu bewerten. 

MoonSwatch: Nur ein Marketing-Vehikel mit hohem Enttäuschungsfaktor?

Omega x Swatch MoonSwatch Mond

Denn so wie es aussieht, ist diese Uhr nicht für die in den letzten Jahren stark gewachsene Uhren-Community oder eine möglichst große Anzahl an Kunden mit kleinem Portemonnaie gedacht, sondern ein – mit Verlaub – recht billiges Marketing-Vehikel mit hohem Enttäuschungsfaktor für sehr viele Menschen. Zumindest bis zum jetzigen Zeitpunkt.

Und wer nicht weiß, wovon ich spreche: Die Moon Swatch ist – Monate nach dem Release – immer noch nicht in ausreichender Menge, sondern nur in grotesk kleinen in den Swatch-Läden verfügbar. Und auch nur ab und zu. Und dann auch nicht jedes Modell. Nur eine kleine, zufällige (?) Auswahl.

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Und falls ein Kunde zwei oder drei dieser vermeintlich nicht limitierten Omega x Swatch Speedmaster kaufen möchte, bekommt er…

Na, ratet.

Eine.

Nicht limitiert: Die alternativen „Wahrheiten“ der Swatch Group

Omega x Swatch MoonSwatch Saturn

Wer das allen Ernstes als nicht limitiert bezeichnet, hat wohl ein kleines Wahrheitsproblem bzw. ist möglicherweise ein Nachfahre des Lügenbarons Münchhausen. Für die Jüngeren: Das ist der Godfather of alternative Wahrheiten aka Trump sein Großvater.

Und allem Anschein nach geschieht diese „Nicht-limitierte“-Limitierung sehr bewußt, gezielt und gesteuert. 

Und nun der berühmte Tropfen, der das Fass, zumindest für mich, zum Überlaufen brachte: Es wird die MoonSwatch nicht online zu kaufen geben (Quelle: Fratello Watches).

Eine weitere Form der (nachträglichen) Limitierung. Denn ursprünglich ist jeder davon ausgegangen, dass die Plastik-Speedmaster online verfügbar sein wird. Swatch hat dies wohl sogar selbst so kommuniziert und Uhrenfans im Glauben gelassen, dass diese günstige Speedmaster eines Tages online erhältlich sein wird. Monatelang keine klare Absage in Sachen Online-Verfügbarkeit. Besonders gut informierte Uhrenblogger-Kollegen kolportierten sogar ein konkretes Datum. Woher auch immer das kam. Wurden dann aber auch ge- und enttäuscht. Wie so viele.

Das Ganze führt mich zu folgendem Schluss:

Die MoonSwatch war und ist ein Trojanisches Pferd

Omega Speedmaster Moonwatch & MoonSwatch im Vergleich

Und die gesamte Uhren-Community ist darauf an- und aufgesprungen. Hat gewissermaßen ihre Pforten geöffnet und den Trojaner – mehr oder wenig freudig – in ihre Kreise aufgenommen.

Dabei macht es keinen Unterschied, ob man „pro“ oder „contra“ MoonSwatch war. Jeder, der sich öffentlich zu dieser Uhr bzw. in den sozialen Medien geäußert hat, war de facto davon „getriggert“ und ein Multiplikator. Ob man sich nun begeistert oder abfällig zu ihr geäußert hat. Die News war ja auch ein „Knaller“. Und diese vielen Stimmen haben in Summe für enorme Reichweiten und Aufmerksamkeit weltweit gesorgt. Für die Swatch und Omega übrigens nicht einmal viel Marketing-Geld in die Hand nehmen mussten. Wir alle haben das Thema ja ordentlich gepusht. Und ja, ich schließe mich da als Uhren-Blogger und Speedmaster-Sammler mit ein. So viel Selbstreflektion muss sein.

MoonSwatch – wenn die „Shining Star“-Qualitäten rapide verblassen

Moon Swatch Sonne

Kommen wir aber nun zum wesentlichen Punkt: Das Ganze ist für mich kein mutiger Produkt-Stunt (mehr), sondern eher – und mal wieder – eine dreiste Mogelpackung von Omega und der Swatch Group. Die wohl doch nicht so viel Respekt und Anerkennung verdient, wie ich im März 2022 noch dachte.

