Tudor Black Bay Pro – Hommage an die Rolex Explorer II „Steve McQueen“

TUDOR Black Bay Pro 2022
(Lesezeit: 3 Min.)

Tudor hat ein Herz für Vintage-Fans – und stellt es mit seiner diesjährigen Uhren-Neuheit Tudor Black Bay Pro erneut unter Beweis. Auf der Genfer Uhrenmesse Watches and Wonders 2022 hat Tudor diese GMT-Uhr mit 39 mm Durchmesser erstmals vorgestellt. Sie ist bereits jetzt mein persönlicher (und langersehnter) Favorit, was die Neuheiten 2022 aus dem Hause Rolex/Tudor angeht. Da werde ich aber sicher nicht allein sein. Ich sehe jetzt schon die Wartelisten für dieses neue Modell. Und mit Sicherheit auch einige sehr „unanständige“ Preise auf dem Graumarkt. Tja, so ist es nun mal…

Tudor Uhren-Neuheit 2022 – Black Bay Pro

Für manch Außenstehenden mag diese Black Bay Pro wie eine weitere Variante der seit 2012 äußerst erfolgreichen Modellreihe Black Bay sein. Wer sich jedoch ein wenig mit Vintage-Uhren auskennt, der sieht sofort die nahe Verwandtschaft zu der mittlerweile gesuchten und teuer gehandelten Rolex Explorer II aus den 70er/80er Jahren mit der Referenz 1655:

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Dan (@tony.crouton)

Die Lünette, der orange GMT-Zeiger – das sind schon eindeutige Verweise auf die 1655. Die übrigens auch den Beinamen „Steve McQueen“ trägt. Allerdings zu Unrecht. Doch dazu später mehr.

Wenden wir uns erst einmal der neuen Tudor Black Bay Pro mit der Referenz 79470 zu – in Form von ersten Bildern und Impressionen:

Werbung

Uhrenarmbänder Kautschuk Black Mosaik

 

TUDOR Black Bay Pro

Charakteristisch: Fixe Stahllünette und oranger GMT-Zeiger – im typischen „Snowflake“-Design.

TUDOR-Black Bay Pro

Schönes Retro-Detail – die erhabenen Stundenmarkierungen sind nicht eingefasst und aus einem leuchtenden Keramik-Material:

Der dazu passende Lume-Shot:

Drei verschiedene Varianten – mit Stahlband, Hybridarmband aus Kautschuk/Leder und Textil-/Natoband:

TUDOR Black Bay Pro

Tudor Black Bay Pro Tudor Black Bay Pro

 

Mehr als eine „Poor Man´s“-Steve McQueen

Wie gesagt, Tudor zitiert hier eine Uhr aus den eigenen Reihen bzw. aus dem Mutterhaus Rolex. Und wie so oft bei Tudor bekommt man einiges für sein Geld. Der unverbindliche Preis liegt bei 3.720 Euro für die Variante mit Stahlband. Im Vergleich zu anderen Luxusmarken, kann man das fast schon als moderat bezeichnen.

Mal abgesehen davon, dass es sich hier um eine GMT-Uhr mit Manufakturwerk aus dem Hause Rolex handelt – Ihr bekommt auch noch die (abgewandelte) Neuauflage des oben genannten Vintage-Klassikers.

Und es handelt sich dabei nicht um eine „Hommage“ eines Fremdherstellers, der sich dieses Design einfach mal zu Eigen gemacht, sondern um den echten „Urheber“, der seine Idee gewissermaßen inhouse weiterverendet bzw. an die Tochter Tudor weitergibt. Und das läuft bei der Black Bay-Reihe bereits seit fast zehn Jahren so – recht erfolgreich. Oder anders: Wenn jemand Rolex kopieren darf, dann wohl Rolex selbst. In Form seiner Marke Tudor.

Wer mehr zu diesem Thema lesen möchte, dem lege ich meinen Artikel „Rolex vs. Tudor: Die besten Alternativen für Submariner, Daytona und Co.“ ans Herz, den ich für die GQ Deutschland geschrieben habe.

