Zu Besuch: Fortis – frischer Wind in Grenchen? (Teil 2)

(Lesezeit: 7 Min.)

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Im ersten Teil habe ich es bereits erwähnt: Fortis hat ein neues Management. Seit 2013 ist der noch recht junge Maximilian Spitzy (36) der neue CEO bei Fortis in Grenchen. Er hat bereits einiges umgestellt und man merkt es den auf der Baselworld 2016 präsentierten Fortis-Modellen und dem dazugehörigen Marketing an, dass es in eine neue Richtung geht. Und das war wohl auch nötig.

Einige im Uhrforum dreschen nun gern, warum auch immer, ordentlich auf das sich im Wandel befindliche Unternehmen, das Management und die Preise ein. Leider wird – wie so oft in Foren und Online-Kommentaren – miserabel bis gar nicht differenziert. Vor allem wenn es darum geht, einen Unterschied zwischen neuem und altem Management zu machen.

Keine Bange, das soll jetzt keine Lobhudelei auf das neue Management werden, aber wenigstens eine differenzierte Betrachtung und meine Eindrücke möchte ich hier mit Euch teilen. Zumal ich „die Jungs“ persönlich bei einem Besuch in Grenchen kennengelernt habe.

Plietsch, jung, nicht aus der Branche – gut so!

Woran ich als Uhrenblogger erkenne, ob ich es mit einem frischen oder einem verknöcherten Unternehmen zu tun habe? Wie es sich mir gegenüber verhält. Ob und wie es auf Blogger zugeht und wie es generell, zum Beispiel mit einer Anfrage per E-Mail oder einer Anmeldung im Pressebereich umgeht. Fortis gehört zu den Unternehmen, die auf mich zugekommen sind. Mit einem Kooperationsangebot. Mein erster Eindruck war: Schon mal ein zeitgemäßer Ansatz – und dann noch von einer Uhrenmarke, die ich ohnehin seit den 90er Jahren mag (siehe hierzu Teil 1).

Fortis - zeigr.com in Grenchen (CH)-116

Und: Jeder bei Fortis ist mir bisher mit Freundlichkeit, Zugänglichkeit und genereller Offenheit begegnet – statt mit Arroganz, Distanz oder sonstigem elitärem Gehabe. Einige – zum Glück nicht alle – der großen Uhrenhersteller tun sich selbst im Jahr 2016 noch schwer damit. Uhrenbranche eben. Vielleicht sind sie in ein paar Jahren soweit ;)

Im Gespräch mit Fortis habe ich dann erfahren, dass man tatsächlich gern mit Blogs zusammenarbeitet. Die Glaubwürdigkeit, das Engagement und die Flexibilität seien die ausschlaggebenden Gründe für die bevorzugte Zusammenarbeit mit Bloggern. Hinzukommt noch ein weiterer Punkt: Weder CEO Maximilian Spitzy noch der Sales & Marketing Director Andreas Bentele kommen aus der Uhrenbranche. Sie haben nicht die typischen und oft rückständigen Vorbehalte gegenüber Themen wie Online, Social Media, Blogger & Co. Überhaupt merkt man ihnen an, dass sie nicht komplett in der Filterblase „Uhren“ leben und etwas mehr von der (Wirtschafts-)Welt gesehen haben als nur den Uhrenkosmos. Und: Sie bringen reichlich Ehrgeiz mit, die Marke Fortis wieder aufzubauen und voranzubringen. Das merkt man beiden an – sie sind hochgradig engagiert. Und manchmal schießt der Ehrgeiz sogar ein kleinwenig über das Ziel hinaus…

Das merkt man immer dann, wenn man bei Fortis – sowohl während der Baselworld als auch in Grenchen – die neuen Modellreihen Aviatis, Cosmonautis, Terrestris und Aquatis inklusive deren Markenwelt ausführlich erklärt und erläutert bekommt. Kurzum: Es geht um die Themen zu Land, zu Wasser, in der Luft – und im All. Gepaart mit einem Hauch Latinum ;) Vielleicht bin ich da vorgeschädigt – als jemand, der in der Medienbranche arbeitet – aber ich kann in 90% der Fälle mit der mir erläuterten „Markenwelt“ einer Kollektion oder Uhr nur bedingt etwas anfangen. Für mich ist das oft nur Beiwerk. Mögen sich andere daran erfreuen. Mich interessieren vor allem die Uhren, das Design, die Funktionen. Vielleicht noch eine kleine, nette Anekdote mit historischem Bezug zur Marke. That´s it. Mehr Marketing und „Markenwelt“ brauche ich persönlich nicht.