Am schlimmsten sind aber die selbstgefälligen Statements und Interviews, die man aktuell im Netz dazu findet. Man hätte es vielleicht besser lassen sollen…

Auf die Frage, warum es die günstigste Speedmaster nicht online geben wird, heißt es in einem Interview mit CEO Nick Hayek:

“There’s no emotion in online buying. It’s a carefully produced Swiss Made watch and not a commodity. After the whole world had to stay at home for two years because of COVID, it was about time to celebrate and to bring the people back on the streets, meet together, and revive the brick-and-mortar stores.” (Quelle: Fratello Watches)

Habt Ihr bei diesem Statement auch die Emotion, dass an der einen oder anderen Stelle etwas nicht ganz stimmt? Vor allem, wenn es um die geschundene Offline-Shopping-Bevölkerung in der Post-Covid-Zeit geht? Oder geht es nur mir so?

Und ist es nicht schön, wie Herr Hayek den potentiellen Kunden fast schon diktiert, wann sie Emotionen bei einem Kauf empfinden können – und wann nicht?
(Übrigens: Meine Omega Speedmaster SpeedyTuesday Ultraman habe ich gewissermaßen „bei ihm“ online gekauft bzw. den Kaufprozess eingeleitet. Da war reichlich Emotion am Start – wie Ihr meinem Artikel dazu entnehmen könnt.) 

Try again, and again, and again… it´s not limited

Omega x Swatch MoonSwatch Titel

Und auf eine weitere Frage…

But what about those who don’t live near a Swatch boutique, or those who queued up for the MoonSwatch and went home empty-handed?

…antwortet Herr Hayek:

“You can try again, and there are more Swatch stores opening in many places where today you have none, and they will start to sell Moonswatches soon. As already stated, it’s not limited, and it’s part of the experience to go and look for it. Do not forget, nobody forces you to buy now. There is no reason to buy from flippers. Once again, it’s not limited and does not need a three-month update on new software. And who knows for how many years it will be there as a new classic?” (Quelle: Fratello Watches)

Ich übersetze mal – sehr frei und natürlich überspitzt:

Kommt alle! Direkt in unsere Stores. Dann könnt Ihr selbst erleben, wie Ihr (k)eine Uhr bekommt. Und dann kommt gern in ein paar Tagen wieder. Und dann wieder… Und kauft gern noch eine andere unserer Swatch-Uhren. Ja?“

Doch die Omega MoonSwatch soll nicht nur den angestaubten Swatch Stores wieder Leben einhauchen und zu Frustkäufen bei den „normalen“ Swatch-Uhren animieren, sie kurbelt angeblich auch den Verkauf der echten Omega Speedmaster Moonwatch an, deren Preis aktuell bei 6.600 Euro liegt.

So schreibt Fratello im weiteren Verlauf:

„…that another effect of the MoonSwatch is that more Speedmaster Professional Moonwatches are being sold. The MoonSwatch gets people into buying Swiss watches, whether that’s another Swatch model (non-MoonSwatch) or the original Moonwatch by Omega.“ (Quelle: Fratello Watches)

Und damit ist für mich auch klar…

Was die Omega x Swatch MoonSwatch eigentlich ist – zusammengefasst in drei Sätzen:

Omega x Swatch MoonSwatch Neptune

Eine recht emotionsloses (!), sich selbst finanzierendes Marketing-Tool auf Basis eines Massenprodukts, das allem Anschein nach knapp gehalten wird, um Menschen in die Läden einer angestaubten Marke der 80er Jahre zu locken. Und das mithilfe der in der Uhren-Community ohnehin schon als „Cash-Cow“ verschrieenen Moonwatch, die nun auch noch vor den Plastikkarren der Swatch gespannt wird. Und all das, nachdem Omega das Thema Limited Editions mit unzähligen und fast schon inflationären Speedmaster-Limited-Editionen in den letzten Jahren ad absurdum geführt hat.

Aber vielleicht ist das ja nur meine Wahrnehmung.

Vielleicht steht bei dem Ganzen ja doch der Kunde im Fokus – und ist der „Hero“, wie Herr Hayek im Fratello-Interview behauptet. Vielleicht ist aber auch das nur eine weitere alternative Wahrheit. Oder Halbwahrheit. So genau weiß man das nicht.

What´s next: Omega x Swatch Seamaster 007 – mit der Lizenz zum Melken?

