Uhren-Neuheiten 2020 – von Mondpreisen & neuen Farben

OMEGA Speedmaster Moonwatch Ed White 2020 Kaliber 321
(Lesezeit: 4 Min.)

Es tut sich was in Sachen Uhren-Neuheiten 2020. Die großen Messen stehen zwar noch bevor, dennoch lassen es sich einige Uhrenmarken nicht nehmen, die ersten Highlights schon vor der Baselworld 2020, der Watches & Wonders (Ex-SIHH), der „Time to Move“ (die mittlerweile abgesagte Hausmesse der Swatch-Group) oder der Münchner Inhorgenta anzukündigen.

In diesem Artikel wollen wir einen Blick auf einige ausgewählte Uhren werfen. Mit dabei: Omega mit einer, sorry, unnötig teuren Speedmaster Moonwatch aus Stahl, Tag Heuer mit einer halb so teuren Limited Edition zum 160-jährigen Jubiläum, Bell & Ross mit neuen Farben und Mühle Glashütte mit einer schönen Einsteigeruhr.

Lasst uns mit Omega beginnen.

Doch Obacht, die folgenden Zeilen – obwohl von einem Speedmaster-Fan geschrieben – könnten etwas sehr launig werden. Und ich glaube zu Recht.

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Omega Speedmaster 321 – von Mondreisen zu Mondpreisen

Den Anfang machte dieses Jahr Omega mit einer ganz „besonderen“ (Pre-)Moonwatch, mit einem ganz besonderen Werk und einem ganz besonderen Preis:

OMEGA Speedmaster Moonwatch Ed White 2020 Kaliber 321

OMEGA Speedmaster Moonwatch Ed White 2020 Kaliber 321 OMEGA Speedmaster Moonwatch Ed White 2020 Kaliber 321

Gehen wir gleich in medias res. Während die „normale“ Moonwatch derzeit (noch) 4.600 Euro kostet, findet Omega, dass diese recht ähnlich aussehende und auf alt getrimmte Stahluhr mit dem „legendären“ und neuaufgelegten Handaufzusgwerk Kaliber 321 durchaus 12.900 Euro wert ist. Preislich also auf demselben Niveau wie eine Rolex Daytona mit Automatikwerk. Und so mancher Speedie-Fan (mich eingeschlossen) fragt sich, was ist denn da los?

Die Moonwatch – von der Cash-Cow zum Goldenen Kalb

13K – Mir persönlich fällt dazu nicht mehr viel ein. Außer: Omega wird zunehmend „dreister“ und abgehobener in seiner Preispolitik, die sich stets an Rolex zu orientieren scheint. Die „Cash-Cow“ Speedmaster wird seit Jahren bis zum Exzess gehypt, gemolken und neuaufgelegt. Bevorzugt als Limited Edition. Und dieses neue Modell mit dem aufgewärmten Kaliber 321 soll nun wohl so etwas wie das „Goldene Kalb“ werden, um das alle Speedmaster-Jünger inklusive Uhren-Blogger ehrfürchtig tanzen sollen. Weil es das vermeintliche Nonplusultra ist. Doch: Dieses Kalb ist nur aus Stahl – nicht aus Gold. Und in meinen Augen wenig anbetungswürdig. Kaliber 321 hin oder her – ein fünfstelliger Preis scheint mir einfach nicht gerechtfertigt.

Darum habe ich auch wenig Lust, die vermeintlichen Features und Marketing-Floskeln hier wiederzugeben (wie es andere und erstaunlich unkritische Uhren-Blogs/Medien tun), da nichts davon diesen Preis aus meiner Sicht rechtfertigt. Er steht für sich und sagt eigentlich alles, was man über diese Uhr wissen muss.

Dasselbe gilt – so leid es mir tut – wohl auch für zukünftige Käufer, die entweder arg-, ahnungslos, geltungsbedürftig oder einfach nur neureich sein dürften. Oder alles zusammen.

Denn: Der Preisvergleich mit der aktuell noch erhältlichen „regulären“ Moonwatch sollte jedem vernunftbegabten Menschen zu denken geben – und die (Nicht-)Kaufentscheidung erleichtern. Egal, ob Uhrenkenner oder nicht.

Last but not least: Es fehlt nur noch, dass Omega die bisherige „günstige“ Moonwatch einstellt und sie – ohne wirkliche Not – gegen eine „technisch bessere“ (aka teurere) austauscht. Gerüchte und Vermutungen in diese Richtung gibt es ja bereits. Wir werden sehen. Mich wundert auf jeden Fall nichts mehr.

Mehr zum Thema Preisentwicklung der Moonwatch – in diesem Artikel:

The Moon is the Limit? – Omega Speedmaster Preisentwicklung (Update)

In diesem Artikel gab ich noch witzelnd den Tipp ab, dass das neue Werk eine Preissteigerung von 1.000 bis 2.000 Euro bedeuten könnte. Da habe ich Omega wohl unterschätzt…

News: Omega Cal. 321, Breitling Navitimer Airline Editions, MB&F, Zenith

 

Uhren-Neuheiten 2020:
TAG Heuer Carrera 160 Years Silver Limited Edition

Seit 1860 baut Tag Heuer Uhren. Etwas genauer: Alles begann unter dem Namen Heuer, benannt nach dem Gründer Edouard Heuer. Das „TAG“ kam erst 1985 bei dem Zusammenschluss mit der TAG-Gruppe (Techniques d’Avant Garde) dazu. Mehr zur Historie findet Ihr auf Wikipedia.

