Vintage-Stil – Neue Uhren unter 200 Euro 

Gut, dann unterbiete ich mich mal. Die Vorgeschichte: Ich habe bereits einen Beitrag zum Thema neue Uhren im Vintage Stil geschrieben – sie lagen damals alle unter 500 Euro. In diesem Artikel möchte ich die Preismarke nochmals herabsetzen – maximal 200 Euro sollen sie kosten. Eine der Uhren liegt sogar weit unter 100 Euro. Und natürlich findet man in dieser Preiskategorie eher Quartz- als mechanische Uhren. Die im besagten Artikel vorgestellte Mechanikuhr Orient Bambino (amazon-Partnerlink) ist eine absolute Ausnahme und ein echtes Schnäppchen. Eigentlich gehört sie aufgrund ihres Preises hierhin. Doch damals wusste ich noch nicht, dass ich diesen hier überhaupt schreiben werde. Unter anderem, weil ich die beiden Uhrenmarken Lip und Void Watches (amazon-Partnerlinks) zu dem Zeitpunkt noch nicht kannte.

Bei Void ist das nicht so verwunderlich, denn die schwedische Uhrenmarke gibt es erst seit 2008. Das Design der Skandinavier bewegt sich irgendwo zwischen retro und futuristisch. Ihr werdet später sehen, was ich meine.

Dass ich den französischen Uhrenhersteller Lip, den es offenbar seit 1867 gibt, nicht kannte, hat mich selbst ein wenig erstaunt. Zumal die Franzosen in den 50er und 60er Jahren offenbar sehr schöne Uhren auf den Markt gebracht haben. Und die legen sie zum Glück auch wieder neu auf. Alte Formen, neu produziert. Und das Ganze zu sehr vernünftigen Preisen. Beginnen wir mit einer recht klassisch anmutenden Lip für rund 180 Euro.

Vintage-Design: Neue Uhren unter 200 Euro – Lip Dauphine

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Made in France – Lip Dauphine: Chrome: ca. 180 Euro (Quartz, in weiteren Varianten erhältlich)

Diese Uhr hat ihren Namen ganz offensichtlich wegen der Dauphine-Zeigerform erhalten. In meinen Augen eine der schönsten Zeigerformen, die es überhaupt gibt. Der Durchmesser der Dauphine liegt bei 34 mm. Das mag vielleicht klein klingen – wirkt aber nicht so, wenn man sie in der Hand hält bzw. anlegt. Sie passt damit sowohl an ein Herren- als auch an ein Damen-Handgelenk. Wer jedoch klobige Taucheruhren bevorzugt, ist bei dieser Uhr natürlich falsch. Es handelt sich nun mal um eine typische Dress Watch, die dafür gedacht ist, dezent und problemlos unter eine Hemdmanschette zu gleiten. Eher filigran als robust.

Die Lip Dauphine auf amazon (Partnerlink)

Mit Gitter – Lip Panoramic:

Lip Panoramic – Classic Chrome Republic Nato: ca. 160 Euro (Quartz, weitere Varianten erhältlich)

Gleiches gilt für die Lip Panoramic. Sie erinnert stark an den Bauhaus-Stil, den man von Herstellern wie Junghans (Max Bill) oder alten Glashütte-Uhren aus DDR-Zeiten kennt (GUB, insbesondere einige Spezimatic-Modelle). Und wer ein Lederband zu konservativ findet, der bekommt sie auch mit Nato-Band (siehe Fotos). Sehr schöne Kombination mit großartigem Zifferblatt-Design und ebenfalls Dauphine-Zeigern.

Das Ganze bekommt man zu einem Preis von rund 160 Euro. Und ich konnte seitens der Verarbeitung oder Wertigkeit, wie auch bei der Dauphine, keine groben Schnitzer feststellen.

Kommen wir zu nächsten Uhr aus dem Hause Lip. Angeblich soll Firmeninhaber Fred Lip im Jahr 1958 so eine Uhr General Charles de Gaulle gegeben haben. Entsprechend fiel auch die Namensgebung aus…

Mit Blitz – Lip Général de Gaulle

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LIP Général de Gaulle – Electronic Gold Black (Quartz): ca. 180 Euro, weitere Varianten erhältlich)

Keine Bange. Wer kein Gold mag, für den gibt es diese Uhr in vielen weiteren Varianten. Unter anderem mit Edelstahlgehäuse, schwarzer PVD-Beschichtung und für Mechanik-Fans auch mit Automatikwerk. Das „Electronic“ auf dem Zifferblatt verweist auf die Quarz-Version. Beim Hersteller liegen übrigens alle 22 Varianten im Online-Shop über 200 Euro. Bei thewatchstore.de bekommt Ihr sie für ca. 180 Euro. (Stand: Juli 2015).

Alternativ könnt Ihr auch bei amazon nach LIP-Uhren schauen.

Void Watches – digital & retro im Brikett-Format

Diese Uhren haben die denkbar ungünstigste Form für ein Uhrengehäuse – und dennoch haben sie etwas. Sowohl die mit einer roten LED-Anzeige ausgestattete V01LED Black & Metal Band (links) als auch die Sond Black mit Negativ-LCD-Anzeige (rechts). Beide erinnern von der Gehäuseform an die guten alten Taschenrechner-Uhren von Casio – damals in den 80ern. Nur eben mit dem Unterschied, dass das Tastenfeld fehlt – und sich die Anzeige unten statt oben befindet. Während die V01LED Black mit einem schweren, schwarzen und gebürsteten Edelstahlgehäuse aufwartet, ist die Sond Black mit ihrem Kunststoffgehäuse geradezu ein Leichtgewicht.

Das spiegelt sich auch in den Preisen wieder: 190 Euro kostet die LED-Uhr im „Neo-Retro“-Look und die Sond Black bekommt man für rund 55 Euro bei thewatchstore.de im Sale (statt ca. 75 Euro, auch in weiteren Farben). Wer unsicher ist, für welches „Retro-Brikett“ er sich entscheiden soll, der macht bei der Sond Black zu dem Preis kaum etwas falsch. Einzig die Größe gilt es zu bedenken, denn die Uhren sind dank ihrer Form und Maße eher weniger für schmale Handgelenke geeignet (V01LED: 36 x 42 x 9 mm (BxHxT) & Sond Black: 38 x 44 x 11 mm (BxHxT).

Last but not least:

Vielen Dank an Gratian von thewatchstore.de, der mir die Uhren zum Fotografieren zur Verfügung gestellt hat. Sie gingen danach alle wieder zurück.

Wer nun Lust auf die Original-Vintage-Modelle von Lip bekommen hat, findet die natürlich auf ebay (Partner-Link).

Die Kollegen von worn & wound haben Void bereits vor einiger Zeit vorgestellt – weitere Infos bzw. zwei Artikel findet Ihr hier.

Und hier geht es zu den beiden Herstellern Lip und Void Watches. Ein Blick auf die Seiten und die vielen anderen Modelle lohnt sich.

*Partner-Link – was ist das?

Theodossios Theodoridis

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