Und falls Ihr Euch fragt, was als nächstes kommt: Einige vermuten ja bereits, dass es eine Plastik-Seamaster oder SeaSwatchmaster (oder wie auch immer) sein wird. Natürlich in Verbindung mit der James Bond und 007-Lizenz. Der anderen Cash-Cow von Omega bzw. der Swatch Group, die man sicherlich auch noch ordentlich zu melken gedenkt. Allerdings dürfte diese Überraschung dann nicht mehr ganz so groß und genial anmuten. Begeisterung ist nun mal auch limitiert.

Klingt das nicht alles sympathisch – und nach unglaublich viel Fun & Emotionen? Nun ja.

Fazit & Emotionen:

Omega x Swatch MoonSwatch Pluto

Egal, meine Emotionen – sofern man es diesem Artikel noch nicht entnehmen konnte -, sind starke Ernüchterung, das noch größere Gefühl der (Ent-)Täuschung und eine Begeisterung für die MoonSwatch, die von 100% auf 0 gesunken ist. Und das binnen kurzer Zeit.

Versteht mich nicht falsch. Wer diese Uhr hat oder noch bekommt, der möge sich an ihr erfreuen. Von Herzen gegönnt. Und wer beim Wiederverkauf auf ebay (Partnerlink), wo sie immer noch über Listenpreis zu finden sind, einen schnellen Euro damit gemacht hat – auch OK. – Ich selber bin aber mittlerweile einfach nur abgetörnt von dem ganzen Thema und kann keine Begeisterung mehr aufbringen. Eher das Gegenteil. Was wirklich schade ist. – In diesem Sinne: Well done, Omega und Swatch.

Es gäbe sicherlich noch einiges mehr zu schreiben. Aber fürs Erste soll dies an weiterer Aufmerksamkeit für die MoonSwatch reichen. Es gibt ja zum Glück noch andere interessante Uhren (siehe hier). Die sind sogar verfügbar. Also, wirklich.

Nachtrag (6. August 2022): 

Swatch x Omega MoonSwatch Mars

Mittlerweile hat mich die eine oder andere Nachricht (inkl. Fotos) bzw. der Hinweis bezüglich Fake MoonSwatches erreicht, die man seit geraumer Zeit online auf einschlägigen Plattformen kaufen kann. Und die sehen dem Plastik-Original wirklich sehr ähnlich – inklusive der Verpackung. (Und an die ganz Klugen, die gerade Luft holen: Ja, es war klar, dass das passiert. Ja, schon kurz nach Release. Nein, ich war/bin nicht überrascht.)

Das ist natürlich ein weiterer „interessanter“ und spannender Punkt, über den man nachdenken kann. Und das erneut auf mehreren Ebenen – von denen mindestens eine (erneut) die Gemüter der Uhren-Community spalten dürfte. Stichwort: Aktuelle ebay-Angebote (Partnerlink) – wie viele davon sind echt? Und: Darf man so eine Kopie kaufen? Deren Original, also die MoonSwatch, selbst eine Kopie (der echten Moonwatch) ist?

Ziemlich viel „Inception“, ich weiß ;)

Hier ein Youtube-Video zu einer dieser Fake-MoonSwatches:

Anmerkung: Den Punkt mit der „Anmutung eines Saphirglases“ verstehe ich nicht ganz bzw. kaufe ich nicht. Sonst aber interessantes Video. Vorausgesetzt natürlich, die Uhr ist wirklich ein Fake (noch mehr Inception, sorry) – Band und Glas sprechen nach eigener Recherche aber dafür.

Und noch ein Nachtrag (8. August 2022): 

Omega x Swatch Jupiter

Der Youtube-Kollege Adrian Barker (ehem. Bark & Jack) hat ein Qualitätsproblem mit seiner MoonSwatch:

Interessant sind außerdem die Kommentare unter dem Video. Gute Stimmung und positives Image sehen anders aus…

Und noch ein Nachtrag (29. November 2022): 

Man mag es kaum glauben: Eine Preiserhöhung. Die MoonSwatch kostet seit kurzem 260 Euro (statt 250 Euro) – nur wenige Monate nach dem Release. Ich lasse das mal unkommentiert. Grund: Mir fällt dazu einfach nichts mehr ein.