16o Jahre wollen also gefeiert werden. Und das macht der Schweizer Uhrenhersteller mit der Neuauflage der ersten Heuer Carrera aus den 60er Jahren – in Silber. Und so sieht das gute Stück als Uhren-Neuheit 2020 aus:

Tag Heuer Carrera 160 Jahre Neuauflage Re-edition 2020 CBK221B.FC6479

Tag Heuer Carrera 160ys Re-edition_2020 CBK221B.FC6479 Zifferblatt Close up

Tag Heuer Carrera 160ys Re-edition CBK221B.FC6479 160TH ANNIVERSARY SPECIAL EDITION 2020

 

Das Design dieses Chronographen-Klassikers spricht man Jack Heuer zu – hier eine Vintage-Carrera aus den 60ern:

 

Heuer Carrera 2447 Vintage

 

Die moderne und auf 1.860 limitierte Version (s. Grundüngsjahr) hat einen Gehäusedurchmesser von moderaten 39 mm. Beim Werk handelt es sich um das Calibre Heuer 02, einem Automatikwerk mit 80 Stunden Gangreserve. Der Preis liegt bei 5.850 Euro.

Zugegeben, das ist auch viel Geld, aber immer noch weniger als die Hälfte von dem, was Omega für die oben vorgestellte Stahl-Speedmaster mit Handaufzug verlangt. Ihr könntet Euch also theoretisch gleich zwei von diesem Jubiläumsmodell gönnen ;)

Oder: Alle (!) der folgenden Uhren…

Uhren-Neuheiten 2020: Bell & Ross – rund ist besser

Bell & Ross präsentiert „Pre-Basel“ zwar keine wirklich neuen Modelle, aber immerhin ein paar neue Farben. Und zwar bei den „runden“ Modellen, die seit ein paar Jahren ziemlich gut ankommen – vor allem bei mir (siehe auch hier).

Und hier sind sie – die neuen Farben & Styles:

Bell & Ross BRV2-92-Military – Dreizeiger Uhr am grünen Canvas-Band (Preis: 2.700 Euro)

Bell & Ross BRV2-92-Military-Green-Canvas-strap

 

Für Vielflieger und GMT-Freunde: Bell & Ross BRV2-93 GMT Blue Steel (Preis: ab 2.900 Euro)

Bell & Ross BRV2-93-GMT_Blue-Steel-bracelet

 

 

Bell & Ross BRV2-94 Aeronavale Bronze am Canvas-Strap – limitiert auf 999 Stück (Preis: 4.900 Euro)

Bell & Ross BRV2-94 Aeronavale Bronze Canvas Strap

 

Es ist nur mein persönlicher Eindruck, aber B&R scheint ein wenig damit zu hadern, dass die viereckigen und recht klobigen Uhren (mit denen sie berühmt geworden sind) nicht mehr ganz so viel Beachtung bekommen… Aber was soll´s. Der Kunde ist nun mal König – und der bevorzugt derzeit Uhren wie oben. Und das zu Recht, wie ich finde :)

Zu den oben gezeigten Modellen: Dreizeiger-, GMT und Bronze-Chronograph haben allesamt einen Durchmesser von 41 mm.Bei den Werken setzt Bell & Ross bevorzugt auf Sellita & ETA – gibt ihnen jedoch eigene Bezeichnungen. Gemessen daran sind die obigen Preise zwar ein wenig ambitioniert, dafür stimmen aber Design, Verarbeitung und Gesamteindruck dieser Modelle. Davon konnte ich mich auf der einen oder anderen Baselworld schon überzeugen.

Wem das immer immer noch zu teuer ist, für den könnte die folgende Uhren-Neuheit 2020 etwas sein. Sie kommt direkt aus Glashütte.

Uhren-Neuheiten 2020: Mühle Glashütte – Panova Grau

OK, auch diese Uhr bietet lediglich eine neue Farbe – und die kann sich sehen lassen. Nach Grün und Blau – folgt nun ein fröhliches Grau ;)

Mühle-Glashütte Panova Grau Preis 1.000 EUR

Gefällt mir. Gehäuse, Zifferblatt-Design und Armband – es passt alles. Und für eine Glashütter Uhr ist sie ziemlich moderat bepreist. So wie Ihre Vorgänger, die Mühle in 2018 (Blau) und 2019 (Grün) vorgestellt hat:

Uhren-Neuheiten 2019 - Mühle Glashütte Panova Grün - Baselworld

Die wichtigsten Daten im Überblick:

Mühle-Glashütte Panova Grau Mood Preis 1.000 EUR

Werk: SW 200-1, Automatik; Version Mühle mit patentierter Spechthalsregulierung, Mühle-Rotor und charakteristischen Oberflächenveredelungen. Sekundenstopp. 38 h Gangreserve

Gehäuse: Edelstahl gebürstet. Entspiegeltes Saphirglas. Verschraubte Krone. Ø 40,0 mm; H 10,4 mm. Wasserdicht bis 10 bar. Textil- oder Lederband mit Dornschließe aus Edelstahl

Preis: 1.000,- Euro

Fazit: Auf jeden Fall einen Blick wert. Zumal die Mühle Panova eine schöne Einsteigeruhr für alle jene ist, die auf der Suche nach einem wertigen mechanischen Zeitmesser aus Glashütte sind – sich ihn aber bisher nicht leisten konnten.

Soweit also zu den ersten Uhren-Neuheiten des Jahres 2020. Ich bin mir sicher, da kommen noch einige auf uns zu :)

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Theodossios Theodoridis

2 Kommentare

  1. Hallo Theo,
    Vielen Dank für diesen ehrlichen Artikel über die neue „Pre-Moon“ Speedmaster. Ich kann Deine Meinung nur teilen. Das Geld gebe ich dann lieber für eine vintage „Ed White“ aus, die ist sogar etwas günstiger mit an Sicherheit grenzender Wertsteigerung.

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