Denn sie wissen, was sie tun.

Und da sind wir auch bei dem wichtigsten Punkt – den Produkten selbst: Die neuen Fortis-Modelle brauchen diese (neuen) Markenwelten, diverse Ableitungen, Erläuterungen und typischen Werbe-Superlative  (siehe auch Uhrforum) eigentlich nicht. Denn wenn man sich die neuen Modelle, deren Design und vor allem die Verarbeitung live (!) anschaut und ein wenig von Uhren versteht, dann erkennt man auf den ersten Blick, was für eine wirklich großartige Arbeit und Einstellung zu seinen Produkten das gesamte Fortis-Team derzeit an den Tag legt. Wirklich großen Respekt dafür. Und dieser Eindruck hat sich auch bei meinem Besuch in Grenchen bestätigt: Handwerklich und von der konzeptionellen Ausrichtung weiß man bei Fortis ganz genau, was man tut – und ist trotz der mehr als 100jährigen Tradition auf einem sehr zeitgemäßen Stand. Da verzeiht man gern mal den einen oder anderen über das Ziel hinausschießenden Marketing-Superlativ ;)

Und was ist mit den Preisen bei Fortis?

Nun, wenn man die Uhren noch nicht live gesehen oder getragen hat, dann können die aufgerufenen Preise für die meisten Dreizeiger-Uhren und Chronographen der neuen Kollektion zwischen 1.400 und 4.000 Euro hoch erscheinen. Deswegen folgende Tipps: 1. Schaut Euch die Uhren unbedingt live an – vor allem die Zifferblätter. Insbesondere die der Classic Cosmonauts und Aeromaster. Ihr werdet spätestens dann wissen, was ich meine 2. Vergleicht die Fortis-Modelle mit Uhren aus derselben (Preis-)Kategorie – wie zum Beispiel von Sinn oder Damasko. Da wird einem sehr schnell klar, dass Fortis locker in dieser Liga spielt – wenn nicht sogar drüber. Die Preise haben durchaus ihre Berechtigung – und man merkt den Uhren das technische Know-how und die Stilsicherheit an. Und bei einigen Details, zum Beispiel der Keramiklünette der Classic Cosmonauts, liegt Fortis in meinen Augen eindeutig vorn. In dieser Preiskategorie fällt mir kein vergleichbarer Chronograph ein. (Und wem die Preise immer noch zu hoch sind: Man findet Fortis-Uhren natürlich auch gebraucht auf ebay (Partnerlink)).

Und noch eine kleine Anekdote am Rande: Im Gespräch mit Maximilian Spitzy erwähnte ich Fortis im selben Atemzug wie die Uhrenmarke Sinn – schließlich sind beide Unternehmen bekannt für ihre Fliegeruhren und Weltraumchronographen. Der Vergleich passte ihm nicht. Und man merkte es ihm deutlich an. Denn für ihn ist „die Fortis“ eine anderweitig anzusiedelnde Marke, mit weitaus längerer Tradition und dem nicht unwichtigen Prädikat „Swiss Made“. Da war er wieder: Der eigene Anspruch, der Ehrgeiz und vor allem die persönliche Identifikation mit der Marke. Das gilt übrigens auch für Andreas Bentele. Oder anders gesagt: Man merkt es – vor allem in solchen Situationen – den beiden an, dass sie für ihre Marke und das Unternehmen „brennen“ – und es gegebenenfalls energisch verteidigen. Irgendwie finde ich das gut.

Kurzum: Das neue Team ist hungrig und will die Marke voranbringen. Dabei machen sie gewiss nicht alles richtig – aber doch schon sehr viel. Erst recht im Vergleich mit anderen Herstellern. Und die Uhrenkollektion, die Fortis dieses Jahr auf der Baselworld präsentiert und aktuell im Handel hat, besteht  ohne weiteres den Vergleich mit anderen Marken.

Und noch einige weitere interessante Infos: Fortis produziert aktuell um die 60 Uhren pro Tag. Laut Maximilian Spitzy sei mehr möglich. Er würde auch gern mehr fertigen lassen, doch Prinz August von Hannover (siehe Teil 1) soll da konsequent seine Hand darauf halten. Fortis soll nach seiner Vorstellung kein typisches Massenprodukt sein, wie man es von anderen Herstellern kennt. Das klingt natürlich gut. Ob diese Aussage bzw. das knapp gehaltene Produktionsvolumen nun Marketing oder tatsächlich eine Vorgabe ist, kann ich nicht einschätzen. Sicher ist nur, dass Fortis nicht zu den Uhrenherstellern gehört, die mal eben eine Million (Luxus-)Uhren im Jahr produzieren und sich dennoch das Label „exklusiv“ geben. Diese Marke ist, zumindest nach heutigen Maßstäben, wirklich „klein und fein“. Das merkt man einfach, wenn man durch das denkmalgeschützte Fortis-Haus in Grenchen geht.