 

Lese-Tipp – inbesondere die Updates am Ende des Artikels:

MoonSwatch – die Speedmaster für jedermann? | Omega x Swatch (Update)

Weitere Lesetipps:

Omega Speedmaster – 6 Alternativen zur Moonwatch (Update 2022)

Und dieser Artikel aus dem Jahr 2015:

Watch Wars: Swatch vs. Apple – von Ex-Trendsettern, Smart Watches & Uhren für Nicht-Jedermann

 

*Partnerlink – was ist das?

Theodossios Theodoridis

38 Kommentare

    • Und dass alles funktioniert nur, weil es so Blogger wie sie gibt, die viel heiße Luft um etwas schreiben, und dann irgendwann wieder ihre unnötigen Geschichten widerrufen.
      Die Uhr war von Anfangan ein für hochwertige Uhren Billigprodukt und jeglicher vergleich war nicht angebracht.

      • Well done, Omega und Swatch.
        Marketingstrategie: wow, funktioniert!
        Zum Rest des Artikels: es sagt gar nichts über die Uhr selber . Mir gefällt sie, sie ist dekorativ und von einer günstigen (?) Uhr erwarte ich nichts mehr als die korrekte Zeit zu zeigen und „nice“ ausschauen.


        • „Zum Rest des Artikels: es sagt gar nichts über die Uhr selber .“

          Richtig, der Artikel ist kein Test oder Review. Die findet man bei diversen anderen (Fach-)Magazinen & Blogs. Die stehen dem Unternehmen und seinem Gebaren mitunter auch nicht so kritisch gegenüber.

    • das ist die größte Verar**** die es je gab es war wohl niemals geplant die Uhren Online zu verkaufen damit kann man auch potenziellen Omega Käufer vergraulen z.b. mich Omega ist für mich gestorben

    • Hauptsache sie macht Tick Tack und ist alltagstauglich, die Swatch. Uhren nur für Uhrengeweger? Wems gefällt und zuviel Geld hat für Spielsachen, Hobbys eben.

      • Ja klar, und jemand in Buxtehude oder irgenteinem Kaff wohnt muss er in die Stadt um den Schrott zu kaufen…
        Nun wenn manche schon bis 1000 euro dafür zahlen gibts keine Rettung…. 😂 😂 😂

    • Zusätzlich ist es Mal wieder ganz schlimm das sich jeder um die Uhr reißt und andere Kapital draußenschlagen wollen und die Uhr für teilweise mehr als das doppelte anbieten. Wer die Uhr für den Kurs kauft nur weil Omega mit drauf steht ist selber schuld.

  1. Es ist ehrlich und bitter zugleich, wenn man zugibt, dass das eigene Sammelgebiet wegen solcher Winkelzüge des Herstellers emotional unter die Räder kommt. Das Auftreten von Herrn Hayek Jr. ist eine Unverschämtheit und dämlich zugleich. An seiner Stelle könnte man ja auch sagen, dass die unerwartet hohe Nachfrage einfach die Kapazitäten bei Weitem übersteigt und man die Fans nur um Geduld bitten könne. Letztlich muss man sich ja wirklich fragen, warum Swatch nicht liefert. Kein Geschäft zu machen und sich das Image zu versauen ist kein nachhaltiges Geschäftsmodell. Und die Moonswatch dürfte schon Gewinne abwerfen. Es gibt zwar keine technisch direkt vergleichbare Swatch, dennoch scheint das Teil ja eher überdurchschnittlich teuer zu sein. Wie auch immer… die wahren Gründe wird man uns wohl nicht verraten wollen.

    • Hi Markus,

      ja, ich bin komplett von den Emotionen überwältigt. Überrollt geradezu, um im Bild zu bleiben ;)

      Aber im Ernst: Danke für Deinen Kommentar & Deine Gedanken. Sind aufschlussreich.

      Beste Grüße
      Theo

      • Das ist reines Marketing, man steht in der Kolonne von Menschen in ausgesuchten Swatch Stor’s und plaudert mit Leuten aus der ganzen Welt, jedenfalls haben wir das so in Zürich an der Bahnhofstrasse erlebt. Es war unterhaltsam und lustig. Liebe Grüsse aus Zürich René

  2. Betrachtet man nur den Hype, welche die moonswatch ausgelöst hat, ist dies einer der grössten und effektivsten Marketing Erfolgstory der letzten Zeit.

    • Ja, wenn man es aus der Sicht eines Unternehmens betrachtet, mag das so sein.