Tudor Black Bay Pro

Und falls Euch das nun irgendwie an den kürzlichen Release der MoonSwatch Speedmaster von Omega und Swatch erinnert… Nun ja. Es wäre nicht das erste Mal, dass sich die Swatch Group etwas bei Rolex abschaut. Wer in der „Uhren-Szene“ viel unterwegs ist, weiß genau, was ich meine ;)

Nur ein Mythos…

Aber zurück zur Black Bay Pro und ihren (vermeintlichen) Ursprüngen. Aus irgendeinem Grund, wahrscheinlich auf einem Missverständnis beruhend, hat die Rolex Explorer II Ref. 1655 den Beinamen Steve McQueen erhalten. Tatsächlich hat der berühmte Hollywood-Schauspieler und „King of Cool“ Rolex getragen, z.B. eine Rolex Submariner 5512:

Allerdings ist nirgends belegt, dass auch eine Explorer II in seinem Besitz oder an seinem Handgelenk war.

Es scheint wohl ein Mythos zu sein. Der aber nichts daran ändert, dass diese Bezeichnung nach wie vor weltweit im Umlauf ist.

Und seien wir mal ehrlich: Es klingt ja auch gut. Sowohl bei einer Vintage-Rolex als auch bei der neuen Tudor :)

Soweit meine Gedanken und Eindrücke zur neuen Tudor Black Bay Pro, die in meinen Augen eine schöne und mit einem Preis ab 3.430 Euro sogar „erschwingliche“ Alternative zur Rolex Explorer II 1655 ist. Denn für die muss man aktuell 25.000 Euro und mehr hinlegen.

Nachtrag:

Mittlerweile hatte ich die Gelegenheit, die Uhr selbst anzulegen. Und so sieht sie live aus:

Tudor Black Bay Pro 2022 - Wrist Shot

Die technischen Daten – im Überblick:

Gehäuse: 39 mm Durchmesser, Edelstahl

Lünette: feststehend, 24 Stunden, Edelstahl

Werk: Manufakturwerk Kaliber MT5652 (COSC – Chronometer)

Funktionen: GMT & Datum

Gangreserve: ca. 70 Stunden

Glas: Gewölbtes Saphirglas

Wasserdicht: bis 200 Meter

Preise: 3.430 Euro (Textil oder Hybridband Kautschuk/Leder), 3.720 Euro (Stahlband)

 

Video:

Weitere Fotos:
Lese-Tipps:

Tudor Neuheiten 2022 – Black Bay GMT „Root Beer“ & Co (Preise & Fotos)

Geschicktes Farbspiel: Tudor Black Bay Black (Preis & Fotos)

Baselworld 2016: Die Farbspiele gehen weiter – Tudor Black Bay Dark

 

Weitere Artikel zum Thema…

 

*Partnerlink – was ist das?

Theodossios Theodoridis

3 Kommentare

  1. Für sich betrachtet ist die Uhr top. Sie gefällt mir richtig, richtig gut. Formal gelungen und stimmig, Unpraktisch für mich sind die 39mm Durchmesser. Das ist mir zu klein. Aber da kann man Tudor keinen Vorwurf machen, denn 39mm ist bei denen generell extrem gefragt, historisch korrekt und folgt dem Trend zu kleineren Uhren. Auch wenn das Mutterschiff in eine andere Richtung fährt.

    Ich mache mir auch keine Hoffnung, dass ne 41er nachkommt, da Tudor unverständlicherweise schon bei den bisherigen Black Bay nicht jede Variante in beiden Größen anbietet.

    Was ich allerdings wirklich kritisch sehe: Tudor rückt mit der Black Bay Pro wieder an Rolex heran. Was der Marke bislang nie wirklich gut getan hat. Der Imagetransfer lief holperig. In diesem Fall kommt dazu, dass die Black Bay ja eine eigene Historie hat. Es gab ja entsprechende Subs, in Anlehnung an die Rolex 5513. Insofern ist der Stammbaum stringent. Eine Tudor Explorer hat es ja nie gegeben.

    Ich denke aber nicht, dass es den konkreten Verkaufszahlen der Black Bay Pro schadet, und das hätte diese wunderbare Uhr auch nicht verdient. Sollte nochmal eine 41er nachgeschoben werden, könnte ich selbst durchaus schwach werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert