Neue Uhren 2019: Impressionen von der Baselworld (Teil 3)

Neue Uhren Grand Seiko Spring Drive Sport Collection - Baselworld 2019-Titel
(Lesezeit: 6 Min.)

Kommen wir zum dritten und letzten Teil dieser Reihe (Teil 1 & Teil 2), in dem es unter anderem um kaum bis gar nicht bekannte Uhrenmarken gehen wird. Die machen für mich übrigens einen besonderen Reiz aus. Denn dafür ist die Baselworld ja ebenfalls gedacht: neue Marken und vielleicht sogar Trends aufspüren zu können. Und die müssen nicht zwangsläufig bei den Großen zu finden sein – im Gegenteil. Plus: Es muss nicht immer hochpreisig zugehen.

Aber starten wir zunächst mit noch einem der Großen, bevor wir zu den nicht minder interessanten „Underdogs“ kommen.

Seiko – neue Uhren 2019

Seiko ist immer wieder ein Thema auf ZEIGR – vor allem wegen des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses. Doch der japanische Hersteller kann auch anders. Ganz anders. Seit Jahrzehnten produziert Seiko hochpreisige Top-Uhren unter dem Namen Grand Seiko (siehe hier) – jedoch lange Zeit nur für den eigenen bzw. asiatischen Markt. Seit 2010 sind diese Uhren nun im „Rest der Welt“ zu bekommen. Zum Beispiel dieses neue und recht auffällige Modell:

Grand Seiko Spring Drive Sport Collection (SBGA403)

Neue Uhren Grand Seiko Spring Drive Sport Collection - Baselworld 2019

Neue Uhren Grand Seiko Spring Drive Sport Collection - Baselworld 2019

Neue Uhren Grand Seiko Spring Drive Sport Collection - Baselworld 2019

DieUhr ist auf 500 Stück limitiert, der Preis liegt bei 11.200 Euro (als ich oben hochpreisig schrieb, war das genau so gemeint ;))

Und dann fiel mir noch diese Grand Seiko Spring Drive GMT auf:

Grand Seiko Spring Drive GMT - Baselworld 2019

Die Uhr kostet circa 6.000 Euro – und ist damit so eine Art Konkurrent der Rolex GMT.

Dank der reichhaltigen Firmenhistorie, gab es wieder einige sehr schöne Retro-Uhren zu sehen – sowohl als Grand Seiko als auch in „normalen“ Ausführungen:

Grand Seiko - Baselworld 2019 - q

Grand Seiko - Baselworld 2019 - q

Und die Neuauflage diese legendären Taucheruhr. Der Grund: Martin Sheen trug sie als Captain Willard im Film „Apocalypse Now“.

Seiko Apocalypse Now - Baselworld 2019

Diese Uhr trägt wegen des Gehäuses den Spitznamen „Turtle“ und stammt ursprünglich aus den 70ern. Die neue Version ist auf 2.500 Stück limitiert und kostet 4.350 Euro. Bin mir ja nicht sicher, aber die Vintage-Uhr – gewissermaßen das Original – dürfte etwas „günstiger“ sein… Trotz der der immens gestiegenen Preise der letzten Jahre. Das nur als Tipp am Rande ;)

Kommen wir zu einigen weiteren Uhren, die mir beim Rundgang auf der Baselworld – aus diversen Gründen – aufgefallen sind:

Victorinox INOX Automatic Carbon

Victorinox INOX Carbon Automatic - Baselworld 2019

Victorinox INOX Carbon - Baselworld 2019-1

Keine Ahnung warum, aber ich stehe auf diesen Carbon-Look bzw. schwarze Kunststoffgehäuse bei Uhren. Und: Victorinox hat sich in den letzten Jahren zu einem ernsthaften Konkurrenten für G-Shock entwickelt, wenn es um „toughe“ Uhren geht. Haben auf jeden Fall was, diese hartgesottenen Schweizer Uhren. Sowohl die Carbon- als auch die Stahlmodelle (amazon-Partnerlink).

LIP Marinier Automatique & Co – Retro-Uhren aus Frankreich

LIP Uhr - Marinier Automatique - Baselworld 2019

Die französische Uhrenmarke LIP habe ich bereits das eine oder andere Mal hier vorgestellt. Irgendwie fliegen diesen Uhren noch immer komplett unter dem Radar. Obwohl sie regelmäßig auf der Baselworld sind. Zu Unrecht, wie ich immer noch finde. Lip hat wirklich sehr schöne und interessante Retro-Uhren im Programm – wie man oben sieht.