      Betrachtet man es aber aus der Sicht eines durchschnittlichen Kunden (total crazy, ich weiß) fallen mir ganz andere Adjektive ein.

      Und in Sachen Image wird sich auch noch zeigen müssen, ob das so weit vorn war.

      Da bin ich mir nicht ganz so sicher.

  3. Haha…
    Und trotzdem schenkst Du der Uhr schon wieder Aufmerksamkeit…
    Top Marketing kennt man sonst so nur von Apple.
    Solange die Leute vor den Stores anstehen würde ich das Konzept auch nicht anpassen. Die Verknappung kann hier gewollt sein oder es wird eine Materialverknappung elegant überspielt. Ich werde mir bei Gelegenheit sicher eine zulegen, Eile habe ich nicht und kann gut darauf warten. Ist ja keine Smartwatch die in 6 Monaten veraltet ist.

    • Danke für Deinen Kommentar :)

      „Und trotzdem schenkst Du der Uhr schon wieder Aufmerksamkeit…“

      Ja, im Text steht auch warum. Und Dein „trotzdem“ versucht einen Widerspruch herzustellen, der aus meiner Sicht nicht vorhanden ist…

      • Ich oute mich hier Mal!
        Ich habe mir so ein Teil für 30€ bei Ali besorgt. Nur von den Originalbildern her, stammen die Originale und die Fakes aus der gleichen Fabrik! Würde mich nicht wundern!
        Wenn man so mit den Kunden umgeht….
        Mein Unrechtsbewusstsein halt sich sehr stark in Grenzen!

  4. Guten Morgen in die Runde.

    Ich werde mich wahrscheinlich total unbeliebt machen, dennoch…

    Ich war selbst zweimal im Swatch-Store Düsseldorf, die freundliche Blonde, schon sichtlich entnervt aber um Contenance bemüht erklärte, wie sicher schon hundert mal zuvor dass die Lieferung nicht planbar sei etc…

    Sind wir als zahlungswillige Kunden eigentlich völlig verrückt diesen Hype um Swatch, Rolex und Co mitzumachen und diese künstliche Verknappung auch noch zu feiern? Und dann, sollte uns das Glück hold sein oder die Gnade des Konsumgottes zu Teil werden, auch noch stolz das ergatterte Stück der Begierde zu präsentieren?

    Unabhängig vom „Wert“ wie bei allen Luxusartikeln bezahlen wir gern den Namen. Aber bitte, haben wir das wirklich nötig? Zuteilung?…Schlange stehen? Um unser Geld ausgeben zu dürfen? Was stimmt mit uns denn nicht mehr?

    Ich persönlich trage das „Original“ rein in den Laden, gekauft und gut.

    Allen anderen die sich nach Mangelware wie in der DDR sehnen und auf die heiß begehrte „gelbe Südfrucht“ warten wünsche ich viel Freude dabei.

    Aber bitte beim Schlange stehen Rückgrat und Gehirn lieber Zuhause lassen!

    Herzliche Grüße aus Essen

    G.

  5. Die Moonswatch ist nicht limitiert oder künstlich knapp gehalten.
    Swatch kommt einfach mit der Produktion einfach nicht nach
    Das ist alles.
    Als damals die Sistem51 gestartet wurde gab es auch nur kleine Stückzahlen weil die Produktion erst richtig anlaufen musste.
    Nur da hat es damals niemanden interessiert weil eine Plastikuhr mit einem seit 30 Jahren produziertem Quarzwerk im speziellen Design besser ankommt als eine technische Neuheit.

    • Da gebe ich Martin recht, die Produktionskapazität begrenzt die verfügbare Menge. Wir sind in einer Zeit, in der wir wieder lernen müssen, dass nicht alles immer beliebig verfügbar ist. Elektronische Komponenten z.B. haben heute oft Lieferfristen von mehr als einem Jahr! Deshalb sind viele Produkte nicht oder nur mit Wartezeit lieferbar, seien es Kopfhörer, Autos oder eben Uhren. Zudem muss man Swatch zu gute halten, dass die Moonswatch trotz knappem Angebot zu einem fairen Preis verkauft wird. Wer etwas Geduld hat, kriegt seine Uhr.

    • Danke Euch beiden für Eure Beiträge, die auf jeden Fall in diese Diskussion gehören.

