Dreckige Uhren: Vintage-Uhr gekauft – und nun?

(Lesezeit: 2 Min.)

Machen wir uns nichts vor: Vintage-Uhren sind großartig – leider aber auch alt, gebraucht und von anderen bereits getragen. Bei manchem löst allein der Gedanke an getragene Uhren fulminanten Juckreiz und Unbehagen aus. Bevor man sich also eine alte und mitunter „schmodderige“ Uhr um den Arm bindet, sollte man die eine oder andere Reinigungsmaßnahme in Erwägung ziehen.

Bei mir hat sich folgendes Prozedere inkl. einiger Checks eingespielt, sobald ich einen Vintage-Neuzugang habe:*

  • Uhr aufziehen und schauen, ob sie überhaupt (an-)läuft
  • Uhr stellen und über 24 Stunden die Ganggenauigkeit prüfen – am besten mit einer Funkuhr
  • Band abnehmen
  • Getragene Lederbänder werfe ich sofort weg. Bei manchen lohnt es sich jedoch, die Schließe aufzubewahren. Erst recht, wenn es sich um welche von Sinn, Omega oder Rolex handelt
  • Mit Tuch, Spülmittel & etwas Wasser den ersten groben Schmutz vom Gehäuse entfernen – dabei die Wasserdichtigkeit beachten. Um auch in die letzte Ecke zu kommen sind  Q-tips und Zahnstocher aus Holz oder Kunststoff sehr hilfreich
  • Mit Desinfektionsmittel – günstig bei Rossmann, Budnikowski & Co. erhältlich – die Uhr und das (Metall-)Band besprühen. Auch hier: Wasserdichtigkeit der Uhr beachten. Circa eine Minute einwirken lassen und mit einem Lappen ein weiteres Mal reinigen
  • Sofern möglich,  das Gehäuse öffnen und einen Blick auf das hoffentlich saubere Werk werfen – ggf. die Seriennummer prüfen und das Herstellungsjahr ermitteln
  • Wer seine Uhr wasserdicht haben möchte, schaut sich nun die Dichtungen genauer an. Lösen sich sich bereits bzw. schmieren sie, dann sollte man sie entsprechend austauschen (lassen)
  • Ist das Uhrenglas aus Kunststoff bzw. Plexiglas ordentlich zerkratzt, so erzielt man mit Autopolitur oder Whitening- Zahnpasta gute Ergebnisse. Eventuell muss man mehrfach polieren und auf einen weichen Lappen verzichten. Stattdessen  Papier oder Karton verwenden, um den „Schmirgeleffekt“ zu erhöhen. Oder: Die Politur/Zahncreme ein wenig antrocknen lassen – das verstärkt ebenfalls den Effekt. Bei Mineral- oder Saphirglas bringt dieser Tipp leider nichts. In der Regel muss ein neues Glas her
  • Für Faule & Hygieniker: Wem das Reinigen eines Metallbandes mit Spülmittel und Desinfektionsmittel nicht reicht, der kann das Band – ohne Uhr ! – in die Spülmaschine geben und bei mind. 60 Grad reinigen. Mit oder ohne Geschirr ist jedem selbst überlassen. Auf jeden Fall entfernt das in der Regel die unangenehmen dunklen Ablagerungen, die man gern mal zwischen den einzelnen Gliedern eines Bandes findet

Nun kann die Uhr an den Arm – ohne Juckreiz & Co. 

Und wer nun Lust auf die abgebildete Uhr bzw. die Modellreihe bekommen hat – hier entlang: Omega Speedmaster Mark (ebayPartner-Link).

* Tipps gelten für Uhren mit Edelstahlgehäuse und -bänder. Alle anderen Metalle und Beschichtungen – auf eigene Gefahr.

Weitere Uhren-News & Infos: https://www.facebook.com/zeigr

*Partner-Link – was ist das?

Theodossios Theodoridis

6 Comments

  1. Hallo,

    ich habe deinen Blog als Geheimtipp empfholen bekommen und bin sehr positiv überrascht. Die Berichte und die Arbeit die du dir machst sind fabelhaft. Danke für die ausführliche Doku über das Uhren reinigen, werde mich gleich mal an meine ran setzen.

    Mach weiter so, toller Blog.

    LG Roland

    • Vielen Dank! Freut mich sehr, dass mein Blog so etwas wie ein Geheimtipp ist, weiterempfohlen wird und die reingesteckte Arbeit Wertschätzung erhält!

      Viele Grüße zurück!

  2. Ich klatsche mit! Hervorragend und informativ!
    Uhren sollte man regelmässig reinigen. Neben dem Abreiben mit einem Mikrofasertuch, empfiehlt sich von Zeit zu Zeit eine Reinigung mit Wasser und Spülmittel. Wasserdichte Uhren kann man in warmen Wasser mit ein wenig Spülmittel und einer alten Zahnbürste saubermachen. Noch besser ist die Behandlung des (Metall-) Bandes im Ultraschallreiniger. Die Uhr selbst aber keinesfalls ins US-Bad einlegen, also Band abmachen.

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