Man beachte übrigens die Bezeichnung auf der 12 „Verre Saphir“ (Saphirglas) und auf der 6 „Besancon France“ statt „Made in France“. Ich mag ja solche kleinen Details – zusätzlich zum gelungenen Retro-Design aus der eigenen Firmenhistorie.

Und wer es etwas extravaganter und schräger ;) mag – bitte sehr:

LIP Uhren - Baselworld 2019

LIP Uhren - Baselworld 2019

Diese und weitere Retro-Modelle von LIP findet Ihr übrigens ganz „normal“ auf amazon (Partnerlink). Es ist also kein Problem, sie in Deutschland zu bekommen.

Es wird nun wieder etwas teurer. Dafür gibt es aber schöne Taucheruhren zu sehen. Zum Beispiel von dieser altehrwürdigen Schweizer Uhrenmarke (seit 1889), die wahrscheinlich kaum jemand kennt, wenn er denn nicht gerade Uhren-Freak ist:

Doxa – Sub 200 zum Jubiläum

Doxa Retro-Taucheruhr - Baselworld 2019

Doxa Uhren - Baselworld 2019

Die erste Doxa Taucheruhr bekommt Ihr ab rund 1.000 Euro. Es gibt zwei Varianten: Limitiert (1.300 Stück) und im Laufe des Jahres auch unlimitiert. Der Preis ist hier erstaunlich fair – zumindest für eine Schweizer Uhrenmarke mit dieser Historie.

Die zweite Doxa (Sub 200 T.Graph) liegt hingegen im fünfstelligen Bereich, ist limitiert auf 13 Stück und hat recht viel Gold am Start. Da sind wir also wieder im Luxusuhren-Bereich ;)

Und eine interessante Doxa Retro-Militäruhr gab es zu sehen (mir liegen leider keine weitere Infos dazu vor):

Doxa Uhren - Baselworld 2019

 

Lasst uns bei den Taucheruhren bleiben und kommen wir zu einer italienischen Uhrenmarke, die ich Euch bereits vor ein paar Jahren (2014) etwas ausführlicher vorgestellt habe.

Squale – Taucheruhr am Bund-Band

Squale Uhren - Baselworld 2019

Italiener sind für ihren guten Stil bekannt. Es wundert mich also kein Stück, dass Squale seinem Erfolgsmodell und Taucheruhren-Evergreen „50 Atmos“ ein olivfarbenes Bund-Band verpasst. Großartige Kombi. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Außer, dass ich das Bund-Band (aka Unterlagenband) bisher nur bei Tudor und Squale gesehen habe. Mich würde es nicht wundern, wenn nächstes Jahr noch mehr Hersteller auf diesen Zug aufspringen.

Was es noch zu sehen gab:

Squale T183 - Neue Uhren - Baselworld 2019

Squale T183 – Interessantes Gehäuse, oder? Auch hier kommt Carbon bzw. ein Verbundwerkstoff zum Einsatz (mehr dazu bei Dive into Watches).

Squale T183 - Neue Uhren - Baselworld 2019

Von Italien nach Deutschland. Zu einem Hersteller, der seit 1925 Uhren baut und für seine Flieger- bzw. Beobachtungsuhren bekannt ist – aber auch schlicht kann:

Laco – Marine- & Fliegeruhren

Laco Uhren - Baselworld 2019

Laco Uhren - Baselworld 2019

Und eine Neuheit, mit der Laco ins Schwarze (bzw. Graue) getroffen hat – diese GMT-Fliegeruhren:

Laco Fliegeruhren GMT Baselworld 2019

Einfach nur großartig. Das neue GMT-Modell könnte – meines Erachtens – ein echter Bestseller werden. Und ein direkter Konkurrent für so manche Sinn-Uhr. Bin gespannt, wo die Flieger GMT preislich liegen wird – erst recht im Vergleich zu den Mitbewerbern. Wenn Laco es hier nicht übertreibt, dann könnte sie einer meiner Favoriten des Jahres 2019 werden. Jetzt schon. Und da bin ich nicht ganz allein – wenn ich mir die Reaktionen im Netz anschaue…