Japanische Uhrenkäufer sind Perfektionisten

Bei meiner Führung durch das Haus sah und erfuhr ich einige weitere interessante Dinge. Da war natürlich die Uhrenproduktion, die freundlichen Mitarbeiter, das Lager mit unzähligen Uhrenteilen, Werken und Zifferblättern, der Dachboden auf dem noch zig Uhren aus der Fortis-Vergangenheit lagern und  die Endkontrolle. Hier erfuhr ich übrigens, dass Japaner die strengsten Kunden und damit der beste Qualitätsmaßstab sind. Wenn es um Uhren geht, sollen sie noch penibler als Deutsche und Schweizer sein – und das will schon was heißen.

Nachdem die Tour durchs Haus abgeschlossen war, gingen wir zurück ins Museum bzw. die Ausstellungsfläche in der obersten Etage. Ich bedankte mich bei Andreas für die „Privatführung“ und fragte, ob dieses Museum denn tatsächlich eines sei und so genutzt würde. Seine Antwort: „Es kann jeder vorbeikommen und es sich anschauen.“ – Das hatte mich nun ein wenig verwundert, denn es sieht eher aus, wie eine Fläche, die zu besonderen Anlässen und Besuchen genutzt wird – weniger wie ein klassisches  Museum mit Alltagsbetrieb. Erst recht bei einer so kleinen Mitarbeiterzahl. Also fragte ich weiter nach: „Und was, wenn ich darüber schreibe und sich hier Leute einfach für einen Besuch anmelden? Wer führt die dann rum und kümmert sich um sie?“ – Die Antwort: „Die sind herzlich willkommen. Und das wäre dann wohl ich.“ Andreas lächelte freundlich.

Und genau das meine ich, wenn ich von Unternehmen spreche, die aufgeschlossen und zugänglich sind – und sich nicht hinter elitärem Gehabe vor ihren Kunden verstecken. Ihr habt es also selbst gelesen: Wer möchte, der kann sich für einen Fortis-Besuch in Grenchen anmelden. Einfach so.

Wer den Weg nicht auf sich nehmen, aber dennoch mehr über Fortis erfahren möchte, dem empfehle ich das Buch bzw. Katalog zum 100jährigen Bestehen des Unternehmens. Das ist zwar aus 2012 – die Infos, Bilder und Geschichten rund um Fortis sind dennoch sehr interessant.

Fortis - zeigr.com in Grenchen (CH)-55

Wie Ihr das Buch/den Katalog bekommt? Nun, ich mache es Euch einfach: Ein paar Exemplare liegen gerade bei mir. Die bekommt Ihr frei Haus zugeschickt – plus ein paar Goodies. Kurzum: Ein kleines Gewinnspiel zum Schluss.

Und das kann demnächst Euch gehören:

Gewinnspiel

zeigr.com - Fortis Gewinnspiel

3x ein 100-Jahre-Buch plus ein etwas größeres Fortis-Goodie-Paket (Mini-Schweizer Messer von Victorinox, Fortis-Schlüsselband, Fortis-Cap, Fortis-Feuerzeug)

5x ein 100-Jahre-Buch plus ein etwas kleineres Goodie-Paket (Fortis-Schlüsselband, Fortis-Cap)

Was Ihr dafür tun müsst? Einfach eine E-Mail schreiben inkl. Namen und Anschrift – gern mit ein paar Worten mehr. Und die geht an:

Oder: Euch auf Facebook beim Gewinnspiel-Post bemerkbar machen. Sprich: Liken, herzen, kommentieren etc.

Und noch ein paar Formalien: Das Gewinnspiel geht bis zum 25. September 2016. Es entscheidet das Los. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. Die kompletten Teilnahmebedingungen findet Ihr hier.

Last but not least: Natürlich sollte Euch der Fortis-Händler in Eurer Nähe bei Fragen und in Sachen Katalogen weiterhelfen können.

Und wer möchte, der kann Fortis-Uhren und Armbänder auch online und direkt beim Hersteller kaufen – im noch recht jungen Webshop unter www.fortis-watchshop.com.

Mehr zu Fortis: 

Fortis auf Facebook

Fortis auf Instagram

Andreas Bentele auf Instagram

Und natürlich: www.fortis-swiss.com

 

Theodossios Theodoridis

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