      Zu dem Punkt, dass Swatch mit der Produktion nicht nachkommt:

      Das Unternehmen sollte eigentlich auf Massenproduktion und alles, was damit zusammenhängt spezialisiert und vorbereitet sein. Was ich in Frage stelle ist, dass sie „überrascht“ von der Nachfrage sind – und dass die Knappheit bis heute anhält.

      Hier ein paar sehr eindrucksvolle Zahlen – die zeigen, was in der Vergangenheit bei Swatch möglich war:

      1983: Die Lancierung von Swatch wird in Zürich angekündigt
      1984: 1’000’000 Swatch-Uhren produziert
      1984: 3,5 Millionen Swatch-Uhren
      1985: 10-millionste Swatch
      1986: Der Preis einer Swatch-Uhr betrug 65,00 DM oder sFr 50.– (33,24 Euro) (UVP)
      1988: 55-millionste Swatch
      1992: 100-millionste Swatch
      1996: 200-millionste Swatch
      1998: 250-millionste Swatch
      2006: 333 Millionen Swatch-Uhren

      Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Swatch

      Und zu dem Punkt, dass eventuell Komponenten oder ähnliches fehlen:

      Wenn ich es richtig verstanden habe, dann ist Swatch bei der Produktion recht autark – da wohl sehr viel inhouse abläuft. Vom Material (Quelle: https://www.fratellowatches.com/inside-the-moonswatch-production-facilities/)
      bis zu den Werken (Stichwort ETA). Und falls es doch irgendeinen Mangel gibt, hat Swatch es ja selbst in der Hand, das offen zu kommunizieren. Dafür hätte jeder Verständnis und es würde zu mehr Glaubwürdigkeit führen. Aber die Leute gezielt in die Stores zu schicken, wo sie mit großer Wahrscheinlichkeit keine Uhr bekommen… Schwierig. Sehr schwierig.

  6. Hallo Theodossios, vielen Dank für diesen super Blogeintrag, der die Meinung vieler an der Uhr interessierter Käufer widergibt. Eine Plastikuhr um die man so viel kämpfen muss, ist ihr Geld und gehäucheltes Prestige nicht wert. Durch die künstlich gepushte „Exklusivität“, die diese Uhr definitiv nicht hat, haben sich die Marken Swatch und Omega ein Eigentor geschossen. Glücklicherweise gibt es andere Marken, die ihr Versprechen halten.

  7. Ich war auch interessiert an der Omega Swatch. Früher trug ich gerne Swatch Uhren. Ich hatte sogar bei Swatch direkt angefragt. Mittlerweile ist mein Interesse verflogen. Ich habe keine Lust etwas hinterher zu jagen das anscheinend gezielt limitiert wird. Die Aftermarket Preise tun ihr übriges. Ich denke Swatch ist auf den Zug der limitierten Produkte aufgesprungen, so wie es Nike oder Adidas tun, die PS5 folgt vermutlich auch dem gleichen Chema um ihre Produkte/Marke interessant und attraktiver zu machen. Wenn man ehrlich ist hatte Swatch seine beste Zeit eigentlich schon hinter sich und es dominierten in den letzten Jahren Smart Watches den Markt. Vergessen sollte man nicht, dass es immer noch eine Plastik Swatch ist bevor man überteuerte.Preise bezahlt.

  8. Diesen Hype unterstütze ich nicht. Unglaublich, wie bei Rolex und zuletzt speziell mit der „Tiffany“ Rolex. Da warte ich bei den Temperaturen doch lieber vor einem Eisladen und da bekomme ich nach deutlich weniger Wartezeit auch das in ausreichender Menge wofür ich mich angestellt habe.

    Ich trage meine weiße Omega Planet Ocean gern und wechsle ab und an mit der limitierten a bathing ape-Swatch, die ich normal und ohne Warten im Store bekam.

  9. Für das gleiche Geld, das eine der Plastemoonswatches („Biokeramik“? LOL, bei Füllhaltern heisst Plastik „Edelharz“, und PU-/Kunstleder wird neuerdings auch als „Veganleder“ vermarktet)) mit Quarzwerk kostet, habe ich mir unlängst einen SeaGull 1963 Fliegerchrono gekauft. Edelstahlgehäuse, Handaufzugswerk, Saphirglas, Pandablatt. Ganz einfach online bestellbar, mehrfach devotes Betteln und vergebliche Anfahrten obsolet…

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