Nachtrag: In einem Facebook-Post habe ich dann doch noch eine Angabe zum voraussichtlichen Preis und dem verbauten Werk gefunden. Der Preis wird, laut Herstellerangabe in den Kommentaren, bei 1.650 Euro liegen. Das kann man als angemessen bis fair bezeichnen – zumindest für eine mechanische GMT-Uhr aus Deutschland und mit dem Werk ETA 2893-2 in der Ausführung Elaboré. Die Uhr werde ich mir wohl noch einmal etwas genauer anschauen müssen :)

Und wenn Ihr bis dachtet, dass es bis hierin schon nischig und speziell zuging, dann setze ich noch mal einen drauf :) Mit diesen beiden Uhrenmarken, die ich übrigens zum ersten Mal wahrgenommen habe. Beide am selben Stand:

Future Funk & Rosemont – Stromzähler-Design vs. Retro Dress Watch

Future Funk - Neue Uhren - Baselworld 2019-1

Future Funk - Neue Uhren - Baselworld 2019-2

Es geht ein wenig in die Richtung Scheibenuhren… – Und wer mit dem Design so gar nicht zurechtkommt (die meisten wahrscheinlich), hier etwas Klassisches zur Beruhigung ;)

Rosemont silber - Neue Uhren - Baselworld 2019

Rosemont gold - Neue Uhren - Baselworld 2019

Man mag es kaum glauben, aber beide Uhrenmarken gehören zu ein und demselben japanischen Unternehmen – namens Peak Corporation. Das wiederum ist eng mit Zeno-Watch Basel verbandelt. Während Future Funk eine Eigenmarke zu sein scheint, handelt es sich um Rosemont um eine ursprünglich Schweizer Uhrenmarke. Auf der Website heißt es, dass „Rosemont“ 1951 den offiziellen Eintrag in  Genf erhielt und 1973 in La Chaux-de Fonds (Schweiz) als Uhrenmarke den Betrieb aufnahm…

Das Besondere ist, neben dem 50er/60er Jahre Retro-Design, die Rose als Logo. Sie erinnert jeden Vintage-Fan sofort an die begehrten Vintage-Tudor „Big Rose„-Modelle (ebay-Partnerlink). Heute nutzt Tudor vorwiegend den Schild im Logo. Leider. Wobei: Bei einigen Tudor Black Bay Modellen ist bzw. war die Rose eine Zeit lang noch zu finden. Aber das ist ein anderes Thema.

Wer schon immer mal eine Rose auf dem Zifferblatt seiner (Retro-)Uhr haben wollte, der sollte sich vielleicht Rosemont etwas genauer anschauen. Die Uhren liegen in Japan bei umgerechnet 200-300 Euro. Future Trend umgerechnet bei rund 100-150 Euro. In Europa wird man sie wahrscheinlich mit einem gewissen Aufpreis bekommen.

Kommen wir zu einer weiteren deutschen Uhrenmarke – aus Kalbe in Sachsen:

Dornblüth & Sohn -Limitierte Auflage Bronze 99 Zentrumsekunde (10 Stück)

Dornblüth - Neue Uhren - Baselworld 2019-2

Dornblüth - Neue Uhren - Baselworld 2019-2

Diese Dornblüth hatte Boris Pjanic, (Ex-)Uhrenblogger & Händler, am Arm. Er zeigte sie mir während der Präsentation eines anderen Herstellers (Uhren-Nerds eben…) und bot sie mir direkt zum Anschauen und Fotografieren an. Da ich ohnehin eine Schwäche für Marineuhren habe – und erst recht für rotvergoldete Werke -, gesagt, getan. Dornblüth & Sohn ist so etwas wie ein „Underdog“, klein aber fein, und war auf der Baselworld nicht offiziell vertreten.
Bei der oben gezeigten Uhr handelt sich um eine limitierte Auflage von 10 Stück (Preis ca. 4.000 Euro) und Boris hat bei diesem Projekt mit Dornblüth zusammengearbeitet. Der Vorschlag mit dem Abfotografieren kam also nicht von ungefähr ;) Da die kleine Auflage aber wohl bereits verkauft ist, kann ich die Bronzeuhr hier guten Gewissen zeigen, ohne zu werblich rüberzukommen. Und bitte schaut Euch mal das Handaufzugswerk an – das musste doch einfach gezeigt werden :)

Last but not least – ein kurzer Blick auf einen Hersteller, den viele wohl eher mit (Damen-)Schmuck in Verbindung bringen, dessen Anfänge und Geschichte (gegr. 1860) aber bis heute von Uhren geprägt ist:

Chopard – Mille Miglia und L.U.C

Chopard Mille Miglia Chronograph - Neue Uhren - Baselworld 2019

Der Chronograph ist nach einem berühmten Oldtimer-Rennen in Italien, der Mille Miglia, benannt. Chopard begleitet es seit mehr als 25 Jahren als offizieller Zeitnehmer. Die gesamte Modellreihe zeigt sich sportlich – so wie man es von Uhrenmarken kennt, die sich in irgendeiner Form dem Motorsport verschrieben haben. Das ist zwar gefühlt jede zweite, aber dieser Chronograph ist mir bei Chopard dann doch irgendwie aufgefallen. Der Preis liegt bei 6.800 Euro.

Chopard L.U.C. - Neue Uhren - Baselworld 2019

Mit etwas weniger Stilelementen kommt die zweite Uhr aus – die mir dennoch aufgefallen ist. Schön schlicht und mit dem Schriftzug L.U. Chopard auf dem Zifferblatt. An dem erkennt man, dass es sich um eine Chopard-Uhr mit Manufaktur-Kaliber handelt. Also inhouse produziert. Dank eines patentierten Systems von zwei übereinander liegenden Federhäusern hat diese Uhr mit nur 7,2 mm Bauhöhe eine Gangreserve von 58 Stunden. Zwei Tage und zehn Stunden muss man sie also nicht bewegen oder aufziehen. Keine Neuheit des Jahres 2019 – aber dennoch vor Ort ausgestellt. Der Preis lag 2017 bei über 8.000 Euro.

Soweit also die Impressionen & Live-Fotos von der weltgrößten Uhrenmesse :)

Weitere neue Uhren von der Baselworld 2019: 

Uhren-Neuheiten 2019: Impressionen von der Baselworld (Teil 1)

Uhren-Neuheiten 2019: Impressionen von der Baselworld  (Teil 2)

Alle Artikel zur Baselworld

 

*Partnerlink – was ist das?

Theodossios Theodoridis

4 Comments

  1. Puh… :-D da geht ja wieder einiges. Mir gefallen die Seiko-Modelle gut. Zwar nicht immer ganz so innovativ in Sachen Design, aber sie bleiben sich treu.
    Die Doxa passen ebenfalls. Zu Squale habe ich ein sehr ambivalentes Verhältnis. Zum einen wird die Geschichte betont… Mag sein, dass da irgendwo noch was ist… Das Gehäuse ist jedenfalls relativ eigenständig… Das passt soweit. Die Preise finde ich aber mittlerweile übertrieben, da müssten mindestens Top-Werke verbaut sein (es sind, mWn, aber nur einfache elabore… Immerhin, wird mancher sagen). Der Marke fehlt aber irgendwas in ihrem Aufteten, (Namen-)Historie hin oder her.

    Puh, ich glaube nicht, dass Laco so schnell Sinn die Stirn bieten wird können. Laco empfinde ich doch sehr unscheinbar… Die oben gezeigten finde ich nicht so ansprechend, das Design (außer vielleicht der GMT) gibt es zu Hauf von anderen Anbietern. Da wird der Preis das Zünglein an der Waage sein, wie so oft.

    Diese Future-Unren gehen ja mal gar nicht:-D

  2. PS: Knapp 1.700 für die GMT-Laco. In meinen Augen wird die hauptsächlich nur Laco-Fans ansprechen.

  3. Moin M.R.,
    danke Dir für Deine persönliche Einschätzung, Einordnung und Bewertung! :) Kenne ich in dieser Form sonst nur aus dem Uhrforum (u.ä.) ;) Aber: Es hilft dem einen oder anderen Mitleser vielleicht weiter. Und darum geht es ja.
    Einige Punkte sehe ich – ganz offensichtlich – anders. Bin aber auch ein großer Freund von „These und Antithese“. Insofern, danke noch einmal für Deinen Input und die Ergänzungen :)

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